Im Rahmen der PlayStation Experience in Las Vegas ließ Sony die Hosen runter: Der Hardware-Riese präsentierte der Community endlich den Titel in Aktion, der beste Chancen hat, die PS4-Exklusivspiel-Charts 2015 anzuführen: Uncharted 4. Knapp eine Viertelstunde Spielszenen wurden gezeigt. Kletterabschnitte, Nahkämpfe, neue Gadgets, faszinierende Grafikdetails – Fans waren begeistert. Trotzdem blieben viele Fragezeichen: Was macht Nathans totgeglaubter Bruder hier? Wo befinden sich die beiden überhaupt? Und wer sind eigentlich die schlecht gelaunten Typen in Söldneruniform?

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„Müsste man Sam mit zwei Worten charakterisieren, würden 'skrupellos' und 'grenzgängerisch' es wohl am besten beschreiben."

Dreh- und Angelpunkt der in Uncharted 4 präsentierten Ereignisse ist die Insel Madagaskar vor der Südostküste Afrikas. Hier soll sich das befinden, was den Kopf von Sam – Nathan Drakes Bruder – doch noch aus der Schlinge ziehen könnte. Ein nebulöses Artefakt von Captain Henry Avery, einem sagenumwobenen Freibeuter, der in dieser Gegend gestrandet sein soll. Nur wenn es Sam gelingt, diesen Gegenstand zu beschaffen, wollen diejenigen, die es auf ihn abgesehen haben, ihn ziehen lassen.

Zur besseren Einordnung: Bis vor Kurzem hielt Nathan sein Bruderherz für mausetot. Doch von heute auf morgen poltert er in Nathans Leben und sorgt mit seiner Bitte um Unterstützung bei der Artefaktsuche für ziemlichen Wirbel. Fortan ist Drake hin- und hergerissen. Einerseits explodiert er förmlich vor Glück, dass sein Bruder noch lebt und beide zusammen in ein Abenteuer aufbrechen. Andererseits fühlt er sich seiner Frau Elena verpflichtet. Kenner der Uncharted-Reihe wissen: Am Ende von Teil drei geben er und sein langjähriges Herzblatt sich endlich das Ja-Wort und hoffen auf eine Abenteuer-Auszeit.

Uncharted 4: A Thief's End - Indy wäre stolz

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Sam ist wie Nathan ein echter Draufgänger. Auf Madagaskar suchen die beiden ein legendäres, längst verschollenes Piratennest namens Libertalia.
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Dschungel der Emotionen

Das also ist der geschichtliche Rahmen, in welchen Naughty Dog Teil vier seiner höchst erfolgreichen Actionabenteuer-Serie einbettet. Ein Gewirr der Emotionen – vor allem seitens Nathan –, das sich dadurch noch verstärkt, dass Nathan und Sam schon bald einen Haufen ungeladener Gäste am Hals haben. Genauer gesagt Rafe und Nadine, beide ebenfalls leidenschaftliche Abenteurer, jedoch mit einem wesentlich unsympathischeren Gemüt. Während Rafes Vergangenheit noch kaum beleuchtet wurde, soll es sich bei Nadine um die Chefin eines privaten, südafrikanischen Militärunternehmens handeln. Eine Frau, die über Leichen geht und ungern etwas anbrennen lässt. Was dann auch die massive Söldnerpräsenz im ersten Gameplay-Video erklären würde.

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Neuer Nervenkitzel: Feinde können sich selbst im Fall noch an Nathan festkrallen, um ihn mit in die Tiefe zu reißen. Wohl dem, der nun das Quick-Time-Event löst.
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Wie der kalifornische Entwickler verspricht, sind Rafe und Nathan übrigens keine Bösewicht-Eintagsfliegen. Vielmehr soll das Duo Sam und Nathan den gesamten Spielverlauf über immer wieder auf die Pelle rücken und deren Erfolge über den Haufen werfen. Anders formuliert: Die Schurken folgen den „Indiana Jones“-Brüdern kreuz und quer über den Globus. Das zumindest verspricht Neil Druckmann, Kreativdirektor des Studios, im Interview mit den US-Kollegen der Game Informer. Gleichzeitig verriet er, dass die Reise nicht nur nach Madagaskar im Indischen Ozean führt, sondern auch in urbane Gebiete und in verschneites Terrain. Weitere Details zu möglichen Szenarien wollte er dagegen nicht preisgeben.

Was sich neckt, das liebt sich

Die Beziehung zwischen Sam und Nathan ist bei alledem Segen und Pulverfass zugleich. Einerseits würden sie alles tun, um einander helfen. Anderseits sind Sticheleien und Rivalitäten an der Tagesordnung – was nicht selten ziemlich witzige Dialoge nach sich ziehen dürfte. Gesprochen werden Nathan und Sam übrigens von Nolan North respektive Troy Baker, zwei Veteranen im Feld der professionellen Videospielvertonung. Wie es um die deutsche Synchro bestellt ist, lässt sich zu diesem Zeitpunkt dagegen noch nicht sagen. Wir rechnen jedoch mit einem ähnlichen prominenten Sprecheraufgebot.

Bleibt die Frage: Wie ist Sam eigentlich so drauf? Müsste man sein Wesen mit zwei Worten charakterisieren würden „skrupellos“ und „grenzgängerisch“ es wohl am besten beschreiben. Dass er trotzdem regelmäßig neidisch auf die Talente seines Bruders blickt (Nathan ist sportlicher, charmanter, erfolgreicher), verleiht der Geschichte zusätzlich Würze.

Grandiose Grafik, charismatische Charaktere, vielversprechende Geschichte, frisches Szenario. Was soll da noch schiefgehen?Ausblick lesen

Spielerisch hat die gemeinsame Schatzsuche natürlich ebenfalls Konsequenzen. Allen voran diverse Teamwork-Abschnitte, wie wir sie schon aus vorherigen Teilen kennen, als beispielsweise Sully und Elena an Nathans Seite kämpften. Da Sam allerdings stets als echtes Raubein auftritt, dürfte dies die Action noch deutlich intensivieren. Des Weiteren sieht Naughty Dog Sam als Bindeglied zu Nathans Vergangenheit, die man in Form von spielbaren Flashbacks noch weiter beleuchten möchte. Brisanter Stoff in diesem Zusammenhang: Laut Game Informer hat Nathan über Jahre vorgetäuscht, er würde den Nachnamen Drake tragen und somit vom legendären Schatzsucher Sir Francis Drake abstammen. Warum er angeblich gelogen hat? Nur eine von zahlreichen Facetten des wahrlich vielversprechenden Story-Konstrukts.

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Nathan Drake ist im neuen Uncharted verheiratet und deutlich älter. Doch die Falten halten ihn nicht davon ab so agil zu klettern und zu kämpfen, als wäre er 30.
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Viele Wege, eine Ziel

Doch eine Geschichte ist bekanntlich nur halb so gut, wenn das Gameplay nichts taugt. Dass sich Uncharted 4 in dieser Hinsicht bereits auf dem Wege befindet, belegt die eingangs erwähnte Gameplay-Demo eindrucksvoll. Besonders beachtenswert: das an einigen Stellen deutlich weitläufigere Leveldesign. Immer wieder muss man nun zwischen verschiedenen Routen mit unterschiedlichen Herausforderungen wählen – Wege, die später wieder geschickt zusammengeführt werden. Geht’s nach Druckmann und Co. soll jeder Pfad über verschiedene Pros und Contras verfügen. Auf Route A trifft man zum Beispiel auf viele Feinde, muss aber weniger klettern, während umgekehrt auf Route B mehr Kraxelarbeit zu leisten ist, aber zum Beispiel so gut wie keine cleveren MG-Schützen auftauchen.

Stichwort clever: Die Künstliche Intelligenz hat ordentlich dazugelernt. Beispielsweise rufen sich Söldner nun lautstark Nathans aktuelle Position zu. Was dann passiert, kann sich jeder vorstellen. Plötzlich sind nicht zwei, sondern vielleicht gleich fünf Gewehre auf ihn gerichtet. Weitere Adrenalinkicks: Widersacher können mittlerweile hervorragend klettern und sogar meterweit über Abgründe springen. Zwei Fähigkeiten, die sie regelmäßig nutzen, um den Spieler zu flankieren und unter Druck zu setzen.

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Die Kämpfe dauern im Vergleich mit dem PS3-Vorgänger deutlich länger, sind intensiver, brutaler und mehr auf Boxschläge sowie Judo-Würfe ausgelegt.
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Entziehen kann man sich dem feindlichen Zugriff bei Munitionsmangel am besten durch ein Untertauchen im Dschungeldickicht oder die Flucht nach vorn. Sprich: Nathan nimmt die Beine in die Hand und verlässt – sofern möglich – die Situation. Zählen kann er in beiden Fällen auf seine treuen neuen Begleiter: ein Seil und einen Kletterhaken. Erstgenanntes Gadget verfügt über einen Enterhaken und lässt Nathan selbst über klaffende Abgründe schwingen. Voraussetzung, damit das waghalsige Manöver klappt, sind klar gekennzeichneten Stelle zum Einklinken. Bliebe noch der Kletterhaken. Er dient zum Überwinden von Felswänden mit löchriger Maserung. Einfach Haken ins Gestein rammen und los geht’s.