Blitze durchzucken die Nacht, zehn Meter hohe Wellen schlagen gegen die Bordwand jenes Urlaubskreuzers, den sich Nathan Drake als Reiseziel ausgesucht hat. Die Macht der Natur scheint großen Spaß daran zu haben, den „Uncharted 3“-Helden gehörig durchzuschütteln, ihn von Backbord nach Steuerbord zu wirbeln. Drake stößt sich den Kopf, kann gerade so vor einer Kiste in Deckung gehen, die sonst sein Bein zerquetschen würde.

Er ist patschnass und wir kriegen den Mund kaum noch zu: Naughty Dog zaubert hier mal eben die realistischsten Wellen auf den TV, die je eine Playstation 3 gesehen hat. Wassermassen schlagen ineinander, an der Oberfläche bildet sich eine dicke Gichtschicht. Drakes Jeans saugt sich voll mit Wasser, unter dem zerrissenen Shirt bilden sich seine Muskeln ab.

Der Schatzjäger und Indiana-Jones-Seelenverwandte ist ganz offensichtlich nicht auf Urlaubsreise, vielmehr verfolgt er eine Spur und ist deswegen an Bord geklettert. Der Feind entdeckt ihn, die schwer bewaffneten Söldner eröffnen das Feuer – na toll, als hätte Drake nicht Mühe genug, sich bei diesem heftigen Sturm auf den Beinen zu halten.

Uncharted 3: Drakes Deception - E3 2011 Trailer10 weitere Videos

Die Natur mischt sich ein in den ungleichen Schusswechsel zwischen einem Helden und einem guten Dutzend Soldaten. Doch irgendwie ist Mutter Natur dann doch noch gerecht, eine Welle fegt drei Soldaten weg, Nummer Vier und Fünf werden von einer umherrutschenden Depotkiste zerquetscht.

Uncharted 3: Drakes Deception - Ein Sturm zieht auf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 61/671/67
Die perfekte Welle – der Druck und die Kraft des blauen Elements kommen in “Uncharted 3” richtig gut.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Mama Natur greift ein Drake kämpft sich bis zur Brücke vor, erledigt ein paar Gegner mit Schlägen, tritt dem ein oder anderen in den Bauch und zeigt seine Ellbogenmentalität. Sein weiterer Weg führt ihn in den Bauch des Schiffes. Es ist ruhig, zu ruhig. Nervös erwarten wir das irgendetwas passiert, die Musik schwillt an, Naughty Dog spielt die Dramatikkarte und Mutter Natur entsendet eine Monsterwelle, die das Schiff auf die Seite dreht.

Drake wird von den Wassermassen überrascht, er hechtet von einem Eck zum anderen, Kisten rutschen ihm entgegen, das Wasser trägt einen Rolls Royce davon, der Drake wohl zerquetschen würde, wären wir beim Quicktime-Event zu langsam.

Es wird hektischer, das Ganze fühlt sich mehr und mehr nach Überlebenskampf an. Das Wasser ist definitiv gefährlicher als die Jungs mit ihren Kanonen davor. Schlussendlich kommt es, wie es kommen muss: Ein Container löst sich aus seiner Halterung, erwischt Nathan, drückt ihn unter Wasser und klemmt sein Bein fest. Jetzt heißt es: X-Taste hämmern, als gäbe es kein Morgen, nur so kann sich der Held befreien.

Der Multiplayer-Modus: Made in Hollywood

War das jetzt die perfekte „Uncharted“-Welle? Aber Hallo, auch wenn wir gerne noch deutlich mehr gespielt hätten. Nun gut, dann geht’s eben weiter zu den Multiplayer-Stationen. Und hier spielt Naughty Dog mal wieder seine Überraschungskarte aus. Das Ding fühlt sich verdammt noch mal genau so atmosphärisch und inszenatorisch stark an wie der Singleplayer-Modus.

Uncharted 3: Drakes Deception - Ein Sturm zieht auf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 61/671/67
Müssen wir dazu noch was sagen? Grafikreferenz incoming.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nachdem wir wie üblich einen Typen ausgewählt, mit Waffen, Hawaiihemd und Ray-Ban-Sonnenbrille gepimpt haben, geht’s auf die Karte Airstrip. Ein Introvideo zeigt wie es sich der alte Haudegen Sully gerade in einer Transportmaschine bequem machen will – da zerreißt plötzlich eine Rakete die Stille. Wir sind auf Seite der Angreifer, sind auf einen Truck gesprungen und jagen Nathan und seinen Kumpels jetzt blaue Bohnen um die Ohren.

Dass uns Uncharted 3 grafisch wegbläst und der Singleplayer-Modus begeistert, haben wir erwartet. Doch auch MP und Koop werden klasse!Ausblick lesen

Die antworten mit Gewehrfeuer und Granaten, die ersten Trucks gehen in Flammen auf. Wir nähern uns auf dem LKW, der übrigens von der KI gesteuert wird, setzen zum Sprung an und landen auf den Tragflächen des stählernen Vogels. Von dort klettern wir in den Laderaum, drücken Nathan unsere Faust auf die Nase und beharken ihn mit Tritten.

Früher oder später nehmen alle Zocker auf der Ladefläche Platz, feuern auf die Transportmaschine, klettern aufs Dach und springen von dort auf die Laderampe der startenden Maschine. Das spielt sich fantastisch, ist so gesehen aber nur Show.

Uncharted 3: Drakes Deception - Ein Sturm zieht auf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 61/671/67
Bei all der Schaukelei noch zu kämpfen, ist selbst für Nathan eine Herausforderung.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Egal, wer es an Bord der Maschine schafft, das Match läuft immer nach Schema F weiter. Die Maschine hebt ab, eine kurze Zwischensequenz zeigt, wie sie auf einem Militärflughafen landet, dort geht der Kampf dann in die zweite Runde. Schade, aber verständlich – schließlich wäre es schwierig die Karte zu balancen, da die Verteidiger in einer sehr komfortablen Position mit vielen Deckungsmöglichkeiten sind, während die Angreifer relativ wenig Schutz durch die Trucks bekommen.

Das Buddy-Movie

Satte neun Multiplayer-Modi wird “Uncharted 3” auffahren. Neben Standards wie Deathmatch, Team Deathmatch und Capture the Treasure, wo eben statt Flaggen Goldkisten gemopst werden, konnte gamona auf der E3 in Los Angeles zwei brandneue Koop-Modi anspielen.

Uncharted 3: Drakes Deception - Ein Sturm zieht auf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 61/671/67
Hooray. Sexy Elena erlebt ihr Comeback. Sully sowieso.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In “ThreeTeamDeathmatch” treten drei Teams gegeneinander an. gamona spielt mit einem Kollegen der US-Website Gamespot und wir sprechen uns genau ab: Wir übernehmen die Rolle des Scharfschützen und der Kollege prescht nach vorne, tötet Gegner durch Stealth-Kills aus dem Hinterhalt oder bombt den Feind mit den Granaten aus der Deckung – sobald die ihre Köpfe hochrecken, haben wir mit der Dragunov-Sniper leichtes Spiel.

Abschüsse wandern aufs Teamkonto, außerdem hinterlassen ausgeschaltete Gegner Medaillen, die Währung des Spiels. Medaillen ermöglichen den Zugriff auf Spezialfähigkeiten, die sogenannten Kickback-Medals. Das sind Boni, die sich für eine bestimmte Anzahl an Medaillen einmalig aktivieren lassen. Darunter gibt es so praktische Dinge wie 30 Sekunden nicht nachladen zu müssen – gut in 1on1-Duellen. Das Ganze heißt “Militia Man” und kostet fünf Medaillen.

Im Koop gegen den Juggernaut

Am meisten Spaß hatten wir allerdings in einer Burgruine irgendwo in Syrien. Das Ziel: Überleben, vorwärts kämpfen, den Turm im Herzen der Festung erreichen. Ähnlich wie im Spec-Ops-Modus von “Call of Duty: Modern Warfare 3” gilt es, Angriffswellen zu überstehen. Die brechen mal über uns herein und mal kämpfen wir uns über eine Treppe nach oben und lösen so den Gegenangriff aus.

Uncharted 3: Drakes Deception - Ein Sturm zieht auf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 61/671/67
Multiplayer, aber wen erinnert die Szene noch an “Con Air” mit Nick Cage?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Schön ist vor allem, wie Naughty Dog hier das “Uncharted”-Flair einarbeitet und den Team-Zusammenhalt stärkt: Um das Tor zum nächsten Abschnitt zu öffnen, müssen wir eine Buddha-Büste auf einen Sockel stellen. Das geht aber nur, wenn einer einen Stein nach oben hievt und der andere sich die Büste schnappt. Der Buddha-Mann oder eben Büstenträger ist dann natürlich langsamer, muss also von seinem Kumpel beschützt werden.

Ebenfalls spannend: Die Bosse, wie ein besonders heftig gepanzerter Söldner, der an die Juggernauts aus “Black Ops” respektive “Modern Warfare 3” erinnert, darf auch Medal-Kickbacks einsetzen. So schmeißt er eine Granate, die sich in der Luft in drei Wurfgeschosse aufteilt und entsprechend großen Flächenschaden macht. Wir hingegen können Rauchbomben schmeißen, um uns zu verdünnisieren, wenn der Feind zahlenmäßig zu überlegen ist.

Uncharted 3: Drakes Deception - Ein Sturm zieht auf

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden6 Bilder
Buddy-Movie: Der Koop punktet mit viel Flair und einer Prise Taktik.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Außerdem steht der letzte Bossgegner auf dem Turm, den wir erstmal erklimmen müssen. Das ist ganz schön knifflig, weil wir an der Wand ständig nach links und rechts ausweichen müssen, um nicht von dessen Granaten getroffen zu werden. Glück für den US-Kollegen, das der gamona-Autor schon in Counterstrike immer mit der AVP unterwegs war…