Von Spielen, die exklusiv für eine Plattform wie die PlayStation 3 erscheinen, darf man immer ein gewisses Mehr an Qualität erwarten als von Multiplattformtiteln. Leider wird diese Erwartungshaltung regelmäßig enttäuscht. Ganz anders jedoch im Fall von Uncharted: Drakes Schicksal.

Das im Dezember 2007 erschienene Action-Adventure überzeugte sowohl Kritiker als auch Spieler und machte mit satten 91 Prozent Durchschnittswertung eine hervorragende Figur. Für die Fortsetzung Uncharted 2: Among Thieves wurde nicht weniger versprochen - ja sogar einen Mehrspieler-Modus wird es diesmal geben. Wir hatten die Gelegenheit, diese neuen Spielbestandteile anzutesten.

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Drei Mehrspieler-Modi als Vorgeschmack

Nathan Drake wird in der zweiten Episode von Uncharted also nicht nur als Einzelgänger auftreten, sondern auch Mehrspieler-Gefechte unterschiedlicher Art erlauben. Für die einen mag das egal sein, für die anderen stellt sich schon die Frage, ob das in der Welt dieses Action-Adventures überhaupt Sinn macht. Nach allem, was wir bisher in der Beta erlebt haben, hinterlassen diese neuen 3rd-Person-Shootereinlagen einen durchaus guten Eindruck. Verfügbar war in dieser frühen Phase - Uncharted 2 soll schließlich erst Ende des Jahres erscheinen - neben Team Deathmatch-Modus und einem Capture The Flag-Derivat auch ein Koop-Modus.

Uncharted 2: Among Thieves - Nathan Drake ist wieder da!

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Die MP-Ballerei macht durchaus schon jetzt Spaß.
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Letzterer bietet die Möglichkeit, im Team mit bis zu zwei weiteren Mitstreitern auf Schatzsuche zu gehen, wobei das Teamwork klar im Vordergrund steht. Alleine kommt man nämlich keinesfalls durch die engen Schlauchlevel, in denen viele geskriptete Abläufe den Spielrhythmus dominieren. Das betrifft z.B. das Triggern von Feindestruppen (die immer an derselben Stelle erscheinen) oder auch das Überwinden von Hindernissen, bei denen einer der Spieler den aktiven Part übernimmt und gelegentlich von den anderen beiden Mitwirkenden beschützt wird.

Die feindlichen Soldaten treten dabei immer in Wellen auf den Plan, was den Spielablauf generisch und - im Falle einer Wiederholung - vorhersehbar wirken lässt. Wie bereits im Vorgänger ist das gute Deckungssystem von immenser Bedeutung, ohne schützende Objekte wird man im Handumdrehen durchsiebt.

Wiederbeleben, bitte!

Auch die Möglichkeit befreundete Teamkameraden innerhalb eines Zeitlimits wiederzubeleben, hilft dann allzu optimistischen Rambo-Spielern nur bedingt weiter. Die Steuerung geht insgesamt gut von der Hand, neue Features wurden intuitiv integriert und sorgen für das richtige Maß an Kontrolle über die Spielfigur. Ähnliches gilt für die Zielfunktion, die ein präzises Abfeuern der Waffen ermöglicht.

Packshot zu Uncharted 2: Among ThievesUncharted 2: Among ThievesErschienen für PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Entwickler Naughty Dog ließ sich bei der Multiplayer-Beta jedoch noch nicht zu tief in die Karten schauen und bot nur zwei eher kleine Maps an. Diese waren zwar optisch auf einem gewohnt hohen Niveau und auch abwechslungsreich gestaltet, den wahren Härtetest muss man jedoch noch im Dauereinsatz bestehen.

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Wer so frei in der Gegend rumballert, wird schnell durchsiebt.
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Bis dahin machen neben dem Koop-Modus aber auch die beiden anderen Modi einen soliden Eindruck. Im TDM treten beispielsweise insgesamt zehn Spieler an, die sich in einer Mischung aus Ballerei und artistischen Klettereinlagen an den Kragen gehen. Vermutlich soll das Kletter-Feature, währenddessen man auch die Knarre verwenden kann, in der Theorie einen Vorteil verschaffen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass man oft genug eine viel zu leichte Zielscheibe für die Konkurrenz abgibt, sodass die meisten Mitspieler konsequenterweise darauf verzichteten.

Recht lustig geht es auch im CTF-Mode ab, wo man sich um einen Schatz balgt, der in der Mitte der Karte "verborgen" liegt. Punkte heimst man natürlich dadurch ein, dass man das wertvolle Gut nach Hause schleppt. Der Träger wird zwar deutlich langsamer, darf die umstrittene Kostbarkeit jedoch auch einem Kumpel zuwerfen oder sogar mit letzter Kraft ins nahe Ziel katapultieren. Das ist bisweilen zwar ziemlich chaotisch, Spaß macht es aber trotzdem.

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Das Deckungssystem ist immer noch eines der wichtigsten Features.
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Um euch den Mehrspielermodus auch über längere Zeit (Stichwort Langzeitmotivation) schmackhaft zu machen, bietet man ein kleines Upgrade-System. Sammelt ihr also genügend Geldbelohnungen ein, erhaltet ihr Zugriff auf neue Ausrüstungsgegenstände bzw. Skill-Upgrades, die etwa eure Zielgenauigkeit erhöhen, euch mehr Munitionsvorrat verschaffen oder auch einen besseren Rüstungsschutz verpassen. Einen noch nicht optimalen Eindruck hinterlässt die schwankende Balance, zu häufig wird man etwa am Spawnpunkt von wartenden Feinden abgepasst. Das eröffnet gewissen Spielverderbern natürlich Tür und Tor.

Nathan Drake mit Multiplayer-Modus? Das könnte spannend werden!Ausblick lesen

Der Netzwerkcode machte dagegen in allen Matches einen sehr stabilen Eindruck, verbesserungswürdig ist allenfalls die Online-Lobby, die noch nicht durch perfekte Übersichtlichkeit glänzt. Ärgerlich ist zudem immer noch, dass viele PS3-Gamer ohne Headset antreten, was das taktische Zusammenspiel doch arg einschränkt bzw. behindert. Doch dafür können natürlich die Entwickler nichts.