Zum Glück profitiert „Uncharted“ nach wie vor von seinen großartigen Charakteren. Allein einen Charakter in der heutigen Spielelandschaft zu finden, der ähnlich charismatisch und charmant ist, wie Nathan Drake, käme einer Sisyphosaufgabe gleich. Im Zusammenspiel mit den lieb gewonnenen Begleitern (Sully und Elena), entstehen immer wieder , spritzige, humorvolle, nicht selten auch sehr emotionale Dialoge, die vor Leben und Charisma nur so sprühen.
Eine Cutscene jagt die nächste. Leider im ersten Spieldrittel zu häufig für unseren Geschmack.Störend wirkt da nur, dass „Uncharted 2“ uns das Gamepad für unseren Geschmack etwas zu häufig aus der Hand nimmt. Vor allem das erste Spieldrittel ist geradezu überladen mit Zwischensequenzen, die zwar der Atmosphäre zuträglich sein mögen, aber immer wieder aus dem eigentlichen Spiel rausreißen. Da dürfen wir dann nach vier Minuten Geplänkel endlich wieder drei Schritte laufen – nur um gleich in die nächste CutScene zu schlittern.
Wer will schon gestört werden, wenn er im optisch wohl prächtigsten Spiel der aktuellen Konsolengeneration von einer fulminanten Actionsequenz in die nächste gejagt wird. BÄM – hier ein Helikopterangriff – WUMMS – da ein wilder Ritt auf einem fahrenden Zug – BOOM – dort eine adrenalinpeitschende Kletterpartie über steilste Anhänge – POW – dann wieder ein Kampf gegen einen drei Meter hohen Yeti.
Ganz ehrlich: Die „APM“ (Awesomness per Minute) in „Uncharted 2“ lässt sich kaum beschreiben, geschweige denn in Worte fassen. Ein Spiel, das vor WTF-Momenten geradezu überquillt, bekommt man eben nicht aller Tage serviert – und hier sind es nicht mal Übertreibungen, die zu derartigen Aussagen hinreißen, sondern ein Spielwitz und Ideenreichtum, der sich gewaschen hat.
Die "Awesomness per Minute" liegt in Uncharted 2 liegt nicht mehr im messbaren Bereich.Übrigens sollte man beim Spielen unbedingt vermeiden, nach Neuerungen zu suchen, die man in einer Fortsetzung eigentlich erwarten könnte. Es gibt sie schlicht nicht - wenn man von kleinen Ausnahmen absieht. An bestimmten Stellen gibt es jetzt Punkte, die uns zur Interaktion mit den Partnern zwingen. Per Knopfdruck bildet Nate dann eine Räuberleite. Das Nahkampfsystem wurde überarbeitet und funktioniert nun sehr viel eingängiger. Damit erschöpfen sich jene Änderungen, die nicht rein kosmetischer Natur wären.
Dafür gibt’s nun aber endlich einen Multiplayer-Modus – und was für einen. Toll spielbare Schlachten im CTF-, Deathmatch-, King of the Hill- oder Survival-Modus sind ebenso möglich wie das Spiel einiger Missionen im Koop. Für gewonnene Schlachten gibt es übrigens – ähnlich wie in Modern Warfare 2 – Perks zu gewinnen, mit denen neue Waffen freigeschaltet werden.
von Sony Computer Entertainment Europe, Naughty DogGenre: Action, Action Adventure, Third PersonPS3: 16.10.2009Freigegeben ab 16 Jahren
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