Euro 2004 (PC-Review)
(von Michael Dötz)

Alle Jahre wieder veröffentlicht Electronic Arts neben dem »Fifa«-Teil des jeweiligen Jahres auch ein EM- oder WM-Spiel. So auch dieses Jahr. Mit »Euro 2004« will man nun den Versuch unternehmen die Fußballfans vor den PC zu karren, anstatt vor den Fernseher.

Ob die EM Krone aufzusetzen wirklich Spielspass bedeutet, erfahrt ihr im folgenden Review.

Letzte Männerdomäne gefallen
Electronic Arts dachte sich wohl, dass auch die letzte Männerdomäne fallen muss, nämlich die des Kommentatorenpostens bei 'Fifa'.

So weit so gut, solange die Kommentare zum Spiel passen, wird sich Otto Normalverbraucher sagen. Doch leider passen die Anmerkungen von Monica Lierhaus nie so richtig zum Spiel. Beispielsweise wenn ein Tor gefallen ist. Dann hören wir erst kurz nach dem erneuten Anstoß einen Toooor Schrei von Frau Lierhaus.

An ihrer Seite kommentiert Steffen Simon das Spiel. Bei ihm passen die Kommentare zwar zum Spielverlauf, doch wirkliche Fußballstimmung will da einfach nicht aufkommen. Das mag aber auch an der langweiligen Stadionatmosphäre liegen. Die deutschen Fans können lediglich »Es gibt nur einen Rudi Völler« ins Rondell brüllen und auch bei den anderen Nationen sieht es nicht besser aus. Ein bischen mehr Abwechslung wäre bei den Fanchören wirklich angebracht gewesen, denn schließlich handelt es sich hier um ein Vollpreis-Spiel. Vor jedem Match werden auch die Nationalhymnen gespielt und die Mannschaft versammelt sich zum Gruppenfoto, hier wurde das Spiel

UEFA Euro 2004 - Fußballaction mit neuem Moralsystem. Geht die Rechnung auf?

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erfreulicherweise etwas realitätsnaher gestaltet.

Optisch alles beim Alten
Optisch gibt es im Vergleich zu »Fifa 2004« eigentlich keine Veränderungen. Die Spieler sind zwar schön anzuschauen, doch sie haben nach wie vor lediglich einen Gesichtsausdruck, der sich niemals ändert. Lobenswert ist jedoch, dass die Linienrichter immer schön mit dem Ball mitlaufen und auch das Anzeigen der Abseitsstellung animiert wurde. Das Publikum ist nach wie vor nicht gerade ein Hingucker, denn das Outfit der Fans wiederholt sich permanent und originelle Transparente der Fans sucht man vergeblich.

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Auch die hinter dem Tor aufgestellten Fotografen sind festgezürnte Zinksoldaten, die nicht einmal wissen, wie sie ihre Kamera bedienen (sollten). Somit bleibt ein Blitzlichtgewitter nach einem Tor leider aus. Bei den Stadien hat EA's Grafikabteilung ebenfalls gemurkst. In einem der portugiesischen EM Stadien hat man leider eine ganze Tribüne vergessen. In der ersten Halbzeit könnt ihr dann auf einen Felsen spielen, in der zweiten Halbzeit habt ihr den Ausblick auf eine Stadt.

Sind wir PC- oder Konsolenspieler?
Leider sind die Menüs vor allem über Tastatur zu steuern. Zwar gibt es die Möglichkeit auch mit der Maus die jeweiligen Menüpunkte anzuwählen,

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doch diese Variante ist so träge, dass man sie eigentlich getrost vergessen kann. An der Steuerung wurde im Vergleich zu »Fifa 2004« nichts verändert. Das Off-the-Ball System findet auch in diesem Teil seine Anwendung, ist aber für Anfänger recht schwer zu handhaben.

Ansonsten könnt ihr natürlich weiterhin wählen, ob ihr lieber mit der Tastatur oder mit einem Joypad steuert. Die Tastenbelegungen entsprechen denen, die ihr bereits aus »Fifa 2004« her kennt.

Diesmal ist es von Anfang an möglich die Controller selbst zu definieren, in der letzten Version wurde dies erst durch einen Patch ermöglicht.

Doch nun zu den spielerischen Neuerungen. Tore können nun auch per Flugkopfball oder Fallrückzieher erzielt werden. Außerdem wurden einige neue Animationen bei Fehlversuchen hinzugefügt. Das ändert jedoch nichts daran, dass das ganze Spiel zu statisch angelegt ist. An die Dynamik eines »Pro Evolution Soccer« kommt auch dieser Titel aus dem Hause EA nicht heran. Man weiß einfach immer schon vorher, ob ein Ball ins Tor geht oder nicht und es gibt auch bestimmte Schüsse, die immer drin sind. Auch bei den Freistößen gibt es bestimmte Stellen, wo der Ball auf jeden Fall im Netz versenkt werden kann.Die Modi
Bei den Spielmodi hat man den Eindruck, dass hier das umgesetzt wurde, was bei »Fifa 2004« fehlte. Es gibt beispielsweise einen Szeneneditor, bei dem ihr euch eure eigene dramatische Schlussszene zusammenbasteln könnt. Zum Beispiel, dass es im Spiel Deutschland gegen Frankreich 1:2 steht, noch fünf Minuten zu spielen sind und Frankreich bereits zwei Platzverweise erhalten hat.

Außerdem könnt ihr auch noch das Wetter einstellen. Bei Regen ist es natürlich für den Torwart erheblich schwieriger, den Ball festzuhalten, da die Ballgeschwindigkeit unberechenbar wird. Hier wurde ganze Arbeit geleistet.

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Ansonsten gibt es auch die mehr oder wenig zum Standard gehörenden Modi wie Freundschaftsspiel, Training und Elfmeterschießen. Der Hauptmodus ist jedoch die EM 2004, hier könnt ihr eure Lieblingsmannschaft auswählen und anschließend die EM Qualifikation bestreiten.

Zwischen den Qualifikations-begegnungen finden auch immer Freundschaftsspiele statt. Bevor ihr ein Spiel beginnt, erhaltet ihr immer Informationen über die Moral eurer Truppe.

Einen Bildschirm weiter erfahrt ihr dann Details über die Aufstellung eures Gegners, damit ihr gegebenenfalls die eurige verändern könnt. Leider ist der Schiedsrichter nach wie vor blind wie ein Huhn.

Die Blutgrätsche, »Von hinten in die Beine«, wird meistens nicht einmal mit der gelben Karte geahndet und somit sind die Klopper im Internetspiel gegenüber den Dribbelkönigen etwas im Vorteil. gegebenenfalls die eurige verändern könnt. Leider ist der Schiedsrichter nach wie vor blind wie ein Huhn.

Die Blutgrätsche, »Von hinten in die Beine«, wird meistens nicht einmal mit der gelben Karte geahndet und somit sind die Klopper im Internetspiel gegenüber den Dribbelkönigen etwas im Vorteil. gegebenenfalls die eurige verändern könnt. Leider ist der Schiedsrichter nach wie vor blind wie ein Huhn.

Die Blutgrätsche, »Von hinten in die Beine«, wird meistens nicht einmal mit der gelben Karte geahndet und somit sind die Klopper im Internetspiel gegenüber den Dribbelkönigen etwas im Vorteil.