Erst kürzlich erwarb der französische Medienkonzern Vivendi rund 6,6 Prozent Anteile an Ubisoft. Und so wie es aussieht, nicht mit guten Absichten, denn wie mehrere E-Mails von Ubisoft darlegen, zeigt sich Ubisofts CEO Yves Guillemot mehr als besorgt. Eine feindliche Übernahme wolle man aber mit allen Mitteln abwenden.

Ubisoft - Ubisofts CEO Yves Guillemot will eine feindliche Übernahme mit allen Mitteln verhindern

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Ubisofts CEO Yves Guillemot wird einen eventuellen Übernahmeversuch anfechten
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In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass sich der französische Medienkonzern Vivendi 6,6 Prozent Anteile an Ubisoft im Wert von 140,3 Millionen Euro und 6,2 Prozent Anteile an Gameloft [gegründet von Ubisoft Mitbegründer Michael Guillemot] im Wert von 19,7 Millionen Euro erworben hatte.

Erst 2012 hatte sich Activision Blizzard für 6,2 Milliarden Dollar von Vivendi losgekauft. Plant der Medienkonzern nun die Übernahme von Ubisoft und Gameloft? Gamesindustry ist an E-Mails gekommen, die von Ubisofts CEO Yves Guillemot stammen und in denen er die Ängste der Belegschaft vor einer feindlichen Übernahme anspricht. Es sei bekannt, dass Vivendi und Aufsichtsratschef Vincent Bolloré als skrupellos und aggressiv gelten, wenn es um Übernahmen gehe. Bolloré gelte als sogenannte "Heuschrecke" und sei "der am meisten gefürchtete Investor Frankreichs". Den Erwerb Vivendis bezeichnete Guillemot als "unerwünscht und unwillkommen."

Verständlich, dass nun Verunsicherung bei Ubisoft herrscht. "Unsere Absicht ist und war es schon immer, unabhängig zu bleiben", so Guillemot. "Ein Wert, der es uns in dreißig Jahren erlaubt hat, zu innovieren, Risiken einzugehen und beliebte Franchises für die Spieler auf der ganzen Welt zu kreieren. Und sie hat uns dabei geholfen, das Unternehmen zu dem Marktführer zu formen, das es heute ist. Wir werden für unsere Unabhängigkeit kämpfen. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Situation - noch zukünftige Aktionen von von Vivendi oder anderen - uns von unseren Zielen ablenkt. Unsere beste Verteidigung ist es, uns weiterhin darauf zu konzentrieren, was wir am besten können - die originellsten und einprägsamsten Spiele-Erlebnisse zu liefern."

Die Angst, die auch Guillemot teilt, sei es, dass Ubisoft in die Hände eines Konzerns fällt und von einem Vorstand geführt wird, der nicht versteht, was es braucht, um in dieser Industrie zu bestehen und Erfolge zu feiern. Demnach fürchtet er, dass Ubisoft mehr denn je zu einer reinen Fließband-Produktion verkommen könnte, die immer und immer wieder jedes Jahr dieselben Spiele abliefern muss. Mal abgesehen von den jährlichen Assassin's Creed-Titeln und Far Cry-Ablegern und Just Dance-Samplern und all den anderen Reihen, die nach und nach heruntergewirtschaftet wurden [Brothers in Arms, Driver, Prince of Persia], bis sie keinen Erfolg mehr hatten, trifft das durchaus zu.