Ubisoft gerät in Erklärungsnöte. Bereits am Mittwoch kam es in San Francisco zu Protestmärschen gegen die Firmenpolitik des Spielepublishers. Eine Friedensgruppe demonstrierte vor den Büros des Unternehmens.

Ziel des Marsches war, Ubisoft dazu zu bewegen, die Arbeiten an der Reihe America's Army für die Konsolen einzustellen. Die Spiele werden im Auftrag der U.S. Army entwickelt und stehen im Verdacht, zu Rekrutierungszwecken eingesetzt zu werden.

Die Veranstalter der Demonstration berufen sich auf Protokolle der U.N., die das Rekrutieren von Minderjährigen für die Armee verbietet. Jetzt bezieht auch Ubisoft Stellung und erklärt gegenüber den Kollegen von MTV:

"[..] Ubisoft arbeitete gemeinsam mit der U.S. Army daran, die Reihe um America's Army für Xbox und Xbox 360 zu entwickeln, um Spielern ein fesselndes Erlebnis zu liefern. Wie bereits mit der Organisation 'Direct Action to Stop the War' (DASW) diskutiert, werden unsere Spiele entworfen, um eine Vielzahl von unterschiedlichen Interessen gerecht zu werden und nicht, um eine politische Sichtweise zu unterstützen oder zum Ausdruck zu bringen. Wir respektieren die Sichtweise der DASW und hoffen, man erkennt und respektiert auch unsere."

Ein Mitglied der Friedensgruppe unterstrich, dass man nicht generell gegen Kriegsspiele sei. Es bestehe jedoch ein großer Unterschied zwischen Spielen wie Call of Duty 4: Modern Warfare und America's Army. Letzteres trage das Siegel der U.S. Army und zeichne ein quasirealistisches Bild vom Krieg. Außerdem sei es mit Steuergeldern finanziert worden.

Die Demonstration löste sich nach gut anderthalb Stunden wieder auf und verlief insgesamt erwartungsgemäß friedlich. Die Diskussion um die Sache jedoch ist gerade erst entbrannt.