Es ist geschafft! Ubisoft hat die feindliche Übernahme durch den Medienkonzern Vivendi abgewendet. Die Freiheit hat aber ihren Preis - den sich Vivendi einiges kosten lässt.

Ubisofts CEO Yves Guillemot kämpfte jahrelang gegen Vivendi an

Vor über drei Jahren wurde erstmals bekannt, dass Corporate Raider Vincent Bollorés Medienkonzern Vivendi eine feindliche Übernahme von Ubisoft plant. Im Laufe der Jahre wurden insgesamt 27,3 Prozent Anteile am französischen Publisher und Spieleentwickler erworben, die sich Vivendi rund 794 Millionen Euro hat kosten lassen. Ubisofts Führungsriege rund um CEO Yves Guillemot stemmte sich mit Kampagnen (We are Ubisoft) und dem Aufkauf eigener Firmenanteile dagegen. Zuletzt ließ Vivendi im November vergangenen Jahres wissen, dass eine Übernahme Ubisofts zumindest in den nächsten sechs Monaten ausgeschlossen sei.

Strategische Partnerschaft mit Pensionfonds und Tencent

Nun ließ Guillemot gestern aus Paris mitteilen, dass die Übernahme verhindert werden konnte. "Die Entwicklung unserer Aktienanteile ist eine großartige Nachricht für Ubisoft", so Guillemot. "Sie wurde durch die außerordentliche Umsetzung unserer Strategie und der entscheidenden Unterstützung der Ubisoft-Akteure, Spieler und Anteilseigner ermöglicht. Dafür möchte ich allen danken."

Der Plan sieht es nun vor, mit dem Ontario-Teachers'-Pensionsfonds sowie dem chinesischen Internet- und Medienunternehmen Tencent eine strategische Partnerschaft einzugehen. Der Pensionsfonds wird dabei 3,4 Prozent an Ubisoft für rund 250 Millionen Euro erwerben, während Tencent fünf Prozent Unternehmensanteile erhält. Ubisoft selbst will 8,1 Prozent von Vivendis Anteilen direkt abkaufen, während weitere 2,7 Prozent von der Holdinggesellschaft Guillemot Brothers SE erworben werden. Die restlichen Anteile werden zu je 66 Euro das Stück über ein beschleunigtes Platzierungsverfahren veräußert. Für Vivendi wird das ein lukratives Geschäft. Am Ende wird der Medienkonzern über 2,45 Milliarden Euro erwirtschaften - mehr als doppelt so viel, wie der Konzern ursprünglich für die Anteile gezahlt hat.

Des Weiteren sieht die Partnerschaft mit Tencent vor, Ubisofts Stellung in China zu stärken. Für Ubisoft könnte es sich über kurz oder lang auszahlen, ist Tencent doch der exklusive Distributor von PUBG und besitzt neben knapp 50 Prozent an Epic Games die Mehrheit an Supercell und Riot Games nach einem Aufkauf in 2016 sogar ganz. "Die Investition neuer Langzeit-Aktionäre in Ubisoft zeigt ihr Vertrauen in unser Wertschöpfungspotenzial, während der Rückkauf der Aktien allen Anteilseignern zugute kommen wird", so Guillemot weiter. Damit dürfte eine jahrelange Odyssee für Ubisoft zu Ende gehen. Vielleicht wirkt sich das nun auch positiv auf die weitere Spieleentwicklung aus?