Mit weltweit über 2,5 Millionen verkauften Einheiten des Rollenspiels Two Worlds II gelang den Machern nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, auch viele Kritiker zeigten sich von dem Werk begeistert - oder waren zumindest angesichts einiger Enttäuschungen wie Arcania: Gothic 4 sehr milde gestimmt.

Two Worlds 2: Pirates of the Flying Fortress - Ingame Trailer

Nun soll das Ende September erscheinende Add-on Pirates of the Flying Fortress das einmal entfachte Interesse am Lodern halten. Wir wohnten auf der Gamescom einer Privataudienz bei.

Kritik zu Herzen genommen

Eine edle Umgebung wie diese findet man in den Kölner Messehallen selbst im Businesscenter nur selten: Schwere Ledersessel, inklusive Getränkehalter, ein Bild- und Soundsystem, das wohl nur mit brillant zu beschreiben ist - Spielerherz, was willst du mehr? Ein cooles Game wäre schon mal ein guter Anfang! Und das scheint Entwickler Reality Pump - vertraut man den ersten Eindrücken - durchaus in der Mache zu haben.

Die zahlreichen Fans des Hauptspiels, das übrigens als Grundlage für die Erweiterung benötigt wird, erwarten aber nicht nur viele neue Abenteuer. Die kritische Community hat immer wieder den Finger in einige offene Wunden gelegt und zumindest eine Reihe früherer Probleme und Fehler sollen laut der emsigen PR-Mitarbeiter ausgemerzt werden.

Two Worlds 2: Pirates of the Flying Fortress - Hohoho - und ne Buddel voll Neuerungen

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Gleich gibt‘s Haue - fragt sich nur, für wen…
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Einer der Kritikpunkte betraf beispielsweise den zu unauffälligen Lebensbalken. Nähert sich der Lebenssaft jetzt dem Ende, erscheint eine blutrote Warnung, die unmissverständlich auf das bevorstehende virtuelle Ableben hinweist. Außerdem lässt sich nun die Anzeige von Hitpoints an- und abschalten, wurde die Darstellung der Gesichter deutlich verbessert und überhaupt viel mehr Wert auf Details gelegt.

Lauft ihr etwa durch den Sand an der Küste, bleiben die Fußspuren sichtbar erhalten. Um die vielen Zwischensequenzen noch dramatischer gestalten zu können, dürft ihr euch zukünftig nicht mehr in den Cutscenes bewegen, da dafür feste Kameraperspektiven vorgeschrieben sind.

Doch wenn diese Einschränkung im Zeichen der erzählerischen Spannung geschieht, ist das für Rollenspieler sicherlich verschmerzbar, zumal ihr in der Lage sein werdet, eure lieb gewonnen Recken in Pirates of the Flying Fortress zu importieren. Damit ihr in der freibeuterischen Umgebung konkurrenzfähig seid, sollte der Charakter einen "Level zwischen 30 und 40" aufweisen. Wer keine früheren Spielstände mehr findet, frisch beginnen will oder noch kein Alter Ego mit der erforderlichen Stufe besitzt, greift zu drei vorgefertigten Spielfiguren. Es wird jedoch nicht möglich sein, zwischen Hauptspiel und Add-on zu wechseln, die räumlich komplett voneinander getrennt sind.

Two Worlds 2: Pirates of the Flying Fortress - Hohoho - und ne Buddel voll Neuerungen

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Die Segel-Steuerung wurde deutlich vereinfacht.
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Das wird wohl aber auch nicht nötig sein, schließlich bietet das Sequel eine Spielzeit, die bei 12-14 Stunden liegen soll. Der nichtlineare Plot mit drei unterschiedlichen Enden verfrachtet euch in eine recht missliche Lage - nämlich auf ein verruchtes Piratenschiff, dessen Besatzung euch zu Beginn nicht wohlgesonnen ist. Doch wie es sich für ein RPG gehört, habt ihr natürlich die Chance, mit einer Reihe von Gefälligkeiten ihre Gunst zu erobern und in der Rangordnung der Piratengilde aufzusteigen.

Dafür müsst ihr aber einiges an Mut und Einfallsreichtum beweisen, so lauern in den Weiten der Inselwelten zahlreiche neue Feinde und mächtige Bossgegner, die euch ihre Schätze nicht kampflos überlassen. Um die vielen abgelegenen Orte zu erreichen, bereist ihr die Archipele Antaloors mit einem Segelboot, für das es jetzt übrigens eine alternative Autosail-Funktion für diejenigen gibt, die sich mit der "freien" Bootssteuerung des Hauptspiels nicht anfreunden konnten. Aber wichtiger noch: Die Gefechte sollen nun taktischer und anspruchsvoller sein.

Fans des Hauptspiels können sich auf zahlreiche Neuerungen, Fehlerkorrekturen und eine spannende Piratengeschichte freuen.Ausblick lesen

Wir erleben zum Beispiel den Kampf gegen einen mächtigen Golem, der nach seiner Erweckung durch unser Harfenspiel (Minispiel, das entfernt an Guitar Hero erinnert) allen Attacken gegenüber immun ist - solange ein gewisser Hebel nicht betätigt wurde. Erst dann - und nur für einen kurzen Zeitraum - erleidet das Unwesen Verletzungen. Mit solchen Mechaniken will man die vorhersehbare Linearität vieler Scharmützel aus Two Worlds II verbannen.

Außerdem zieht ihr noch besser gerüstet in die Kämpfe gegen altbekannte Feinde oder auch die neue Rasse der Olorums, Voodoo-Zombies und Wisps und zückt eine reiche Palette von über 60 frischen Waffen (u.a. Morgenstern, Piratensäbel), wie etwa die neuen Armbrüste (richten mehr Schaden an als Bögen, das Nachladen dauert aber länger) und rüstet als i-Tüpfelchen eure Pferde nun mit wirkungsbezogenen Rüstungsteilen aus.

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Auch die neuen Boss-Gegner werden ihre wertvollen Schätze nicht kampflos abgeben.
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Zudem verspricht das PR-Team "bahnbrechende Änderungen im Magie- und Alchemiesystem" (also permanente Zaubersprüche und Tränke) sowie dynamische Wettereffekte (Sturm und Regen), wovon wir aber noch nicht so viel gesehen haben. Allerdings müsst ihr jetzt mit aggressiveren Pflanzen rechnen. So attackierte uns eine Art Baum, den ich mit Doppelschwertern jedoch locker zu Kleinholz verarbeitete.

An Neuerungen mangelt es Pirates of the Flying Fortress wahrlich nicht, neben den bereits genannten Features enthält die Erweiterung zudem zahlreiche Nebenquests, vier neue Multiplayer-Karten für den Adventuremodus, neue Icon-Größen für das Menü, komplette Synchronisation mit bekannten deutschen Sprechern, atmosphärisches Dungeondesign, etliche Kerker, die nicht mit Quests in Verbindung stehen und spezielle Gegenstände verbergen, oder auch Schatzsuche. Arbeiten müssen die Entwickler indes an einigen Animationen, die noch nicht hundertprozentig gelungen sind.