Turok gehört dem Genre der Ego-Shooter an. Das ist soweit auch korrekt, denn ihr dürft mit jeder Menge Knarren durch die Gegend rennen und ballern, wie es euch beliebt. Aber eigentlich könnte man für dieses Spiel ein ganz neues Unter-Genre erfinden - nämlich das der Ego-Knifer. Warum das so ist und weshalb dieses Spiel mit großem Namen so sehr enttäuscht, haben wir im Kampf gegen jede Menge Fleischfresser für euch herausgefunden.

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Mach Fressi, Fressi!

Dinos fressen Fleisch, du bist Fleisch, also renn weg! - Mit dieser Plattitüde füllen die Entwickler von Turok unter anderem die Ladebildschirme und sind dabei geradezu richtungsweisend. Schließlich trefft ihr in der Rolle des Soldaten Turok bei diesem storymäßig tierisch (hahaha) schlecht zusammengeschusterten Machwerk ständig auf irgendwelche Echsen, die euch an die Rothaut (...) wollen. Klingt euch das zu klischeehaft? Das soll es auch, denn Turok trieft vor Klischees und vor Blut, doch auf Letzteres kommen wir später noch zu sprechen.

Turok - Da kriegt man ja Dschungelfieber: Dieser Shooter schickt euch in die grüne Spielspaß-Hölle.

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Da bekommt "Feuer frei" eine ganz neue Bedeutung!
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Über die Story, bei der ihr auf der Jagd nach eurem ehemaligen Ausbilder seid, der mittlerweile die Fronten gewechselt hat, wollen wir abgesehen von diesem Satz auch gar keine Worte mehr verlieren. Jedenfalls strandet ihr auf einem Planeten, der sich mitten in einem Terraforming-Prozess befindet und jede Menge fleischfressende Dinos und böse Söldner beherbergt. Das könnte sogar ziemlich spannend sein, wenn Turok nicht absolut ohne Esprit daherkommen würde...

Keine Höhepunkte, kein Spaß

Klar, es gibt kleine Saurier und es gibt große, sogar ein T-Rex wird uns spendiert. Und der macht sogar einen formidablen Gegner her, den man nicht mir-nix-dir-nix aus dem Panzer ballert. Doch leider ist Turok davon abgesehen sehr, sehr arm an Höhepunkten. Der Dschungel ist ganz nett anzusehen, ja. Aber das haben wir bei anderen Spielen wie z.B. Halo 3 schon deutlich besser gesehen.

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Die Knarre könnt ihr eigentlich auch weglegen und gleich das Messer zücken.
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Außerdem sieht man sich schon nach wenigen Minuten satt an dem üppigen Grün, weil alles so verdammt linear und vorhersehbar aufgebaut ist. Nie kann man wirklich dem schlauchartigen Design entkommen, sogar ein Blinder würde den Weg finden. Aber wer wird sich denn an solchen Äußerlichkeiten aufhalten, schließlich zählt allein die Wahrheit "uffm Platz", nicht wahr? Genau! Und genau da versagt das Spiel und langweilt mit endloser Wiederholung derselben Abläufe, sodass man schon nach kurzer Zeit das Gefühl hat, bereits alles gesehen zu haben.

Im sich ständig gleichenden Urwald attackieren euch alle paar Meter Raptoren oder andere angriffslustige Viecher, denen ihr mit einer der vielen Wummen des Spiels zu Leibe rückt. Allerdings erweist sich das ziemlich schnell als ziemlich ineffektiv. Das liegt zum einen daran, dass das Aiming viel zu unpräzise ist - da lässt sich auch in den Optionen nix mit retten. Ihr eiert also mehr mit dem Fadenkreuz über den Bildschirm, statt die Dinos im Visier zu haben.

Messerstecher-Paradies

Doch dem nicht genug. Denn selbst wenn ihr die Viecher trefft und sie nicht vor euren Augen hin und her springen oder euch ständig zu Boden werfen, was schon nach kurzer Zeit sehr an der Nervensubstanz zehrt, ist das noch lange keine Garantie für ihr vorzeitiges Ableben.

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Das Messer ist im Kampf gegen die Biester deutlich effektiver.
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Dummerweise kann man nämlich sowohl in die Dinos als auch die an die Helghast (Killzone) erinnernden Söldner-Bösewichte locker mehr als ein Magazin verpulvern, bevor sie in den urzeitlichen Staub sinken. Dabei muss man sich um die Munition gar keine Gedanken machen, überall liegt Nachschub rum, selbst im Dschungel findet ihr überall einige frische Magazine. Daher ist es viel, viel effektiver, einfach das Messer zu verwenden und den Feinden mit einem einzigen Hieb den Garaus und so aus dem Shooter einen "Knifer" zu machen.

Dabei kommt euch das unselige Skripting des Spiels entgegen, das euch in solchen Situationen beispielsweise mit den derzeit beliebten Quick-Events konfrontiert. Sobald sich Söldner oder Saurier in eure unmittelbare Nähe begeben, wird angezeigt, mit welcher Taste ihr die Attacke auslöst.

Seid ihr schnell genug, geschieht der Rest meist ohne euer weiteres Zutun, nur gelegentlich rüttelt ihr noch ein wenig an einem Button. Hierfür gibt es nur eine Handvoll unterschiedlicher Animationen, sodass man ständig dieselben Moves zu Gesicht bekommt. Bei kleineren Dinos brecht ihr diese etwa übers Knie oder schlitzt ihnen die Kehle auf - anderen treibt ihr den Stahl ins mickrige Kleinhirn oder weidet sie aus.

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So einfach bekommt man den T-Rex sicherlich nicht umgeballert.
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Stichwort Blut: Das fließt in diesen Szenen reichlich und ergießt sich dabei in Strömen, ist aber nicht einmal für einen kleinen Schockeffekt gut, da sich die übertriebenen Blutfontänen einfach zu schnell abnutzen. Genauso wenig wie es an Blut mangelt kann man sich über den Nachschub an Feinden beklagen. Diese werden euch zunächst in Häppchenform serviert, bald rotten sich eure Widersacher jedoch zu großen Ansammlungen zusammen, die dazu noch per Hubschrauber aufgefüllt werden, sobald man die erste Welle ausschaltet. Wie vorhersehbar!

Einer der monotonsten und uninspiriertesten Shooter der vergangenen Monate.Fazit lesen

Daran ändert sich im gesamten Verlauf der ca. zehn Stunden Spielzeit praktisch nichts: Mal rennt ihr alleine oder in Begleitung von relativ tumben KI-Kameraden durch monotone Dschungelabschnitte, sehr triste Höhlensysteme oder Bunkertrakte, die sich voneinander kaum einmal unterscheiden. Alles wirkt austauschbar, öde und sehr repetitiv. Mit einem Wort: Langweilig!