Die Gewässer sind tiefblau und die karibische Sonne brennt heiß vom Himmel. Die Tabakpflanzen wachsen und gedeihen, die Rumdestillationsanlage rattert gemütlich vor sich hin und ein Flieger nach dem anderen landet auf unserem Eiland. Was bleibt uns da noch groß zu sagen, außer: Viva El Presidente und willkommen in der Preview-Version von Tropico 3!

Tropico 3 - GC 2009 TrailerEin weiteres Video

Nach acht Jahren Inselabstinenz finden wir uns nach einem kurzen Flug durch grüne Schluchten und über weiße Strände im Hauptmenü wieder und starten sofort voller Vorfreude die erste Kampagnen-Mission.

Tropico 3 - Viva El Presidente!

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Willkommen auf der Insel! Seht, staunt und arbeitet.
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Nach ein paar einleitenden Worten von unserem Assistenten werden wir auf unsere Insel losgelassen und fangen erst einmal an zu staunen: Die Palmen wiegen sich im Wind, die Tropicaner sind mindestens so lebendig wie die Sims und die Häuser sind mit so unendlichen vielen und liebevollen Details versehen, dass wir für die ersten paar Minuten das Spielen vergessen und nur mit offenen Mündern die Insel bewundern.

Doch wer staunt, kann nicht regieren und schon hören wir die ersten Klagen und Aufständische machen sich auf den Straßen breit. Um der Situation wieder Herr zu werden, verschaffen wir uns einen Überblick über unsere Insel und unsere bereits stehenden Gebäude. Palast: check. Bauarbeiter: sind da. Lastwagenfahrerunterkunft: vorhanden. Farmen: auch da. Industriedock: steht und arbeitet. Ja, das sieht doch alles ganz gut aus. Wozu braucht man denn dann noch El Presidente? Ganz einfach: für nahezu alles!

Fidel lebt - und sieht gut aus!

Anders als noch im ersten Tropico kommen auf unseren Inselregenten nun deutlich mehr Aufgaben zu, mit gemütlichem Regieren aus dem Palast heraus ist es erstmal Essig. Denn wenn das Volk ruft, muss El Presidente zuhören und reagieren, sonst war’s das mit der Regentschaft noch bevor unser Ledersessel Knautschfalten bekommen kann. So müssen, bzw. können wir zum Beispiel vor einer Wahl eine Rede zusammenstellen, in der wir besondere Parteien loben, Versprechungen abgeben und neue Ziele setzten. Das kann uns im Wahlkampf die nötigen Stimmen einbringen, doch wehe dem, der seine Versprechungen wie Zigarrenrauch verfliegen lässt.

Tropico 3 - Viva El Presidente!

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Auf der Insel lassen sich Tempel finden, die wir für Touristen erschließen können.
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Doch zurück zum Spielgeschehen. Hier haben wir inzwischen eine relativ stabile Inselwirtschaft geschaffen. Frachter exportieren unsere Papayas und unseren Tabak und schaufeln Unsummen auf unser Konto. Das tropicanische Volk lebt zwar mit 42 % Zufriedenheit nicht unbedingt im Schlaraffenland, doch eine Revolte bahnt sich nicht an. Dank des Ediktes „Baugenehmigung“ fließen 10% der Baukosten auf unser persönliches Schweizer Bankkonto, man muss sich ja schließlich auch um die Rente kümmern. Alles scheint in karibischer Einfachheit still vor sich hin zu plätschern und wir genießen unser kleines Domizil und spekulieren darauf, wo man denn am besten eine Touristenhochburg errichten könnte.

El Presidente befiehlt: Mehr Feedback und mehr Infos, dann klappt's auch mit der Regentschaft.Ausblick lesen

Doch aus heiterem Himmel bricht alles zusammen. Die Farmer schreien nach mehr Geld, die Religiösen wollen eine Kathedrale und unsere Minen arbeiten nicht mehr. Nicht einmal zehn Spielminuten später liegt unsere Insel mit über 50.000 Dollar in der Kreide, eine Rebellenmeute streift durch die Straßen, unsere Soldaten sind ausgewandert und es sterben mehr Leute den Hungertod als Fidel Castro am Tag Zigarren pafft. Ganz so einfach leitet sich eine Bananenrepublik dann wohl doch nicht.

Stress unter Palmen

Nach dem etwas holprigen Einstieg also nichts wie zurück ins Hauptmenü und das Tutorial gestartet, vielleicht werden wir hier schlauer. Doch Pustekuchen, Tropico 3 hat in Sachen Zugänglich- und Einsteigerfreundlichkeit keinen Boden gutgemacht, denn wie schon im ersten Tropico geizt das Spiel nach allen Regeln der Kunst mit Feedback und Hilfestellungen. Alle Informationen werden über schnöde Balken- oder Liniendiagramme angezeigt, die keinen ausreichenden Überblick über unsere Inselsituation verschaffen.

Tropico 3 - Viva El Presidente!

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Informationen gibt's nur in unübersichtlichen Diagrammen.
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So sehen wir uns nach dem Tutorial mit den gleichen Problemen konfrontiert wie zuvor: Was bedeuten die Zeichen über den Gebäuden? Was hält meine Fabriken von der Arbeit ab? Wieso sind meine Tropicaner niemals zufriedener als 50%? Wieso schwanken die Einkünfte im Zehntausenderbereich wie ein Ruderboot bei starkem Wellengang? Fragen über Fragen und so wenig Antworten. Sicherlich, mit der Zeit kommt bei manchen Fragen der Aha-Effekt, aber bis dahin treibt man viele Inseln in den Ruin.

Trotz der immer wiederkehrenden Rückschläge macht Tropico 3 einen Heidenspaß. Das liegt nicht zuletzt an dem gelungenen Humor. Es fängt schon bei der Wahl des Diktators, pardon, des Inselregenten an. Hier sind alle etablierten Größen wie Fidel Castro, Che oder Evita Perón dabei - als Insidergag versteckt sich auch das Teufelshuhn El Pollo Diablo aus Monkey Island 3 unter den wählbaren Charakteren. Doch wenn einem die Kreativität packt, kann man sich seinen eigenen Inselherrscher kreieren, nebst beeinflussende Charaktereigenschaften wie „Blähungen“, „Frauenheld“, „Popstar“ oder schlicht, „hässlich“. Auch der begleitende Radiosender ist für ein paar Lacher gut und sorgt mit Karibikmusik für das richtige Inselfeeling.