„In der Zukunft geht es in Videospielen um Leben und Tod“, stand im Jahre 1982 auf einigen Filmplakaten zu Disneys revolutionärem Sci-Fi-Spektakel Tron. Die Geschichte vom Hacker, der von einer künstlichen Intelligenz in den Rechner transportiert wird und dort an futuristischen Gladiatorenkämpfen teilnehmen muss, war vor allem optisch derartig unkonventionell realisiert, dass es den Stil kommender Genrekollegen nachhaltig prägen sollte.
Cyber-Langeweile ohne jede Abwechslung oder Leidenschaft. Solide Mechaniken werden überschattet von uninspiriertem Design und unendlicher Wiederholung - trotz guten Soundtracks.FazitNatürlich folgten alsbald tatsächlich Spielumsetzungen, bis zum von Kritikern in hohen Tönen gelobten und von Fans bis heute geliebten Tron 2.0 im Jahr 2003, das kommerziell allerdings kein großer Erfolg wurde. Nun wird die Reihe um einen zweiten Film bereichert, Tron: Legacy, der in unseren Kinos ab dem 27. Januar beäugt werden darf. Dieser Streifen, wie sollte es anders sein, wird zeitnah ergänzt durch das zugehörige Spiel „Tron: Evolution“, einen Plattformer-Kampf-Hybriden. Spiele zu Filmen sind ja oftmals, seien wir ehrlich, mies produzierter Schrott von der Stange. Wollen wir doch mal sehen, wie es sich bei einem Videospiel zu einem Film über Videospiele verhält.
Die Geschichte zu durchblicken ist gar nicht so einfach, ohne die Geschichte beider Tron-Filme zu erzählen. Zum neueren der beiden Leinwandabenteuer ist Evolution wie so oft das Prequel, allerdings spielen Charaktere aus dem Tron-Original durchaus eine Rolle. Zu allem Überfluss ist Evolution auch noch die Fortsetzung eines Comics. Mal sehen, ob sich das kompakt vermitteln lässt.
So sah das fantastische Tron 2.0 von Monolith damals aus. Geblieben ist nicht mehr viel davon.Kevin Flynn, Protagonist des ersten Films, ist ein überaus talentierter Programmierer und Hacker, der bei Experimenten mit künstlicher Intelligenz in seinem Computer eine eigene Welt erschaffen hat: das Grid bzw. Raster. Jene Welt wird bevölkert von den Programmen, die Flynn geschrieben hat, sogenannten Basics (die prinzipiell aussehen und agieren wie Menschen). Doch im Grid tauchen plötzlich neue Programme auf, die ISOs, frei denkende Algorithmen, die als Individuen anerkannt werden möchten, allerdings von den Basics mit Argwohn betrachtet werden.
Gerade als die Spannungen auf diplomatischem Wege beigelegt scheinen, taucht ein Virus namens Abraxas auf und verübt ein Attentat. Das ist Grund genug für Clu, das Administrationsprogramm der Basics, einen Bürgerkrieg bzw. eine Massenverfolgung der ISOs einzuleiten. Flynns neues Sicherheitsprogramm, ein anonymer, gesichtsloser Überwacher, muss dem Attentat auf den Grund gehen und stößt dabei auf eine Verschwörung, die er zusammen mit der Soldatin Quorra aufdecken soll.
Wir haben nicht mal im Ansatz alles erzählt, was zur Tron-Welt zu sagen wäre. Dafür gibt es dreierlei Gründe. Erstens: Die Geschichte wäre wesentlich einfacher zu erklären, wenn wir mit normalen Begriffen hantieren könnten. Der Spielercharakter ist zum Beispiel ein „Monitor“, er könnte aber genauso gut „Cyber-Bulle“ sein, da wüsste man wenigstens ungefähr, was man sich vorzustellen hat. „Programme“ sind einfach nur „Leute“ und der Konflikt zwischen Basics und ISOs lässt sich auch schneller verstehen, wenn man die ISOs als diskriminierte Randgruppe versteht, die für Emanzipation kämpft. Die Terminologie sprengt einfach unseren Rahmen.
Irgendwie sieht diese kalte, sterile Optik ja ganz cool aus. Irgendwie...Zum zweiten gibt es viele Elemente der Welt und Handlung, die man gar nicht nachvollziehen kann, wenn man im Tron-Universum nicht bewandert ist. Flynn zum Beispiel kann sich in das Grid hineinversetzen, gleichzeitig gibt es aber auch noch das Programm Clu, das von Flynn erschaffen wurde und genauso aussieht und redet wie sein Schöpfer. Verwirrend. Die Geschichte arbeitet obendrein mit Charakteren, deren Beweggründe man ohne Kenntnis der Filme schlecht nachvollziehen kann. Mit anderen Worten: Will man aus „Tron: Evolution“ das Maximum an Verständnis herausholen, muss man sich ohnehin näher mit der gesamten Reihe beschäftigen.
Und letztendlich wäre da das Problem, dass die Handlung eigentlich keine Rolle spielt. Die Prämisse des Films „Tron: Legacy“ ist Flynns plötzliches Verschwinden, und Evolution erzählt grob, wie es dazu kam. Allerdings ist die narrative Struktur des Spiels alles andere als gelungen. Abgesehen davon, dass Tron-Unkundige sowieso gegen eine Mauer laufen, hangelt man sich während des Zockens von einer kaum erklärten Zwischensequenz zur nächsten, ohne jemals das Gefühl zu haben, dass die Aktionen auf diese Geschichte einen Einfluss hätten. Man könnte tatsächlich alle Cutscenes hintereinander abspielen und hätte nichts verloren - das Ergebnis wäre aber immer noch fragmentarisch und wenig befriedigend.
von Disney Interactive, Propaganda GamesGenre: ActionDS, PC, PS3, PSP, Wii, XBox 360: 20.1.2011Freigegeben ab 12 Jahren
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Hatte gehofft, dass das Spiel zum Film diesmal besser sein würde als wie üblich. :(
Tron 2.0 habe ich auch gerne gespielt. Vier mal durch um genau zu sein ;P
Tja, dann heißt es wieder: Falls man Tron spielen will, dann Tron 2.0. Mein Lieblingsmoment aus dem Spiel: Man muss ein PDA-OS zum Wahnsinn treiben, indem man mit unnötigen Tasks (die man von innen heraus starten muss) die CPU komplett auslastet, damit es einlenkt und freiwillig dem Spieler Zugang zu wichtigen Daten gibt. Dabei kommentiert das OS deine "Arbeit": "Hey! Was machst du da? Ich brauch die Rechenleistung", Ah herrlich, das Aufgabendesign.
VirtualBox mit WinXP
Und wie bekommt man das Tron 2.0 noch auf win7 64bit zum laufen? mir sagt der kasten dann immer geht nicht wegen 64bit. Ich wills auch spielen. Dammich *lach*