Es schließt sich die Beschreibung der Spielmechanismen an - unter kommagenauer Aufzählung der Gegner-, Waffen- und Levelarten. Dabei darf man niemals das immer zutreffende Geunke über umständliche Steuerung und sperrige Kameraführung vergessen, samt überzogener Beschreibung der Folgen dieser (zumeist Zahnabdrücke im Tisch oder hoch beschleunigte Computerperipherie). Die Ausnahme bilden Adventure: Bei denen sehen die Standesregeln Kritik an einerseits unlogischen und andererseits zu simplen Rätseln vor, Demarkationslinie ist allein der IQ des Testers. Erwähnenswert immer auch die dämliche KI, bietet sie doch die Idealvorlage für allegorische Dauerbrenner wie Urschleim oder Dieter Bohlen.
Entweder zu viel oder zu wenig - beim Sex kann man es keinem recht machen. Am Ende steht das launige Resümee. Ich persönlich bevorzuge es, Fakten einem polemischen Rundumschlag gegen die Spieleindustrie und das Leben im Allgemeinen weichen zu lassen. Die verbale Zerstörungswut lässt sich übrigens vortrefflich in beliebige Bildmotive kleiden. Ob Sportanalogie oder Kochrezept, auch durch permanente Wiederholung nutzen sie sich nur wenig ab. Versprochen! Um nun noch den »Sex Sells«-Punkt zu bedienen, setzt man ergänzend die Marcel Reich-Ranicki-Taktik ein. Was bedeutet: Empörung über Sex! Entweder den Mangel oder den Überschuss daran - je nachdem, wann der Tester das letzte Mal gepimpert hat.
Die wichtigste Regel zuletzt: Der eigene Preview-Hype und das endgültige Testergebnis decken sich immer und immer vollständig. Etwas anderes kommt nicht vor. Niemals!
Damit habt ihr das gesamte Rüstzeug, um euch in der Spielebranche zu behaupten. Haltet euch an die Regeln und innerhalb kürzester Zeit schreibt ihr »Reviews«, um die euch die Welt beneidet und vor allem genügend Zeit lassen für das, was ihr ohnehin am liebsten macht: die Spiele zu spielen, die der Chef mal wieder nicht euch, sondern den Kollegen zum Testen gegeben hat.
Ihr glaubt, das könnt ihr auch? Dann bewerbt euch hier.























