Seit gut einem halben Jahr demonstrieren Nintendo und diverse Spieleentwickler die Vielseitigkeit der Wii. Mit Trauma Center: Second Opinion beweisen sie nun, dass sich Wiimote und Nunchuk auch als Operationswerkzeuge eignen. Gefragt sind eine ruhige Hand und ein konzentriertes Vorgehen. Alberne Doktorspielchen oder anspruchsvolle Unterhaltung? Lest selbst, es lohnt sich!

Unter dem Messer
Bereits vor gut einem Jahr erschien das Spiel "Trauma Center: Under the Knife" für Nintendo DS. Auf dem Handheld wurden die Operationen intuitiv per Touchpen durchgeführt. Die gelungene Steuerung, das frische und zugleich interessante Szenario und eine unterhaltsame Story waren das Erfolgskonzept. Nun dürft ihr auch auf der Wii den Arztkittel überstreifen und teils dramatische Operationen durchführen.

Trauma Center: Second Opinion - Verflixt und zugenäht: Selten haben Doktorspiele so viel Spaß gemacht.

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Tja, das wars dann wohl mit dem geplanten Bauchnabelpiercing.
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Als junger Arzt namens Dr. Derek Stiles beginnt für euch der Ernst des Berufslebens. Nach erfolgreicher Beendigung eurer Assistenzzeit arbeitet ihr nun als Chirurg am Hope Klinikum. Zu Beginn stehen euch zwei nette Kolleginnen zur Seite, die euch bei den ersten Operationen hilfreiche Tipps geben und somit den Einstieg erleichtern. Rund um die Operationen, die mit einer Vorbesprechung, der Darlegung des Krankheitsbildes und einer klaren Festlegung der Ziele Missionscharakter haben, erzählt das Spiel eine spannende Story.

Medizin zum Anfassen
Wir befinden uns im Jahr 2018, in dem Krankheiten wie Krebs, AIDS und TFTA aufgrund neuer Behandlungsmethoden so gut wie eliminiert sind. Tumorpatienten werden mit Routine geheilt, sofern ihr euch nicht äußerst ungeschickt anstellt. Zu den Problemfällen zählen dagegen eher Unfallopfer, wie beispielsweise ein verunglückter Truckfahrer, den ihr zu Beginn des Spiels vor dem drohenden Tod bewahren müsst.

Wirklich ernst wird es allerdings, als eine neue und bis dato unheilbare Epidemie ausbricht. Da sich die Ärzteschaft ratlos zeigt, ruht die Hoffnung auf der Organisation "Caduceus International", die sich damit beschäftigt, vermeintlich unheilbare Krankheiten zu erforschen.

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Zwischen den Operationen gibt's kleine Story-Einspieler.
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Neben dem jungen Dr. Stiles trefft ihr im Spiel auch die ambitionierte und äußerst qualifizierte Chirurgin Dr. Nozomi Weaver, die als japanische Austauschärztin am amerikanischen St. Franzis Hospital operiert. Obwohl ihr medizinisches Talent ganz klar im Mittelpunkt steht, wirkt sie äußerst mysteriös.

Durch diese verschiedenen Handlungsstränge wirkt die erzählte Geschichte noch komplexer und spannender. Die Darstellung der Handlung fällt mit comicartigen Standbildern und einfachen Texteinblendungen ein wenig unspektakulär aus. Hier hätten wir uns wenigstens ein paar Animationen und Videosequenzen gewünscht.

Kommt ein Mann beim Arzt…
Steht eine Operation bevor, schaltet das Spiel in eine statische Egoperspektive, in der ihr direkt auf den Patienten blickt. Per Wiimote führt ihr das Operationswerkzeug, das sich schnell und einfach mit dem Analogstick des Nunchuk auswählen lässt.

Nahezu jede Operation beginnt mit dem obligatorischen Skalpellschnitt, der stets durch eine visuelle Hilfslinie vorgegeben und lediglich mit der Wiimote nachgezeichnet werden muss. Positiv fallen die Informationen zum Ablauf einer Operation auf, die das Spiel für euch bereithält. So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, dass das Desinfizieren der Wunden äußerst wichtig ist.

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Brotschneidemaschine gone wild: Da hilft nur noch der Verbandskasten.
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Ist der Korpus des Patienten geöffnet, geht es an den inneren Organismus. Je nach OP erwarten euch hier unterschiedliche Aufgaben. Mal gilt es einen Tumor per Ultraschall zu lokalisieren, ihn auszusaugen und per Skalpell auf dem betroffenen Organ zu entfernen, mal müsst ihr Knochenbrüche richten oder Polypen entfernen. In jedem Fall gilt es allerdings, die Zeit im Auge zu behalten, die zwar recht großzügig bemessen ist, allerdings auch kein Trödeln verzeiht.

Der zweite Aspekt ist der Gesundheitszustand des Patienten, der in Form eines Balkens dargestellt wird. Sobald sich der Zustand verschlechtert, muss der Patient durch Spritzen stabilisiert werden. Dazu wählt ihr beispielsweise per Analogstick die Spritze aus, bewegt den Punktcursor zum Injektionsmittel und lasst die B-Taste gedrückt. Danach führt ihr die gefüllte Spritze zum Patienten und führt die Injektion ebenfalls per gedrückter A-Taste durch.

Insgesamt wirkt die Steuerung sehr durchdacht und intuitiv. Zieht ihr beispielsweise mit dem "Forceps" Splitter aus einer Wunde, bedient ihr das Greifwerkzeug durch gleichzeitiges Drücken der A- und B-Taste. Auf diese Weise ähnelt der Ablauf der Bedienung einer Schere. Ebenfalls interessant ist die Anwendung des Defibrillators, mit dem ihr den Patient durch Stromstöße reanimiert.

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Vor der Schnippelei gibt es ein kurzes Briefing.
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Um das zu bewerkstelligen, führt ihr Wiimote und Nunchuk mit ausgestreckten Armen zum Bildschirm. Danach füllt sich eine Impulsanzeige die ihr mit dem richtigen Timing und durch gleichzeitiges Drücken der B- und Z-Tasten am optimalen Punkt stoppen müsst. Gutes Timing führt zu einem starken Stromstoß, der das Herz des Patienten zum Weiterschlagen animiert.

Strenge Bewertung
Nach Abschluss der Operation folgt eine Bewertung, in der Punkte für gelungene Handlungen, aufgesparte Zeit, akkurate Skalpellbedienung und vieles mehr vergeben werden. Je nach erreichtem Punktestand bekommt ihr dann eine Wertung, die dem amerikanischen Notensystem entspricht. Die Bestnote "A" erreicht ihr dabei allerdings nur mit sehr viel Übung. Selbst im mittleren der drei Schwierigkeitsgrade verlangt das Spiel sehr viel Konzentration. Dank der guten Steuerung und der Möglichkeit, Operationen jederzeit erneut durchzuführen, bleibt der Frustfaktor dabei jedoch sehr gering.