Trapt (PS 2 Review)
von Oliver Drombrowski

Ihr habt die Hoffnung auf innovative Spiele aufgegeben? Spiele, die mit einem völlig neuen Spielprinzip begeistern können? Trapt, frisch aus Japan, hat das Potential euch die Hoffnung wiederzugeben.

Nicht als starker Ritter, der Dungeons durchstreift und alles mit seinem Schwert nieder hackt - sondern als junge niedliche Prinzessin, versteckt in einer Burg, müsst ihr euch gegen Angreifer wehren.

Da Allura, so heißt unsere Prinzessin, viel zu zart für Schwerter ist, legt sie eben Fallen und macht ihre Gegner so platt - im wahrsten Sinne des Wortes.

Startet ihr das Spiel, erwartet euch ein imposanter Trailer, wie man ihn von Tecmo gewohnt ist. Prinzessin Allura, unsere süße kleine Hauptdarstellerin, wird des Mordes an ihrem Vaters beschuldigt. Auf der Flucht gerät sie in eine Burg, in der ein Dämon auf sie lauert. Damit dieser Teufel Allura gegen ihre Verfolger unterstützt, muss sie ihm Seelen für ihn Dämon zu opfern. So erwartet sie ihre Verfolger in ihrem mit Fallen gespickten Versteck. Doch hofft sie eigentlich auf eine Aufklärung - und hier seid ihr gefragt!

Schaffe Schaffe, Fallen baue
In Trapt steuert ihr die Prinzessin in einer 3rd-Person Ansicht durch die Burg und legt Fallen, was das Zeug hält. Zu Beginn des Spiels stehen noch recht wenige Fallen zur Verfügung. Zudem könnt ihr nur zwei oder drei Räume betreten, die jeweils auf drei Fallen pro Raum begrenzt sind.

Trapt - Prinzessin Allura gegen den Rest der Welt: Sadistischer Spaß für alle mit Köpfchen.

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Es gibt drei Typen von Fallen: Deckenfallen, Wandfallen und Bodenfallen. Von der Decke könntet ihr Felsen fallen lassen, aus der Wand Speere schießen lassen und auf dem Boden Bomben platzieren, nur um euch eine Idee zu geben. Diese werden vor oder während des Spiels im Fallenmenü platziert. Wer geschickt ist, kann Fallen miteinander kombinieren.

Das gibt nicht nur mehr Punkte, sondern kann Gegner bereits mit einem Tastendruck erledigen. Dank der großen Auswahl an Fallen, welche ihr euch im Spielgeschehen durch erworbene Punkte frei schaltet und selbst baut, gibt es viele sadistische Möglichkeiten eure Gegner zu traktieren.

Trapt - Prinzessin Allura gegen den Rest der Welt: Sadistischer Spaß für alle mit Köpfchen.

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Außerdem könnt ihr Schlüssel kaufen, die euch Zugang zu weiteren Räumen des Schlosses gewähren.

Sadistischer Spaß
Manche Räume sind bereits mit Fallen versehen, die über einen Schalter ausgelöst werden können. Besonders gut ist es, die eigenen Fallen so zu kombinieren, dass sie am Ende den Schalter für die bereits installierten mit auslösen - nur so kommt ihr an die maximale Combo-Punktzahl.

Stellt euch also vor, ein tapferer Ritter betritt nichts ahnend eure Burg. Während er noch prahlt, wie groß seine Belohnung seine wird, löst ihr eure tödliche Reihe von Fallen aus.

Zunächst befördert ihr ihn mittels einer Schiebemauer in eine Wandkreissäge, die ihn direkt in eine Bärenfalle stolpern lässt. Dann löst ihr ein Pendel aus, das den schon nicht mehr ganz so tapferen Recken geradewegs nach hinten schleudert. Das schwingende Pendel löst eine weitere Falle aus, ein fetter Stein löst sich von der Decke und massiert den Ritter Ritter gleichmäßig in den ein. Was euch an Kombinationsmöglichkeiten in Trapt geboten wird, ist wirklich allererste Sahne. Es macht nicht nur jede Menge Spaß, die Fallen auszulösen - noch lustiger ist es, ahnungslose Gegner in die Fallen zu locken.

Nach 15 Leveln nebst wählbaren Side-Storys sind allerdings nur knapp zehn Stunden Spielzeit um.

Den Preis für die umfangreichste Story erhält Trapt damit nicht, dennoch macht es jede Menge Spaß sich neue Fallenkombinationen auszudenken und die ahnungslosen Gegner auf immer wieder unterschiedliche Art und Weise zu zerlegen.

Von Augenkrämpfen und Dummheit
Das einzige, was den verrückten Fallenspaß ein wenig trübt, ist die nervige Kamerasteuerung. Diese ist, um es kurz zu sagen, zu langsam für das Spiel. Dabei ist man auf sie angewiesen, will man Gegner in die selbst gebauten Fallen locken. Man muss also darauf achten, richtig zu laufen, nicht verprügelt zu werden und rechtzeitig die Falle zuschnappen zu lassen. Dies verlangt ein ständiges korrigieren der Kamera, doch diese ist wie bereits erwähnt zu langsam. Einfacher ist es da, Die L2- und R2-Taste zu drücken. Sie drehen die Kamera um 90°, was ab und zu Abhilfe verschaffen kann. Dennoch birgt die Ansicht großes Frustpotential und lässt euch oft in den Tod rennen.

Ebenso schade ist die dumme Gegner-KI. Wenn Eindringlinge von einer Falle erwischt werden und keine 20 Sekunden später erneut hereintappen, darf ernsthaft an deren IQ gezweifelt werden. Zum Glück werden die Gegner immer anspruchsvoller, je weiter ihr spielt. Nicht nur tapfere Ritter warten auf euch, auch Bogenschützen oder Magier wollen euch an den Kragen.

Trapt - Prinzessin Allura gegen den Rest der Welt: Sadistischer Spaß für alle mit Köpfchen.

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Hier gilt es dann, eine andere Taktik anzuwenden. Denn Gegner auf Distanz in Fallen zu locken ist weitaus schwieriger.

Sehr kontrovers diskutiert ist die Frage der Synchronisation. Zumindest bei Trapt sind wir der Meinung, dass es richtig war, auf eine Übersetzung der Sprachausgabe zu verzichten. Lediglich Untertitel und Menüs auf Englisch gibt's auf englisch, dafür überzeugt die japanische Sprachausgabe. Auch der Soundtrack passt: Atmosphärisch ergänzt die Musik wunderbar die gruftige Keller-Stimmung in Alluras Versteck.