Das Benzin ist fast alle. In der Wüste. Sehr praktisch. Ich fahre ein schickes altes Cabrio, der Motor blubbert so herrlich. Und jetzt? Kansas, eine Tankstelle im Nirgendwo. Mein Kumpel hängt faul auf dem Beifahrersitz, ich muss mich mal wieder um alles kümmern. Alles sieht verlassen aus.

Als ich den Kassenraum betrete: matschende Geräusche, zufriedenes Gegrunze. Zufrieden wäre ich auch – aber nur anstelle des Zombies vor mir, der just in diesem Moment den Tankwart verspeist. Bin ich aber nicht. Also schnappe ich mir einen Baseballschläger und haue dem Untoten sein unnützes Hirn aus dem fauligen Schädel. Er ist der erste von vielen.

Untote sind schlauer als Nazis

„Trapped Dead“ ist ein Zombiespiel, das macht es mir grundsätzlich sympathisch. Die deutschen Entwickler gehen offen damit hausieren, dass sie sich an Commandos, dem Klassiker der Echtzeit-Taktik orientiert haben. Genau so sieht es in der Vorabversion dann auch aus. Bis zu vier Charaktere werden über die Karte(n) gesteuert: Zunächst bin ich Mike, später auch Professor Harper im Rollstuhl, Sheriff Old John und drei weitere. Jeder hat seine Eigenheiten und exklusiven Fähigkeiten, die Kombination soll den Erfolg bringen. So kann etwa die ebenfalls spielbare Reporterin nicht die USK-freundliche Kettensäge in die Hand nehmen.

Trapped Dead - Totes Hirn? Da hilft nur der Baseballschläger

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 12/161/16
Trapped Dead erinnert an den Klassiker Commandos - aber mit Zombies!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wer sich nicht mehr an die berühmte Inspirationsquelle erinnert: Jeder Gegner in Commandos hat ein bestimmtes Sichtfeld, das der Spieler an- und ausschalten konnte. So beobachtete man die Laufwege und legte die eigene Vorgehensweise vorab fest. Auch Trapped Dead arbeitet mit dieser Technik, aber ich kann es nicht nachvollziehen – der An-Aus-Schalter fehlt. Leider geht dadurch die taktische Tiefe fast völlig flöten. Weil Nazi-Soldaten bekanntlich als dumm gelten, konnten sie in Commandos nur sehen und hören. Aber das sogar Zombies schlauer sind? Das ist auch für mich neu.

So können die fauligen Väter in Trapped Dead, dem „ersten zombiefizierten Echtzeit-Taktik-Spiel“ auch riechen. Logisch, denn wer Blut wittert, kann sich auf eine frische, warme Mahlzeit freuen. Bekommt einer meiner Charaktere zu viel Schaden in kurzer Zeit, spritzt schnell der rote Saft und lockt weitere fleischhungrige Feinschmecker an.

Trapped Dead - Zombie-TeaserEin weiteres Video

Bewege ich meine Figuren gehend statt laufend, bemerken mich manche Zombies sogar nicht, wenn ich ihnen Häschenohren an den Hinterkopf halten könnte. Bin ich dann doch zu laut und die leblosen Lebenden knabbern zu lange an meinen Charakteren herum, muss ich die Mission von vorne anfangen. Verbandszeug kann nur die Blutung stoppen, nicht verlorene Lebensenergie regenerieren.

Packshot zu Trapped Dead Trapped Dead Erschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Blutkonserven für den kleinen Hunger

Noch nicht offiziell angekündigt, aber fest eingeplant ist ein Flammenwerfer, der die Zombies in den elf Leveln einfach wegbrutzelt. Das vielseitige Waffenarsenal, das unter anderem aus Kettensäge, Granate, Katana und Armbrust besteht, dürfte dem Titel vor seiner geplanten Veröffentlichung im November wohl eine blutrote „18“ von den deutschen Sittenwächtern der USK bescheren.

Trapped Dead - Totes Hirn? Da hilft nur der Baseballschläger

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Nur für Erwachsene: Trapped Dead zollt George Romero Tribut.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das ist offenbar kein Problem: „Das Spiel ist für Erwachsene“, gab sich Headup Games im Gespräch mit gamona ganz entspannt. Neben den Waffen gibt es auch Blutkonserven – dann spritze ich die rote Suppe einfach auf die schleichende Meute, die sich danach selbst zerfleddert.

Apropos schleichend: Neben den „The Walking Dead“-Comics sind Headup Games' Vorbild offensichtlich die Zombies aus der „Night of the Living Dead“-Tradition – so heißt das Krankenhaus im zweiten Level „George A. Romero Hospital“. Alles ist im Stil der 80er-Jahre gehalten – die Rahmengeschichte wird mit statischen, gezeichneten Bildern und Sprechblasen erzählt. Und alle, die mehr auf rennende, schreiende oder fanatische Hochgeschwindigkeitszombies à la 28 Days Later oder des Remakes von Dawn of the Dead stehen – vergesst es! Die fauligen Gesellen in Trapped Dead sind langsam, dafür aber zahlreich.

Trapped Dead - Totes Hirn? Da hilft nur der Baseballschläger

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 12/161/16
Left 4 Dead Tactics: Trapped Dead enthält ebenfalls einen Koop-Modus.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wenn es zu viele werden, sollte ich einen Charakter mit Schusswaffe geschickt platzieren. Was bereits in Shooter-Klassikern funktionierte, klappt auch hier: Schüsse in vergammeltes Fleisch schlagen auch auf klapprige Kollegen dahinter durch. Das ist effektiv und spart zudem die immer knappe Munition. Noch schlauer ist es, die Tür mit einem Charakter zu öffnen, und der andere knallt alles dahinter automatisch über den Haufen. So SEK-mäßig. Das birgt allerdings ein hohes Risiko, weil sich meine Figur recht gemächlich um 180 Grad dreht, bevor sie sich aus dem Türrahmen bewegt. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Weihnachten wird blutig: Von dieser Zombie-Taktik lassen wir uns gerne infizieren.Ausblick lesen

Noch lieber greife ich auf kreative Untoten-Tötungsmethoden zurück. Zombie-Mechaniker unter der Hebebühne? Huch, wie konnte denn der Pickup da runterkrachen? Zombie auf elektrischem Stuhl? Hmm, komische Lichtschalter hier im Knast. Sicher komme ich durch die verschiedenen Schauplätze häufig nur mit meinem Baseballschläger – und Geduld. Stirbt einer aus meiner Gruppe, wird das Level erneut gestartet oder von einem der rar gesäten, festen Speicherpunkte fortgesetzt.

Trapped Dead - Totes Hirn? Da hilft nur der Baseballschläger

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Zombies im Kaufhaus: Anspielungen auf Filmvorbilder sind Pflicht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die angepeilte Dauer des Einzelspielermodus von acht bis zwölf Stunden dürfte sich so verlängern. Im Mehrspielerteil übernimmt jede Person nur eine Figur – taktisches Vorgehen wird dadurch wohl wesentlich effektiver und damit auch befriedigender. Waffen, Munition, Verbandszeug und andere Gegenstände kommen ins Diabo-ähnliche Inventar und können auch zwischen den Charakteren hin- und hergetauscht werden, ohne dass ich den Levelboden als Zwischenlager missbrauchen muss.