„Hey, wir würden euch gern mit einer brandaktuellen Version von War for Cybertron besuchen“, meint die freundliche Stimme am anderen Ende des Telefons. „Äh… muss das sein?“, antworten wir, in Gedenken an zwei grausige Filmversoftungen, die in den Jahren 2007 und 2009 unseren Sehnerv malträtierten. „Ich weiß, was ihr denkt – schon wieder so ein Transformers-Kram. Aber dieses Mal ist alles ganz anders…“

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Megan Fox, wo bist du?

Das erste „Transformers: The Game“ war in erster Linie mal billig – grafisch, inszenatorisch, spielerisch. Nichts des Gesehenen erinnerte an die Multimillionen-Dollar-Vorlage, die im gleichen Jahr von Michael Bay ins Kino gesprengt wurde. Teil zwei der Filmversoftung lieferte dann dasselbe Spiel gleich noch mal – nur eben zwei Jahre später und in neuer Verpackung. Die Designmängel waren allerdings die alten.

Transformers: War for Cybertron - Endlich ein gutes Transformers-Game

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Optimus und seine Crew ziehen in den Krieg um Cybertron.
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Wer braucht da schon einen dritten Anlauf? Vor allem aber: Wer traut sich so was? Diejenigen Welchen hören auf den Namen High Moon Studios und werkelten zuletzt am eher mittelprächtigen „Bourne Komplott“. Angeblich soll es sich so zugetragen haben: Nicht etwa die Lizenz gab den Ausschlag für „Transformers“-Game Nummer drei, sondern eine Idee. Erst nachdem Konzept und Spieldesign standen, wandte sich High Moon an Hasbro.

„War for Cybertron“, das Ergebnis dieser Zusammenkunft, lässt schon auf den ersten flüchtigen Blick die Mundwinkel in vertikale Regionen wandern: Befeuert von der Unreal Engine 3 erstrahlen Optimus und seine Autobot-Gefolgsleute in eben jenem metallischen Glanz, den die Transformers im Next-Gen-Zeitalter längst verdient gehabt hätten. Vor allem Cybertron selbst profitiert noch am meisten vom leistungsstarken Grafikgerüst – als riesiger organischer Planet, der aus Hunderten von Maschinen erbaut wurde und trotzdem auf gewissen architektonischen Grundregeln fußt, spannt sich der metallene Koloss über eine sagenhafte Sichtweite in die Ferne.

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Allein grafisch ist "War for Cybertron" den Filmumsetzungen um Meilen voraus.
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Falls sich gerade jemand wundert: Mit der Filmvorlage hat der High-Moon-Titel nicht mehr viel zu tun – dort ist Cybertron, der Heimatplanet der Transformers, längst zerstört, Optimus trägt bereits ein „Prime“ hinter dem Namen, das ihn als Anführer ausweist und von Megan Fox ist hier ebenfalls weit und breit nichts zu sehen (wobei wir noch nicht genau wissen, was wir davon halten sollen).

„War for Cybertron“ wird damit wieder näher im Dunstkreis der legendären TV-Vorlage verortet und blendet die Filmhandlung völlig aus. Kein Sam Witwicki, kein Allspark, kein Popcorn-Kitsch. Stattdessen rückt die Kernhandlung der TV-Serie wieder in den Handlungsfokus: epische Keile, bis die Funken sprühen. Durchdachtes Storytelling kann man da freilich nicht erwarten, auch wenn „War for Cybertron“ tatsächlich eine Geschichte hat – zumindest irgendwo, versteckt unter viel Altmetall.

Autobots, roll out…

Und ja, die Funken sprühen in „War for Cybertron“ wahrlich lichterloh. High Moon greift glücklicherweise gar nicht erst auf den halbgaren Rennspiel-Shooter-Mischmasch der ersten „Transformers“-Titel zurück, sondern verankert das Spielprinzip neben Kollegen wie „Gears of War“ oder…. nun, eigentlich nahezu jedem anderen Titel, in dem ihr euch von Deckung zu Deckung kämpft und vorzugsweise die Schießprügel sprechen lasst.

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Auch im Nahkampf teilen die Transformers gut aus.
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Das ist rein spielerisch schon um Lichtjahre weiter als die beiden bisherigen „Transformers“-Titel, sieht aber auch im direkten Vergleich zur aktuellen Konkurrenz durchaus viel versprechend aus. Wenn wir uns durch den stählernen Kern von Cybertron in die feindlichen Reihen der Decepticons vorarbeiten, kracht und rummst es dank zahlreicher Skriptsequenzen auch abseits des Geschehens. Das erweckt tatsächlich den Eindruck eines gigantischen Krieges.

Worum es dabei geht, ist im Grunde zweitrangig, wird aber im Laufe des Einzelspieler-Modus erklärt. Statt loser Missionsschnipsel gibt es hier sogar eine echte Kampagne, die sich auf zwei Parts aufteilt: Sowohl die fiesen Decepticons als auch die noblen Autobots erhalten ihren verdienten Auftritt. Beide Kampagnen gehen nahtlos ineinander über, wer also unter der Führung von Obermotz Megatron für chaotische Zustände gesorgt hat, darf unter Optimus dann die Trümmer beseitigen.

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Gigantisch: Der Kampf gegen den Super-Autobot Omega Supreme ist wirklich atemberaubend.
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In den Missionen wartet der mittlerweile standardisierte Auftrags-Mix: Mal steht die totale Zerstörung auf dem Programm, dann warten kleinere Geschicklichkeitstests, etwa wenn wir punktgenau die Generatoren eines massiven Tores ausschalten sollen, dann verteidigen wir einen Computer-Terminal und eine Sequenz am stationären Geschütz gehört ja beinahe auch schon zum guten Ton.

Die Transformers bekommen endlich ein Spiel, das ihrer würdig ist.Ausblick lesen

Angereichert wird der normale Missionsalltag mit richtig epischen Momenten: Wir durften etwa einem Bosskampf beiwohnen, in dessen Verlauf wir mit Megatron und Co. gegen Omega Supreme, den mächtigsten (und wohl größten) aller Autobots, antreten. Der mehrminütige Kampf entpuppt sich als spektakuläres Krawall-Happening in mehreren Phasen, in denen das Adrenalin in stellare Höhen schnellt.

Alles für die Fans

Der Spielablauf ist dabei stark auf Koop-Funktionalität ausgerichtet. Eine Mission bestreitet ihr nämlich stets im Team, fehlt der menschliche Mitspieler, springt einfach die KI ein. Die schlug sich während unserer Vorschau-Session recht gut. Selbst wenn einer eurer Blechkameraden tatsächlich einmal kurz vor dem Totalschaden stehen sollte, helft ihr auf Knopfdruck wieder auf die Beine – ebenfalls ein bekanntes Feature.

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Ob sich da noch etwas tut: Bisher sieht das Geschehen stark nach Dauergeballer aus.
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Fans dürfen dafür sogar ihren Lieblings-Transformer bestimmen: Auf Seiten der Decepticons stehen u.a. Starscream, Soundwave und Megatron zur Wahl, die Autobots schicken hingegen Bumblebee, Optimus und Ratchet ins Rennen. Spielerisch unterscheiden sich die allerdings nur in Details. Etwa bei den Spezialattacken, von denen jeder Transformer auf zwei besonders mächtige zurückgreifen kann..

Und was wäre ein Transformer ohne namensgebende Transformation? Richtig…äh, kein Transformer. Damit es soweit gar nicht erst kommt, darf man in „War for Cybertron“ auch per Tastendruck zum Mini-Jetfighter oder schnittigen Flitzer mutieren. In der Theorie hält man dann mehr aus und geht deutlich effektiver in die Offensive, bei unserer Spielsession wirkte das knuffige Feature aber eher wie ein launiges Gimmick.