Viele von euch erinnern sich sicherlich noch an die simple Zeichentrickserie, in der sich die guten Autobots mit den bösen Decepticons prügeln und sich dabei in praktische Gefährte verwandeln. Der billig anmutenden Serie ging ein relativ teures Spielzeug voraus, das Kindern und Fans die Roboter nach Hause lieferte. Im Laufe der Jahre erlangten die kontroversen Bots geradezu Kultstatus, den Steven Spielberg nun mit einem Kinofilm würdigt. Auch diesmal erscheint das "Spielzeug" zur Filmvorlage - diesmal allerdings in zeitgemäßer Videospielform!

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Die Schlacht der Transformers dauert bereits seit langer Zeit an und wird nun auf der Erde fortgesetzt. Autobots und Decepticons haben ein gemeinsames Ziel vor Augen - es gilt ein Artefakt namens "AllSpark" zu finden, das für beide Fraktionen lebenswichtig ist. Der Schlüssel zu dem verborgenen Artefakt ist der Teenager Sam Witwicky, der nun unfreiwillig ins Visier der mächtigen Roboter genommen wird.

Transformers: The Game - Schade: Die Robos sind gewaltig, das Spiel hat leider eine Schraube locker.

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Wenn die Waffen nicht mehr ausreichen, könnt ihr auch mit Autos werfen.
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Bis hierhin macht die Hintergrundgeschichte noch einen recht interessanten Eindruck, doch leider endet sie bei der Videospielumsetzung auch schon fast an dieser Stelle. So lohnenswert es aus marketingtechnischer Sicht auch sein mag, eine Filmumsetzung zum Kinostart in den Händlerregalen zu positionieren, so unglücklich ist es, keine wichtigen Inhalte des Films vorweg nehmen zu wollen.

Autobots vs. Decepticons
Wie zu erwarten spaltet sich das Spiel in zwei Kampagnen. So könnt ihr euch zu Beginn entscheiden, ob ihr auf der Seite von Optimus Prime und seinen Autobots kämpft oder lieber mit Megatron und seinen Decepticons auf die Jagd nach AllSpark geht. All zu schwer muss euch diese Entscheidung jedoch nicht fallen, denn bereits nach knapp fünf Stunden ist die Kampagne bewältigt und ihr könnt das Spiel mit der gegnerischen Partei erneut durchspielen. Mit insgesamt weniger als zehn Stunden Spielzeit profitiert ihr leider nicht allzu lange von der Investition in diesen Titel.

Ist die Entscheidung für eine der Fraktionen gefallen, findet ihr euch auch schon inmitten einer Großstadt wieder. An dieser Stelle kommen wir zu den Vorzügen des Spiels, denn sowohl die Darstellung der Bots als auch das Umfeld sind absolut erstklassig und erstrahlen sowohl auf der PS3 als auch auf der Xbox 360 in voller 1080p-Full-HD-Auflösung.

Transformers: The Game - Schade: Die Robos sind gewaltig, das Spiel hat leider eine Schraube locker.

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Der gelbe Autobot feuert auf seinen Kontrahenten - bald kommt es zum Nahkampf.
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Besonders hervorzuheben sind die schicken Verwandlungsanimationen der Transformers und die Zerstörbarkeit aller Objekte, die euch umgeben. Während ihr euch als Autobot und Menschenfreund bei den Zerstörungsorgien zurückhalten solltet, dürft ihr als Decepticon alles kaputt schlagen, was euch in die Quere kommt.

Die Steuerung ist prinzipiell recht einfach, was einerseits zu kurzen Einarbeitungszeiten führt, andererseits die Kämpfe zu stark vereinfacht. Mit den rechten beiden Schultertasten feuert ihr Projektile auf eure Gegner, die ihr per linker Schultertaste ins Visier nehmt. Neben Auseinandersetzungen auf Distanz kommt es jedoch auch häufig zu Gefechten mit unmittelbarem Blechkontakt. Hier beschränkt sich die Steuerung auf eine einzige Angriffstaste, mit der ihr durch mehrfaches Drücken banale aber effektive Kombos auf den Bildschirm zaubert.

Total banal
Einsteiger freuen sich zwar zunächst über den Effekt, den sie bereits nach kurzer Spielzeit auf Gegner und Umgebung ausüben, doch schon bald verlieren die Gefechte aufgrund des geringen Anspruchs ihren Reiz. Trotz der grandiosen Inszenierung und dem bombastischen Inferno, das die mächtigen Transformers auf den Bildschirm zaubern, wird das Gebotene schnell langweilig. Sprungattacken und die Möglichkeit, Gegenstände wie Fahrzeuge aufzunehmen und auf Gegner zu schleudern oder Laternen, Bäume und anderes als Schlagwaffe zu nutzen, können die Defizite leider auch nicht kompensieren.

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Im dichten Straßenverkehr prügeln sich die Transformers zum Entsetzen der Zivilisten.
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Was wäre ein Transformer ohne die obligatorische Verwandlung? Die darf natürlich auch im Spiel nicht fehlen. Die Missionen sind größtenteils so aufgebaut, dass es euch jederzeit frei steht, ob ihr nun als massiger Bot durch die Straßen stampft oder in Form des entsprechenden Gefährts unterwegs seid. Leider wurde die Steuerung der Fahrzeuge scheinbar ein wenig vernachlässigt.

Die Autobots lassen sich fahrend sehr unpräzise steuern, da sie in den Kurven ständig übersteuern und zum Ausbrechen neigen. Auch die teilweise flugtauglichen Decepticons, die ihr auf der PS3 wahlweise per Sixaxis durch die Lüfte manövriert, fliegen sich recht unruhig und erfordern eine Menge Übung. Dennoch ist es jedes Mal eine Augenweide zu beobachten, wie sich ein Transformer aus vollem Lauf in ein Vehikel verwandelt.

Kamerakrampf
Neben der Fahrzeugsteuerung hapert es zudem an der Kamerajustierung. Zwar lässt sich die Kamera jederzeit per rechtem Analogstick einstellen, doch gerade in heißen Gefechten wünscht man sich, dass die Sicht auch automatisch sinnvoll umschaltet. Viel zu häufig kommt es vor, dass ihr im Eifer des Gefechts in tote Winkel gedrängt werdet und nichts als die anliegende Häuserfront zu Gesicht bekommt, während euch die Gegner eifrig unter Beschuss nehmen.

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Viele Fassaden lassen sich erklimmen.
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Das kurze Einzelspielervergnügen, das nur mäßig interessante Missionen bietet, wird durch kleine Zusatzmissionen ergänzt, die ihr an bestimmten Hotspots in der Stadt auslösen könnt. Wer bei diesen Minispielen erfolgreich abschneidet, schaltet Bonusmaterial und neue Texturen für die coolen Transformers frei. Danach ist jedoch auch Ende im Transformergelände, denn auf etwaige Mehrspielermodi wurde bei den Fassungen für Xbox 360 und PS3 komplett verzichtet.