Endlich gibt es Neuigkeiten von Trackmania-Erfinder Nadeo. Das Universum um die Eigenbau-Flitzer wird stark erweitert und um ManiaPlanet ergänzt. In Zukunft kümmert sich der französische Entwickler nicht mehr ausschließlich um irrwitzige Renntracks, sondern fügt ein eigenes Netzwerk zusammen, das am ehesten als eine Mischung aus Social Network, Webspace für eigene Profilseiten, e-Sport und einer Horde neuer Games besteht, die in regelmäßigen Abständen erscheinen sollen.

Natürlich bleibt bei allen Spielen der Appell an die zockereigenen Kreativität erhalten: ShootMania, QuestMania und logischerweise TrackMania werden mit mächtigen Editor-Tools versehen, damit die Fülle an eigenen Spielpätzen nie abnimmt.

Straßentausch im Vollgasrausch

Questmania wird einen Kanal für selbst entworfene Rollenspiele öffnen, bei dem die RPG-Fans eigene Geschichten und Dungeons veröffentlichen können, während Shootmania die Ballerfreaks ansprechen soll. In Counterstrike-Manier werden neben Military-Settings auch völlig verrückte Maps ermöglicht, in denen die FPS-Fans sich austoben dürfen.

Für die e-Sports-Ligen wird auf diese Weise neues Futter besorgt, das auch bei Turnieren mehr als nur eine interessante Fußnote sein dürfte. In Rotation werden dann frische Szenarien für diese drei verschiedenen GenreManias veröffentlicht, damit auch Fans der unterschiedlichen Spiele auf ihre Kosten kommen.

TrackMania 2 Canyon - Die erste Spielumgebung: Der Canyon5 weitere Videos

Bei Trackmania klappt das Prinzip auch bereits vorzüglich: Millionen Spieler bauen eigene Strecken, die sie untereinander immer wieder austauschen können. Dabei ist nicht einmal viel Können gefragt: In wenigen Minuten kann der Editor irrwitzige Trassen erstellen, die während einer Testrunde viel Fahrspaß erzeugen. Ganz nebenbei können Spieler die Verbesserungen einplanen. Wenn sie dann von ihrem Werk überzeugt sind, kann der Rest der Spielergemeinschaft per Upload mit dem Werk beglückt werden. Viele talentierte Pistendesigner werden auch von Nadeo kontaktiert und finden dann ihre eigenen Tracks in einer der nächsten Trackmania-Versionen wieder.

TrackMania 2 Canyon - Ja, das ist ein Screenshot auf dem Bild!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 6/91/9
Krass: Und das soll auf meinem Rechner flüssig laufen?!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der erste Trailer zeigt eine Wüstenlandschaft, die leicht an Arizona erinnert. Hier steht eine der asphaltierten Spielplätze, auf denen die Renner sich wildeste Rennen durch Loopings, Tunnels, Rampen und weiterem Vierrad-Wahnwitz liefern. Die neue Engine zeigt dabei jeden Knick in der Straße, detailreich werden brüchiges Straßenpflaster dargestellt und realistisch anmutende Bergkuppen dargestellt. Man mag da kaum glauben, dass Trackmania auch auf älteren PCs flüssig laufen soll, wie die Macher bei der Präsentation in Hamburg betonten.

Licht aus – Spot an

Insgesamt sollen dem Grundspiel um die 60 Rennstrecken als Starthilfe beigefügt werden. Leider konnte man von diversen Automobilen noch nicht allzu viel sehen. Wahrscheinlich spekuliert Nadeo auf den Fleiß der Fangemeinde, die sich bislang auch im Karosseriebau ungemein einfallsreich gezeigt hat. Vielmehr hat man sich darauf konzentriert, eine Fahrphysik einfließen zu lassen, und dem Kernstück, dem Editor, noch ein paar mehr Extras zu verpassen.

TrackMania 2 Canyon - Ja, das ist ein Screenshot auf dem Bild!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
Trackmania Canyon wird der Auftakt zu einer ganzen Mania-Manie.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Deshalb ist es nun auch noch einfacher, einem Parcours kurzerhand ein Dach zu verpassen oder mal eben die Sonne auszuknipsen und als Ersatz den Mond ans Firmament zu hängen. Nicht einmal Lichtquellen müssen dabei von Hand gesetzt werden. Der neue Baukasten lässt den Helligkeitseinfall von selbst berechnen. Auch die Landschaft kann mit Vegetation und weiteren Objekten aufgehübscht werden. Die Rennserie goes State of the Art.

Wenn man Tunnels baut, ist es schon praktisch, dass nicht jeder einzelne Punkt vorher durchgetestet werden muss, nur um zu sehen, ob das Licht auch ausreicht, um die Schikanen zu sehen. Einfachheit war schon immer Trumpf in der Welt von Trackmania. Die Kontrollen beschränkten sich bislang auf die Pfeiltasten und statt fadenscheiniger Rennmissionen mussten lediglich Bestzeiten überboten werden, um Medaillen und Coppers als Ingame-Währung einzuheimsen. Die gibt es immer noch – allerdings unter einem neuen Namen: Aus Coppers wurden nun Planets, die sich durch Leistung statt durch Mikrotransaktionen erwerben lassen.

Schon bei der Präsentation ein echtes Highlight: Mein Sabber tropfte auf den virtuellen Asphalt.Ausblick lesen

Beulen und Reifenradierer

Langjährige Fans werden sicher auch begeistert sein, dass die Fahrzeuge nun ein Schadensmodell haben. Wer einmal die waghalsigen Loopings versucht hat, weiß um das schnelle Scheitern beim ersten Mal. Nun pflügen sich auch endlich Beulen ins Dach, wenn die Karre am Scheitelpunkt abschmiert, weil das Rund mit zuwenig Power genommen wurde und einfach vom Asphalt fällt wie eine Fliege, die einen plötzlichen Herzinfarkt erlitten hat.

TrackMania 2 Canyon - Ja, das ist ein Screenshot auf dem Bild!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 6/91/9
Das Konzept: Alles ist möglich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Anfangs sträubten sich die Entwickler noch gegen das Schadensmodell, weil sie befürchteten, dass die Fahrer lieber Interesse zeigen, ihre Boliden gegen den nächsten Pfeiler zu drücken. Mittlerweile gibt man bei Nadeo aber auch zu, dass es eine gute Idee war. Außerdem crashen sie dort selbst gerne mal ihre Autos zum Zeitvertreib.

Für die Realismus-Fanatiker wurde auch ein kleines Zugeständnis gemacht. Nun ist es auch möglich, seine Bestzeiten durch gekonntes und gut getimtes Drifting zu verbessern. Manchmal ist es auch dringend erforderlich, mit radierenden Reifen um die Kurve zu fliegen, damit man nicht gegen die Bande brettert.

Von den Vorgängern ist man es nur gewohnt, dass mit den Pfeiltasten die Richtung, sowie Gas und Bremse bedient werden musste. Nun können ein paar weitere Elemente dazu beitragen, dass Finesse mit ins Spiel kommt. Auch an weiteren physikalischen Einflüssen wird derzeit noch gearbeitet. Trotzdem ist Trackmania weit davon entfernt, ein komplexes Steuersystem zu bieten. Es ist und bleibt einfach ein Funracer.