In den letzten Zeit ging ein nachhaltig spürbarer Ruck durch die Spielelandschaft: Während große, etablierte Entwicklerschmieden weiterhin ein Actionfeuerwerk nach dem nächsten in die Ladenregale hämmern und für ihre AAA-Projekte mehrere Millionen Dollar in die Hände nehmen, produzieren immer mehr kleinere, unabhängige Teams mit beschränktem Budget und Mitteln Indiespiele. Oftmals steht hier nicht unbedingt in erster Linie die Erwirtschaftung von möglichst viel Gewinn, sondern die Verwirklichung einer kreativen Idee im Vordergrund, deren spielbaren Ergebnisse aber immer wieder erfolgreich den Mainstream entern. Wir wollen diesen Indies nun einen festen Platz auf gamona verschaffen und stellen euch ab sofort bei „Indie Raider“ regelmäßig unsere Entdeckungen vor, die wir euch – aus welchem Grund auch immer – ans Herz legen. Den Anfang macht: Towerfall Ascension.

Hach ja, damals. Als Pixelblöcke noch nicht „retro“ sondern „Zeitgeist“ waren, jagte man sich in lächerlich schweren Sidescrollern durch 2D-Landschaften und verbreitete auf dem Pausenhof und in der Mittagspause die Geschichten vom versteckten Raum in Level 2.1. Mittlerweile sind diese Geschichten selten geworden und umso größer ist die Freude, wenn Indiestudios – auch aus finanziellen Gründen – wieder einmal die gute, alte Pixeloptik auskramen und uns ein anspruchsvolles Spiel auf die Festplatte knallen.

Der neuste Übeltäter, der sich dieser Tat strafbar gemacht hat, ist Matt Thorson und ein enger Kreis von Freunden, die vor einiger Zeit begannen, das Arcade-Spiel für die Ouya zu entwickeln. Als das Spiel trotz schwieriger Startbedingungen (Hach, Ouya.) eine große Fangemeinde um sich versammelte, entschloss sich das Team, TowerFall Ascension via Steam neuen Spielerkreisen zugänglich zu machen. Und wir sollten ihm dafür verdammt dankbar sein.

Das Spielprinzip von TowerFall Ascension ist leicht erklärt: Man übernimmt die Kontrolle über einen Bogenschützen, der in einer Art Arena mehrere Gegnerwellen überleben muss, um die nächste Arena und damit auch den nächsten Level freizuschalten. Wirklich unterhaltsam wird das vermeintliche Spiel für zwischendurch dank des schnell steigenden Schwierigkeitsgrades, der glücklicherweise aber auch eine ähnlich steile Lernkurve mit sich bringt. Während ich zu Beginn noch von einem Monster ins nächste stolperte, begriff ich nach zwei, drei weiteren Runden grundlegende Strategien und Wege, den Gegnern auszuweichen und meine Pfeile möglichst effektiv von der Pixel-Sehne schnellen zu lassen.

Obwohl der Kampagnenmodus alleine oder zu zweit bestritten werden kann, ist das Herz des Spiels der Arcade-Modus, der im lokalen Multiplayer zwischen zwei bis vier Spielern ausgetragen wird. Hier kämpft Mensch gegen Mensch, Bogenschütze gegen Bogenschütze: Jeder Kill wird in einer Zeitlupe wiederholt, die sich praktischerweise direkt auch als GIF abspeichern lässt. Auch Kämpfe im Stile eines Team-Deathmatchs sind hier möglich.

TowerFall Ascension - Indie Raider #1

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Wir probierten das Spiel kurzerhand in der Redaktion aus und ohne jegliche Vorbereitung hatten wir schnell einige spannende Partien auf dem Monitor erlebt. Schön: Wem der einfache Arenakampf zu langweilig wird, kann in den Optionen zahlreiche Einstellungen vornehmen, die das Kampfgeschehen teilweise stark beeinflussen: Die Karte kann in komplette Dunkelheit gehüllt werden oder sich ständig von links nach rechts bewegen; auf Knopfdruck lauert Lava an den Bildschirmrändern, die sich regelmäßig zur Bildschirmmitte hin ausbreitet und für einige Wendungen und Überraschungen sorgen kann. So gleicht sich keine Partie der nächsten und schenkt Towerfall Ascension den „kann man immer wieder mal spielen“-Charme.

Aktuell gibt es TowerFall Ascension für rund 12€ auf Steam. Der Preis scheint auf den ersten Blick ein wenig hoch für ein reines Arena-Spiel, doch glaubt uns: Wer mit dem grundlegenden Spielprinzip etwas anfangen kann, wird viel, viel Spaß haben. Das Ding eignet sich perfekt für die schnelle Runde mit den Kollegen in der Mittagspause oder das Minibeef im Freundeskreis vor dem Feiern.

Sollen wir TowerFall Ascension demnächst ein wenig bei Twitch streamen, damit ihr euch einen besseren Eindruck verschaffen könnt?

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