Nedzad HurabasicWer sich technischen Neuerungen widersetzt, wird in der Regel vom Wandel der Zeit hinweggefegt. Auch die japanischen Samurai mussten Mitte des 19. Jahrhunderts schmerzhaft miterleben, wie sich ihre jahrhundertelang bewahrten und erkämpften Traditionen unter dem Druck der einsetzenden Industrialisierung auflösten. Total War: Shogun 2 - Fall of the Samurai erlaubt Strategiespielern, diesen historischen Konflikt von Moderne und Brauchtum nachzuerleben.
Den Kampf um Japans Zukunft sollte sich kein Stratege entgehen lassen.FazitDer Boshin-Krieg ist quasi ein Kampf um die Seele Japans, der hier in der sogenannten Meiji-Periode (1868-1912) die standesdünkelnden Schwertkämpfer des Shoguns Tokugawa auf die westlich orientierten Unterstützer des Kaiserreichs aufeinanderprallen lässt. In der Realität setzen sich schließlich die Gefolgsleute des noch minderjährigen Tennō Mutsuhito durch und etablierten das Land der aufgehenden Sonne im Zirkel der modernen imperialen Mächte.
Im Stand-alone-Add-on Fall of the Samurai habt ihr aber durchaus auch die Möglichkeit, Partei für den Shogun zu ergreifen. Von insgesamt sechs neuen Klans gehören drei zu den Anhängern des Shogunats. Jede Fraktion besitzt selbstverständlich ihre individuellen Vor- und Nachteile.
Das Ausnutzen von Geländevorteilen ist immer noch immens wichtig.Wer das fast auf den Tag genau vor einem Jahr erschienene Hauptspiel erlebt hat, erkennt sofort, dass die Erweiterung eine ganze Reihe von Änderungen und Neuerungen enthält. Am auffälligsten - weil umgehend präsent - ist die Umgestaltung der Weltkarte. Entwickler Creative Assembly hat die Map um den nördlichen Landesteil "Hokkaido" sowie südliche Inselprovinzen erweitert. Eine direkte Folge dieser räumlichen Ausdehnung ist vermutlich die zeitliche Expansion der Spielrunden.
Das Spieljahr, nach wie vor gegliedert in vier Jahreszeiten, besteht nun aus 24 Runden. Je länger ich jedoch die Ziele meines Klans verfolge, desto sichtbarer sind die Veränderungen auf der Map: So schießen bei entsprechendem technologischem Ausbau der Wirtschaft jetzt beispielsweise Eisenbahntrassen (übrigens erstmals in einem Total-War-Titel ) aus dem Boden - als deutlicher Hinweis auf die fortschreitende Industrialisierung.
Doch diese Äußerlichkeiten sind nicht reiner Selbstzweck: Wer Eisenbahnlinien errichtet, verlegt Einheiten und wichtige Kriegsgüter viel schneller von A nach B oder direkt an die Front und kann damit innerhalb einer Runde oft flexibler auf die Aktionen der KI-Gegenspieler reagieren. Allerdings stehen euch und euren Feinden Sabotage- und Blockade-Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen sich diese Vorteile negieren lassen.
Verteidigungstürme erschweren den Sturm von Befestigungsanlagen.Die durch den technologischen Fortschritt bedingten Umwälzungen hinsichtlich der knapp 40 neuen Truppenteile und beinahe zwei Dutzend nagelneuer Schiffstypen sind jedoch noch bedeutender: Traditionelle Einheiten der Samurai verlieren im direkten Vergleich zunächst an Effektivität. Treffen Bogenschützen auf offenem Feld etwa auf Linieninfanteristen, berittene Schützen, Kanonen oder gar die neuen Gatling-Kanonen, sehen sie kein Land. Ähnliches gilt für alte Holzpötte, die metallenen Schlachtschiffen und panzerbrechender Munition kaum etwas entgegenzusetzen haben.
Doch trotz all der funkelnden Pyrotechnik und extremer Explosionskräfte stehen die Traditionalisten nicht auf verlorenem Posten. Zum einen greifen auch sie ebenfalls auf einige fortschrittlichere Technologien zurück. Zum anderen sind viele Truppenteile ihren modernen Pendants in gewissen Situationen überlegen. Versuche ich etwa allein mit Gewehren bewaffneten Einheiten eine Burg zu stürmen und treffe dabei auf Gegner mit Pfeil und Bogen, erlebe ich mitunter eine ziemliche Überraschung: Während die cleveren Widersacher geschickt über die Befestigungsanlagen feuern und jetzt sogar auf Verteidigungstürme setzen, bleiben die Schüsse der Infanteristen im Mauerwerk stecken.
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Und "Gast" an welche Zeit hast du denn gedacht weil viel weiter als Rome wüste ich nicht wo es noch hin gehen soll :-/
Das kannst Du sicher vergessen, dafür sind die Feindbilder in den beiden Weltkriegen zu stark ausgeprägt. Von daher wäre es den meisten Menschen nicht möglich, ein wertfreies Szenario zu spielen, ohne die (immer noch in den Köpfen vieler) präsenten Gräueltaten damit zu assoziieren.
Ich stell mir grad im 2. Weltkrieg die Fraktionswahl mit den obligatorischen Wappen vor: "Ok, ich nehme mal diese lustige Fraktion im Herzen Europas mit diesem netten schwarzen Kreuz, auf rot weißem Hintergrund. Oh ich kann endlich SS Elite Truppen bauen, cool. Was gibt es denn für schöne Gebäude zu bauen? Irgendwelche Spezialgebäude, welche die Aufstände der Minderheiten in der Stadt senkt? Klar! Sogar mit Waschräumen, gleich mal paar bauen."
Ich glaube das verdeutlicht das Problem, ohne jetzt zu krass zu werden. ;)
Obwohl ich einen ausflug in ganz andere gefilde auch geil fände....wie wäre es mit einem konquistadoren-szenario? obwohl es natürlich eher n addon zu empire:total war wär....fänd ich aber trotzdem toll