Hach, die Liebe. 48. v. Christus stehen wir als der große Gaius Julius Cäsar vor den Toren Alexandrias und wollen eigentlich nur Steuern eintreiben. Doch wie es das Schicksal so will, wandelt eine schwarzhaarige Schönheit über die Palastflure, das Herz rast, der große Heerführer ist im siebten Himmel und kann seiner Kleopatra keinen Wunsch abschlagen. Er ist bereit, Tausende seiner Soldaten in den Tod gehen zu lassen und riskiert bei der Schlacht am Nil sogar seine berühmte 13. Legion.

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Unsere Karten in dieser historischen Schlacht stehen schlecht: Ptolemeus XIII., Kleopatras Bruder, steht mit einer Übermacht auf einem Hügel vor dem kanabischen Nilarm. Er verfügt über eine starke Kavallerie von 80 Kamelreitern, wird mit 20 Kriegselefanten in unsere Reihen preschen und rollt vier der mächtigsten Waffen aus „Rome 2: Total War“ aufs Schlachtfeld: die Ballisten. Um die Herausforderung noch ein wenig zu steigern, stehen die Ägypter auf dem Hügel, während unsere römische Legion am Fuß des Berges beginnt.

Lasst sie kommen, könnte man denken. Schließlich hat Cäsar historisch gesehen schon einige Schlachten gewonnen, indem er sich eher defensiv verhielt, Truppen hinter der Front verbarg und diese dann überraschend zuschlugen und den Feind eingekesselt haben. Hier funktioniert das nicht, denn Ptolomäus verfügt über 120 Bogenschützen mit hoher Reichweite. Außerdem sind diese Ballisten wirklich teuflisch: Die Dinger sind zwar auf hohe Distanz nicht besonders treffsicher, schlagen sie jedoch in unseren Reihen ein, töten sie direkt mal 30-50 Mann. Das entspricht gut einem Zehntel unserer Armee, da schwankt die Balance.

„Führ halt deine Kavallerie um die Flanke und schalte die Ballisten aus“, wird der Strategie-Profi sagen. Schwierig in diesem Fall, weil der Hügel recht steil ist, die Pferde ergo langsamer laufen. Außerdem gibt es im ganzen Gelände kaum Bäume oder natürliche Deckung, die Kavallerie wäre also den Pfeilen der ägyptischen Bogenschützen schutzlos ausgeliefert.

Letzter Strohhalm: Die römische Marine

Die 13. Legion ist dem Feind gut 1:2 unterlegen. Um die Schlacht zu drehen, müssen wir also vor allem unsere Marine effektiv einsetzen. Sechs Schiffe lagern in einem Arm des Nils, darunter jeweils fünf Tiremen und eine Quireme, die jedoch sogleich von der ägyptischen Flotte angegriffen werden. Die Quireme ist ein schweres Artillerie-Boot, das mit wenigen Ballistentreffern jedes Schiff versenkt. Die Tiremen hingegen sind schnell, bieten sich ergo zum Rammen an und befehlen wir den Bogenschützen ihre Pfeile anzuzünden, können wir damit auch ordentlich Schaden auf Distanz machen.

Total War: Rome 2 - Und alles nur wegen Kleopatra...

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Die Kamelreiter der Ägypter sind sehr stark, weil die Tiere mehr aushalten als Pferde und die Reiter von einer hohen Position zustechen können.
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Auf See müssen wir zwischen zwei Optionen entscheiden: Wollen wir die Bogenschützen an Land bringen oder lieber weitere Legionäre? Alles ist unmöglich, gegen die starke ägyptische Flotte müssen wir auf jeden Fall mindestens zwei Schiffe opfern, damit die anderen genug Zeit haben, ihre Truppen an Land abzusetzen. Wir entscheiden uns in erster Linie, die Boote mit den meisten Bogenschützen zu retten. Von denen bringen wir 2/3 an Land, einige lassen wir an Bord, damit die Schiffe direkt wieder in die Seeschlacht eingreifen können.

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Holla, die Waldfee, hier geht’s gut ab, denn wir müssen parallel die Schlacht an Land und zu Wasser schlagen. Unsere Quireme ist jedoch sehr effektiv, schaffen wir es, die mit den anderen Schiffen zu schützen, lassen sich direkt mal zwei ägyptische Penteres-Angriffsschiffe versenken. Wir blocken ergo den Rammangriff der ägyptischen Octeres, sehen, wie unsere Tireme untergeht, retten so aber unser Flaggschiff.

TW-Einmal-Eins: Bogenschützen nie alleine stehen lassen

Während die Schlacht auf See tobt, ziehen wir unsere Verstärkungstruppen an Land. Wichtig: Die Bogenschützen so schnell wie möglich mit Infanterie verstärken, die werden sonst ruck zuck von Kavallerie überrannt. Am besten bieten sich hierfür Trarii-Einheiten an, denn die Elite der römischen Legion ist stark gerüstet und kämpft mit einem langen Speer.

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Die historische Schlacht „Battle of the Nile“ ist ganz schön tough, weil ihr parallel an Land und zur See kämpfen müsst.
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Damit können wir eine Art Phalanx bilden und so unter minimalen Verlusten die Angriffe der ägyptischen Reiterei abwehren. Größtes Problem sind nach wie vor die heftigen Bombardements durch die Ballisten des Gegners. Bis die ägyptische und römische Armee aufeinander treffen, vergehen einige Minuten weil der Weg ziemlich weit ist, ergo wählen wir eine offene Formation und strecken die Legion so weit wie möglich nach außen. Je tiefer gestaffelt die Soldaten stehen, desto verwundbarer sind sie für die Ballista-Geschosse.

Rome 2: Total War ist ein extrem umfangreicher Taktik-Koloss. Die Schlachten sehen toll aus und die Diplomatie macht einen runden Eindruck.Ausblick lesen

Creative Assembly scheint seine K.I.-Feldherren in die Taktikschule geschickt zu haben, denn die Ägypter versuchen sofort mit ihrer Kamel-Reiterei unsere gelöste Formation auszunutzen und uns in die Flanke zu fallen. Dort wartet aber bereits unsere eigene Reiterei, außerdem sind die Römer sehr gut darin, richtig schnell Verteidigungspositionen einzunehmen, die sich mit Pferden schwer durchdringen lassen. Und hey, wir haben ja auch noch ein paar Elefanten.

Großangriff: Ballisten und Elefanten ausschalten

Gegen die Kriegselefanten der Ägypter helfen in erster Linie Bogenschützen, die greifen im Schutz unserer Triarii an. Eine größere Gefahr geht auch von den ägyptischen Streitwagen aus, denn die haben messerscharfe Sicheln an den Speichen. Teufelswerkzeug, erwischen sie die Beine unserer Soldaten, fliegen die Jungs in meterhohem Bogen durch die Luft. Gegen Streitwagen sind Elefanten hilfreich, alternativ tun es auch Bogenschützen.

Die Ballisten stehen rund um den Siegpunkt verteilt, den Creative Assembly jetzt in alle historischen Schlachten einbaut. Versammelt ihr hier genug Truppen und haltet den Punkt eine bestimmte Zeit lang, ist der Sieg euer. Eine gute Idee, denn gerade gegen die K.I. war es in den letzten „Total Wars“ oft mühselig auch noch den letzten versteckten Soldaten irgendwo in der Pampa zu suchen.

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Elefanten einzusetzen ist zwar effektiv, aber auch gefährlich: Wollen die Rüsseltiere fliehen, drehen sie sich oft um und stampfen durch die eigenen Reihen.
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Zeit für den Großangriff! Unser Ziel ist es, die Schlacht auf die Außenbereiche zu verlagern, damit die Ägypter Truppen aus der Mitte abziehen müssen. Wir attackieren also in geschlossener Front mit unseren Legionären und profitieren dabei vom Status der 13. Legion. Die Infanterie besteht zu großen Teilen aus Veteranen, entsprechend schlagkräftig gehen sie zu Werke und fliehen auch nicht gleich, nur weil da so ein Dickhäuter herantrampelt. Währenddessen brechen wir mit einigen Einheiten in die Mitte durch, töten die Lademannschaft der Balliste und übernehmen mit eigenen Truppen das Kriegsgerät.

Aus der kurzen Distanz müssen wir zwar „friendly fire“ hinnehmen, töten aber mit nur wenigen Treffern ganze Einheitenverbände und vor allem die Elefanten. Es ist eine verlustreiche Schlacht, bei der wir das ganze taktische Repertoire der Römer ausspielen müssen. Unser größter Trumpf sind letztlich die Veteranen, die den Feind müde kämpfen. Stoßen wir dann immer mal wieder mit Kavallerie in ihre Reihen, fliehen die Ägypter und der Sieg ist unser.

Neuerungen auf der Kampagnenkarte: Das Provinzsystem

Genug geschlachtet, Zeit für globale Strategie. Natürlich fällt die Karte in „Rome 2: Total War“ viel größer aus als das winzige „Shogun 2“. Satte 138 Regionen gilt es zu erobern, vom tiefen Britannien bis nach Syrien im Osten und Ägypten im Süden. Damit dieses gigantische Imperium noch kontrollierbar bleibt, führen die Entwickler ein Provinzsystem ein: Diverse Städte bilden eine Provinz. Klicken wir auf die Hauptstadt, können wir damit Strategien für die ganze Provinz festlegen.

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Fiese Spezialeinheit: Die Kamelbogenschützen reiten an der Kampfzone vorbei und feuern aus jeder Position.
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Herrscht beispielsweise Armut und droht ein Aufstand, schmeißen wir Geld auf das Gebiet und ordnen rauschende Feste an. So lässt sich kurzfristig die Zufriedenheit steigern, natürlich sollten wir danach schleunigst mehr in Farmen investieren und entsprechend Nahrung ranschaffen. Alternativ gibt es auch wieder die brutale Methode Aufstände blutig niederzuschlagen, was sich bisher in jedem „Total War“ als probates Mittel erwiesen hat.

Das Familien-System

Ihr könnt mit acht verschiedenen Fraktionen die Welt beherrschen: Rom, Karthago, Makedonien, keltischen Stämmen wie den Avernern, Icener (Kelten), Sueben (Germanen), Parther (Iran) und Ägypten. Jede Fraktion hat ihre eigenen diplomatischen Eigenheiten, auf der E3 standen die Römer im Fokus. In Rom herrschen drei Familien: die Julier, Cornelier und Junier. Dank Cäsar sind die Julier die führende Kraft, die Familie Cornelius rund um Sulla jedoch bedrängt ihn. Unser Ziel ist es, „politisches Kapital“ aufzubauen.

Verheiraten wir einen unserer Söhne mit einer Tochter aus dem Haus der Junier, steigt unser politisches Kapital und unser Einfluss auf diese Familie. Wir bilden quasi eine Art familiäre Allianz. Gegenspieler wie Cicero, der im Senat heftig gegen unsere Eroberungspläne wettert, lassen wir einen Unfall erleiden. Aber Vorsicht: Versagt der Attentäter, sinkt euer Ansehen bei allen Familien. Die haben dann Angst auch auf einer schwarzen Liste zu landen.

Die Söldner: Kamele für die Legion

Palmen sprießen aus dem Boden, der Nil fließt gemütlich durchs Land und hier und da erblicken wir Elefanten oder Kamele. Die Karte ist deutlich detaillierter als in den Vorgängern, „das hat nicht nur ästhetische Gründe“, erklärt Craig Laycock, Global Community Director von Creative Assembly. „Wir wollen euch mit einem Blick auf die Karte zeigen, wo sich lohnenswerte Gebiete befinden. Nehmt ihr die ein, könnt ihr dort von wertvollen Boni profitieren und Söldner anheuern.“

Als Cäsar verfügen wir zwar über eine sehr kampferfahrene Legion, aber eben nur diese eine. Geld hat Rom durch seine Eroberungszüge genug, daher investieren wir in Kamelreiter, weil Kamele deutlich widerstandsfähiger im Kampf sind als Pferde (Kamele geraten kaum außer Atem, kämpfen ergo sehr lange) und natürlich Kriegselefanten. Auch die ägyptischen Bogenschützen sind interessant. Die machen zwar weniger Schaden als die römischen, haben auf Grund ihrer Langbögen aber eine deutlich höhere Reichweite.

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Weil „Rome 2“ Land- und Seeschlachten kombiniert, müsst ihr das auch in eure taktische Planung auf der Kampagnenkarte einfließen lassen. Vernichtet ihr die ägyptische Flotte, könnt ihr Truppen direkt im Hafen von Alexandria landen lassen.
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Die Diplomatie: Rom bespuckt Makedonien, Ägypten „liked“ das

Die wohl größte Neuerung gibt’s im Diplomatie-System, dem wunden Punkt von vielen „Total War“-Spielen. Oft war es vollkommen unklar, warum jetzt jene Nation uns den Krieg erklärte oder plötzlich keine Lust mehr auf Handelsabkommen hatte. Das will Creative Assembly jetzt deutlich transparenter gestalten.

Auf den ersten Blick zeigen farbige Masken an, wie die anderen Fraktionen zu euch stehen. Klickt ihr auf eine der Masken, wird ein Bildschirm namens „Beziehungen“ eingeblendet. Dort werden „Aktionen, die ihnen gefallen“ und „Aktionen, die ihnen missfallen“ untereinander aufgelistet. Ägypten findet es klasse, dass wir Makedonien den Krieg erklärt haben, und freut sich über Handelsabkommen mit Sparta sowie Athen.

Dass Cäsar allerdings mit einer gesamten Legion die ägyptische Grenze übertreten hat, findet der Pharao gar nicht gut. Das gibt gleich mal 24 Minuspunkte. Na ja, egal, für unsere schöne Kleopatra und zum Ruhme Roms müssen wir die ägyptische Armee ja eh vernichten.