11 nach Christus schlägt ein Mann in weißem Gewand seinen Kopf an die Wand. „Varus, Varus, gib mir meine Legionen zurück“. Blut tropft vom edlen Marmor, die Kamera blendet aus. Wir reisen zwei Tage zurück in den Teutoburger Wald.

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18.000 römische Soldaten werden hier in die Todesfalle tappen. Es sollte die größte und schmerzvollste Niederlage des Imperium Romanum werden und unser Job in einer der historischen Schlachten von „Rome 2: Total War“ ist es, genau das zu verhindern. Was wir erlebt haben? Nun, diese Zeilen berichten der Nachwelt davon.

Es raschelt im Gebüsch. Tausende Augenpaare sind gerichtet auf die Todgeweihten: Legionäre, die ihren schweren Schild am linken Arm tragen und sich mit 30 Kilo Marschgepäck durch den schlammigen und sumpfigen Teutoburger Wald schleppen. Einige sehen müde aus, trotten nur vor sich hin, andere zücken bereits nervös ihre Schwerter und harren der Dinge, die da kommen mögen.

Total War: Rome 2 - 18.000 Legionäre in der Todesfalle

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„Der will doch nur spielen“. Denkste, die Kampfhunde der Cherusker lieben es, Kehlen zu durchbeißen. Mit drei Legionen tappen wir hier in die Todesfalle Teutoburger Wald.
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An vorderster Front reitet Arminius, ein Cherusker, der als Kind von den Römern gefangen genommen und zum Edelmann erzogen wurde. Rom hat ihn ausgebildet und zum Kommandeur der Hilfsstreitkräfte ernannt. Er kennt die Stärken und vor allem Schwächen der bestens ausgebildeten Legionen. Als wir in die Schlacht eingreifen, schlängeln sich bereits Tausende Soldaten in schmalen Reihen von jeweils sieben Mann durch den Teutoburger Wald.

Die Germanen kennen sich im Dickicht aus, sie verschmelzen förmlich mit der Umgebung und verbergen sehr lange ihre Streitmacht. Der erste Angriff erfolgt mit ein paar brennenden Strohballen, einer der neuen Spezialattacken aus „Rome 2: Total War“. Es ist eine sehr effektive Waffe, denn sie treibt unsere Formation auseinander. Die Römer stehen normalerweise eng beieinander, der Nebenmann schützt den anderen mit seinem Schild.

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Als die Formation aufbricht, stoßen die Germanen mit ihren Truppen rein, werden jedoch von unseren exzellent ausgebildeten Legionären zermalmt. Arminius scheint keine Chance zu haben gegen unsere 17. Legion.

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Brennende Heuballen sind ein sehr effektiver Spezialangriff, um die massive Formation unserer Armee aufzubrechen.
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„Rome 2: Total War“ wird wohl wieder ein Strategiespiel, bei dem gewisse Geschichtskenntnisse Leben retten können. Uns erwarten sehr viele geskriptete Angriffe und Fallen, die wir allerdings kontern können. Aus der Historie wissen wir, dass die Germanen immer wieder angegriffen und sich dann wieder in die Wälder zurückgezogen haben. Varus ließ sie damals von seiner Reiterei verfolgen, die gerieten in einen Hinterhalt und wurden abgeschlachtet.

Römische Legionäre und ihre Fitness

Die Kavallerie ist in dieser Schlacht sehr wichtig, weil wir uns immer wieder großen Verbänden von Bogenschützen gegenübersehen. Die germanischen Einheiten haben nur wenige Rüstungspunkte, sind dadurch schneller als unsere Männer, aber auch leichter zu töten. Zwar sind die römischen Legionen trotz ihrer schweren Kettenhemden erstaunlich flott unterwegs, wenn wir sie allerdings allzu ruppig einsetzen und ständig auf den Feind hetzen, sinken ihr Fitnesswert und damit auch die Moral rapide.

Eine packende Schlacht gegen eine gnadenlos gute K.I., die jeden Fehler sofort bestraft. Technisch stark, taktisch spannend. Ich will mit Rom endlich die Welt erobern.Ausblick lesen

„Das Wichtigste in dieser Schlacht ist ein perfektes Truppen-Management“, erklärt Creative Assemblys Lead-Battle-Designer Jamie Ferguson. Mit anderen Worten: „Rome 2“ ist exakt das, was ausgehungerte Strategen wollen und brauchen: eine richtig knackige Herausforderung. Wir verfügen über rund ein Drittel Elitesoldaten und zwei Drittel Hilfskräfte. Ergo müssen wir die Elite-Legionäre immer wieder zurückziehen, damit sie sich erholen können, und lassen – so hart es auch klingt – die Hilfstruppen sterben.

Das kennen Total-War-Veteranen bereits, allerdings ist es hier im Teutoburger Wald extrem schwierig, seine Verbände ausruhen zu lassen. Es gibt keine Frontlinie und wir werden ständig von allen Seiten attackiert. Ergo müssen wir versuchen, mit unserer Armee einen Kessel zu bilden, in den wir immer wieder angeschlagene und ausgepowerte Einheiten zurückziehen. Tun wir das nicht, sinkt die Moral und die Jungs desertieren.

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Die Berserker der Germanen sind zwar deutlich schlechter gepanzert als wir, nutzen aber ihre Masse und Schlagkräftigkeit.
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Legionen dürfen fallen, der Adler aber muss stehen

Die Römer waren ein Volk, für die der Wille der Götter und die eigene Ehre über dem Leben ihrer Soldaten stand. Deshalb gibt es in dieser historischen Schlacht nur ein Ziel: Rette die drei Adler. Goldene Adler, die vom Standartenführer getragen wurden, galten als Wahrzeichen einer Legion. Erst wenn sie dem Feind in die Hände fielen, galt die Armee als geschlagen. Selbst wenn wir in dieser Schlacht dafür über 10.000 Soldaten opfern müssen, sollen wir um jeden Preis die Adler schützen und bis zum Waldrand bringen.

Klingt machbar, ist aber verdammt knifflig. Selbst Al Bickham, ehemaliger Redakteur des britischen Spielemagazins PC Gamer und heute Communications-Manager von Creative Assembly, tut sich auf einem der höchsten Schwierigkeitsgrade sichtlich schwer. Die Schlacht im Teutoburger Wald gleicht einem dynamischen Horde-Modus. Der Feind scheint nahezu unendliche Kräfte zu haben, unsere Legionen werden hingegen schneller dezimiert, als wir gucken können. Nach dem ersten Großangriff ziehen wir uns in ein Tal zurück und hoffen, dort die starken Formationen der Römer nutzen zu können.

Diese verdammten Bäume

Pustekuchen, denn auf den Bergen im Nordwesten nehmen uns Hunderte Bogenschützen unter Beschuss. Aus Norden rücken gewaltige Kavallerie-Armeen an und drängen unsere Armee immer weiter in ein Sumpfgebiet. Lokale Begebenheiten sind wichtig: Beispielsweise können die Soldaten im Sumpf nicht rennen, sich also nicht schnell zurückziehen. Unsere einzige Chance: durchhalten.

Wir müssen mit zehn Kohorten (je 100 Mann, also 1000 Soldaten) die Angreifer aus dem Norden aufhalten, damit unsere letzte halbwegs intakte Legion mit den drei Adlern bis zum Waldende durchbrechen kann. Doch die germanischen Stämme haben viele Cherusker, die mit bärenstarken Berserkern angreifen. Sie zerschmettern unsere völlig überforderten Truppen, die physisch und psychisch am Ende sind.

Creative Assembly will Schlachten deutlich intensiver und weniger berechenbar machen. Deshalb haben die Kartendesigner alle Bäume fünfmal größer gemacht als in „Shogun 2“ und die Wälder dichter. „Ihr könnt neuerdings Hinterhalte legen“, erzählt Lead-Battle-Designer Jamie Ferguson. „Wenn ihr exakt im richtigen Moment losschlagt, bekommen eure Truppen einen Kampfstärkebonus, weil sie den Feind überraschen“.

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Im Pfeilhagel stellen wir die Formation auf Schildkröte. Die hinteren Soldaten schützen dann jeweils ihre Vordermänner mit dem Schild.
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Eine interessante Idee, denn ihr könnt Armeen jetzt jederzeit in den Angriffs-, Verteidigungs- oder Hinterhaltsmodus stellen. Das soll vor allem die technologischen Nachteile der germanischen, gallischen und britischen Stämme ausgleichen.

Wer mag, kann mit einem Teil seiner Armee an einem schmalen Bergpass in Lauerstellung gehen und auf den Feind warten. Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung, gerade gegen die schwer gepanzerten Römer und ihre Legionäre, die durch die Sterne über ihrer Kohorte anzeigen, wie viel Erfahrung sie schon gesammelt haben. Wie aus der Total-War-Reihe gewohnt leveln die Einheiten.

Je länger sie überleben, desto effektiver kämpfen sie. Schade nur, dass das hier heute kein guter Tag zum Sammeln von Erfahrungspunkten ist. Zwar retten wir einen Adler und ein paar Kohorten, fast neun Zehntel unserer einst so stolzen Armee liegen nach der Schlacht aber tot oder sterbend auf dem schlammigen Boden dieses verfluchten Waldes.