Herzlich willkommen zu einem der beklopptesten, sinnlosesten und schlechtesten Spiele, die in all den Jahren der erfolgreichen PlayStation 2-Präsenz je hervorgebracht wurde! Wir Redakteure haben es echt nicht leicht - während gefrustete Käufer derartige "Spiele" zumindest nach wenigen Minuten von der Festplatte tilgen können, müssen das Software-Grauen bis zum bitteren Ende erdulden.

Ja, die Welt ist wirklich unfair und zeigte sich im vorliegenden Rezensionsmuster von seiner hässlichsten Seite.

What the fuck?
In Torrente 3: The Protector schlüpfen wir in die Rolle des dümmsten Polizisten Spaniens, der wegen seiner eher zufällig erlangten Erfolge nicht nur mit dem titelgebenden Namen "Torrente"ausgestattet wurde, sondern zudem auch noch einen Fall von höchster Dringlichkeit anvertraut bekommt: Eine Abgeordnete des Europaparlaments will beschützt werden, da versteht es natürlich sich von selbst, dass nur wir - wohlgemerkt mit Halbglatze und Bierwampe - diesen Auftrag erfüllen können.

Torrente 3 - Unterwegs auf den Straßen Madrids. Wie schlägt sich der dümmste Polizist Spaniens im dritten Teil?

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Wieso muss ausgerechnet ich für solch ein Spiel herhalten?
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Was heißt das für uns? Wir rennen oder fahren in billigster 08/15-GTA-Kopiemanier durch eine der optisch langweiligsten Städte der letzten Jahre, erfüllen Aufträge, reden mit den verschiedensten Charakteren und plätten natürlich Bösewichte. Hört sich alles nach einer 1:1-Kopie des beliebten Grand Theft Auto-Gameplay's an - und das ist es auch. Andererseits: Ein an sich todsicheres Spielprinzip so dermaßen versemmeln kann, müsste den Entwicklern schon fast als Erfolg ausgelegt werden.

Torrente 3 - Unterwegs auf den Straßen Madrids. Wie schlägt sich der dümmste Polizist Spaniens im dritten Teil?

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Die grafische Darstellung der spanischen Hauptstadt ist grandios - oder?
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Alles fängt schon damit an, dass Torrente 3 lustig sein will, es aber zu keiner Zeit ist. Hey cool, wir bringen in einem abstürzenden Flugzeug Terroristen mit Plastikgabeln um die Ecke! Wow, wie innovativ: Auch Koffer dürfen wir den dumm aussehenden und mindestens genauso agierenden KI-Kadavern vor die Ömme knallen. Was für ein Heidenspaß! Den Opa, der uns den letzten Fallschirm klauen will, machen wir übrigens auch noch kalt. Um die restlichen Passagiere, die im bald zerschellenden Flugzeug sitzen, kümmern wir uns dabei jedoch nicht. Ein Polizist muss ja schließlich nur auf sich selbst aufpassen.

So quält man seine Konsole...
Versteht uns nicht falsch, schwarzer Humor und makabere Witze in allen Ehren, doch was dem ahnungslosen Spieler hier vorgesetzt wird, ist frei von jeglichem Niveau. Der Postal-Dude konnte in dieser Hinsicht punkten, Torrente hingegen ist einfach nur bescheuert und macht dabei nicht einmal Spaß. Das fängt bei der unterirdischen KI an, geht über diverse technische Ungereimtheiten wie nicht startende oder falsch verlaufende Missionen und hört beim quasi nicht existierenden Spielspaß auf. Mit am Schlimmsten ist, dass wir nicht von Anfang an jedes Fahrzeug kapern dürfen, sondern diese Lizenz erst käuflich erwerben müssen. Da bleibt uns zuerst nur der Weg zu Fuß oder mit eher vereinzelt auftauchenden Mofas.

Die fahrbaren Untersätze steuern sich zu allem Übel noch wie ein großes Stück Beton auf Rädern und lassen sich komischerweise erst dann etwas einfacher lenken, wenn wir sie stark beschleunigen. Was soll das? Das fragt man sich auch, wenn unser Weight-Watchers-Gedächtnisbulle Angst bekommt oder zu lange zu Fuß gelaufen ist. Dann aber schleunigst auf die Latrine! Hier wird erst einmal "Kaka" gemacht, möglichst zielgenau gepinkelt oder sich einen von der Palme gewedelt, damit wir "Fat Joe" wieder normal durch die grausig aussehenden Szenerien hetzen dürfen. Wir wissen ja nicht, wer auf so einen Schmarrn kommt, nüchtern dürften die dafür verantwortlichen Personen dabei aber nicht gewesen sein.

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Wo finde ich am Schnellsten etwas zum Erbrechen?
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Habt ihr dann immer noch nicht genug vom ersten wirklich bekannten PS2-Virus, werdet ihr spätestens bei der technischen Umsetzung um Gnade winselnd die weiße Fahne schwenken. Jeder Kriegsschauplatz sieht besser aus als das, was uns hier als detailgetreues Abbild der spanischen Hauptstadt Madrid vorgesetzt wird. Eckige Häuser und Personen, geradezu lachhaft schlechte Animationen und trotz alledem ruckelt Torrente 3 des Öfteren. Woher die Ruckler? Waren es aufwändigen Kack-Effekte, der effektvoll gestaltete Urinstrahl oder doch die Wischi-Waschi-Texturen, bei denen man sich fragt, ob nun der entscheidende Moment gekommen ist, über die Anschaffung einer Brille nachzudenken.

Genauso mies ist auch der Sound: Neben den unerträglichen englischen Synchronsprechern werden in der abgewrackten Akustik-Küche des Spiels auch Effekte und Hintergrundmusik auf Sparflamme gehalten.