Im direkten Vergleich mit Mythos fallen aber ein paar Ungereimtheiten auf. Etwa die Tatsache, dass längst etablierte Genrestandards, die in dem eingestellten Action-RPG großen Anklang fanden, in „Torchlight“ nicht zu finden sind. So gibt es z.B. weder eine Auto-Pickup-Funktion, mit der alle Gegenstände auf dem Boden aufgesammelt werden, das Crafting-System wurde ebenfalls gestrichen.
Da freut sich das Sammlerherz: Die Items findet man in den verschiedensten Wertigkeiten.Besonders schmerzlich vermissen wir allerdings die Achievements, die das Sammelsuchtprinzip in „Mythos“ ins schier Unermessliche trieben. Dafür feiern einige Komfortfunktionen hier erst ihre Premiere. In den Städten warten etwa hilfsbereite NPCs, die gegen ein kleines Taschengeld Juwelen aus Sockeln entfernen und auch sonst sehr nützliche Dienste anbieten. Auch dass sämtliche Gegenstände im Inventar nur einen Slot belegen und so nervige Aufräumaktionen unterbunden werden, ist nicht nur neu, sondern auch toll.
Die beste Idee der Gebrüder Schaefer ist jedoch eher… nun ja, flauschiger Natur: In „Torchlight“ folgt euch nämlich ein treues Haustier (je nach Wahl entweder ein Hund oder Luchs) in die Schlacht. Das kampfstarke Tierchen teilt dabei gar nicht mal schlecht aus, zieht Gegner auf sich, lässt sich mit Gegenständen ausstatten und darf (skurrilerweise) sogar zwei Zaubersprüche sprechen.
Dicke Bossgegner und Champions trifft ihr nahezu alle fünf Meter - dicker Loot ist meist die direkte Folge.Verwenden darf er generell sämtliche Spells, die auch unser Charakter verwenden kann. Wir haben unseren Hund „Typ“ etwa zum Feuerball-spuckenden Superkläffer ausgebildet, der sich seine eigene Zombieprivatarmee herbeizaubern kann. Ein weiterer genialer Nebeneffekt: Füttern wir unser Schoßhündchen mit speziellen Fischen, die wir an bestimmten Stellen angeln können, verwandelt sich das Tierchen temporär in ein Monster – mit all dessen Fähigkeiten und Vorzügen.
Ob Hund oder Luchs – das Haustier ist dank seiner variablen Einsatzmöglichkeiten selbst in hohen Regionen ein wertvoller Begleiter. Auch wenn die Wegfindungs-KI selten richtig funktioniert. Der schönste Nebeneffekt ist jedoch, dass wir unbrauchbare Gegenstände, unserem Begleiter aufbürden können und ihn jederzeit zum Verkauf in die Stadt schicken. Nach wenigen Minuten steht das drollige Viech wieder munter kläffend vor uns – mit einem ordentlichen Batzen Gold im Maul. Bei aller kreativen Flaute – aber diese Idee ist wirklich toll.
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