Tony Tough and the Night of the Roasted Moths (PC-Test)
von Gregor Dutz

Der deutsche Publisher »dtp« versucht anscheinend das bereits tot gesagte Point'n'Click-Genre wieder zu beleben. Mit dem Spiel »Runaway« wurde ja schon ein gutes Adventure vorgelegt. Aber kann dieser Erfolg mit »Tony Tough« wiederholt werden?

Es ist wirklich schön dieses Gefühl. Man fühlt sich an »Monkey Island«, »Indiana Jones« und Konsorten erinnert, wenn man zum ersten Mal nach langer Zeit wieder ein klassisches 2D-Point'n'Click Adventure vor sich liegen hat.

Und los geht's
Das Spiel also schnell auspacken und installieren. Beim Spielstart hat man die Wahl zwischen zwei Schwierigkeitsstufen. Allerdings werden im leichteren der beiden Modi die Rätsel nicht wirklich einfacher, sondern es werden nur ein paar davon im Spiel weggelassen. Deshalb empfehle ich, das Spiel auf der normalen Stufe spielen, im Notfall kann man ja dann immer noch nach einer Lösung im Internet suchen.

Gleich zu Beginn: Die Bugs Während der ersten Spielminuten fiel mir sofort auf, dass mit dem Sound irgend etwas nicht stimmt. Der kommt etwas abgehackt und mit Knistern aus den Boxen. Der Grund dafür ist, dass das Spiel allergisch auf die weit verbreiteten Soundkarten der Marke »Creative Live!« reagiert. Die Lösung des Problems ist schnell gefunden: Einfach die Hardware-Unterstützung für den Sound in der Systemsteuerung abschalten und auf Software umstellen. Gleich hat man ein ganz anderes Spielgefühl und es kommt richtige Adventure-Stimmung auf.

Tony Tough: The Night of Roasted Moths - Das Revival der Adventures geht weiter! Das gelungene Point'n'Click-Abenteuer im Test!

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Doch halt! Wieso bewegt sich plötlich nichts mehr? Das darf doch nicht war sein: Abgestürzt! Auch hier findet man die Lösung schnell im Internet. »Tony Tough« mag auch keine Programme, die im Hintergrund laufen. Also Firewall, Instant Messenger und Antiviren-Programm beenden und endlich kann es richtig losgehen. Im weiteren Verlauf unseres Testes lief das Spiel dann übrigens bis auf eine Ausnahme problemlos und stabil.

Rosa Nilpferd
Nachdem wir nun die ersten Negativpunkte abgehakt haben, können wir endlich zum Spiel kommen. Der Titel »Tony Tough and the Night of the Roasted Moths« lässt

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bereits erraten, wie die Hauptfigur des Spiels heißt und für wen wir auf Rätseljagd gehen müssen. Bei Tony Tough handelt es sich um einen kleinwüchsigen Detektiv mit einem Bierbauch und einem Hund. Da sind wir auch schon bei der zweiten Hauptperson des Spiels: Tony Toughs Hund, genannt »Pantagruel«. Aber eigentlich sieht Pantagruel nicht aus wie ein Hund, eher wie ein rosa Nilpferd. Und er macht auch gleich Probleme: Nicht nur, dass er trotz Tonys Verbot Süßigkeiten knabbert, nein, er lässt sich doch auch glatt entführen!

Und schon hat unser lieber Detektiv seinen ersten Fall und wir unser Hauptziel für das Spiel: Wir müssen Pantagruel finden!

Wer suchet, der werde finden Das Adventure beginnt an Halloween in der Detektei von Tony. Wir durchsuchen natürlich sofort das gesamte Haus und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist, es könnte ja später nochmal nützlich sein.

Sobald wir das Haus verlassen haben, kommen wir an den Eingang eines Parks, in dem gerade eine Art Jahrmarkt stattfindet. Man muss sich aber verkleiden und der alten schrulligen Frau am Eingang Süßigkeiten geben um hinein zu kommen. Aber kein Problem, wir schenken ihr einfach Pantagruels Süßigkeiten (leicht angeschlabbert) und verkleiden uns als Putzfrau. Dies alles funktioniert wie von Point'n'Click-Spielen gewohnt: Gegenstand im Inventar anklicken und zum Kombinieren auf einen anderen Gegenstand legen. Schwupps, schon haben wir uns ein wunderschönes Putzfrauen-Kostüm gebastelt. Um der Frau die Süßigkeiten zu geben machen wir im Prinzip genau das selbe: Auf den Gegenstand klicken und dann auf die Frau klicken. Die Steuerung ist also denkbar einfach. Auch Einsteiger werden damit sofort zurechtkommen.

Im weiteren Verlauf des Spiels müssen wir auf dem Jahrmarkt, in den der Spieler übrigens eingeschlossen wird, allerlei Aufgaben lösen. Schnell erfährt man, das Pantagruel wahrscheinlich in einem Schloss eingesperrt ist. Aber ich möchte nicht zu viel verraten, deswegen nur noch soviel: Man kommt an den ein oder anderen seltsamen Ort und selbst ein winziger Schuppen kann sich als merhstöckiges Mietshaus entpuppen...

Größtenteils logisch
Womit Einsteiger mehr Probleme haben werden, sind die Rätsel. Adventure-Veteranen dagegen

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werden gar nicht genug bekommen können von den größtenteils zwar logischen, aber durchaus knackigen Rätseln. Das ein oder andere Rätsel enbehrt aber schon (fast) jeder Logik. Wer würde schon auf die Idee kommen, mit einem lila Plüsch-Tapir einen Brunnen zu verstopfen? Die Rätsel sind alle so, wie wir sie aus »Monkey Island« und anderen Spielen kennen: Nicht unbedingt im reelen Leben anwendbar, dafür um so ausgefallener und humorig. Oder wer würde im echten Leben einen Regenwurm einfrieren und damit eine Tür aufsperren? Eben. Im gesamten Spiel besticht Tony durch seinen zugegebernermaßen etwas seltsamen Humor. Zu fast jeder Aktion hat er einen passenden Komentar auf Lager. Zwischendurch kommen dann auch Sprüche wie: "Alles mit allem zu probieren wird dich auch nicht weiterbringen!".

Ihr merkt schon, auch ich war zwischendurch ob der Lösung einiger Rätsel nahe am Verzweifeln. Sehr gut hat mir auch gefallen:"Mit Gewalt löst man gar nichts, außer vielleicht einen kleinen Streit."Perfekt?
Im Vergleich zu der schon seit längerem erhältlichen US-Version wurde die Grafik etwas aufpoliert: Die Hintergründe wurden kontrastreicher und schärfer. Allerdings passt die eckige und abgestufte Linienführung der Charaktere nicht zu den paintbrush-artigen, runden Hintergründen.

Ein besseres Antialiasing hätte der Grafik gut getan und für eine harmonischere Atmosphäre gesorgt.

Trotzdem ist die Grafik des Spiels recht schön, obwohl man sich manchmal ein paar Details mehr gewünscht hätte, denn solche Kleinigkeiten sind es, die ein perfektes 2D-Adventure ausmachen.

Noch zu erwähnen ist die erstklassige Sprachausgabe, für die unter anderem die Comedians Monty Arnold, Marco Rima, Marcus Maria Profitlich, Ingo Appelt und Tanja Schumann engagiert werden konnten.

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Nicht unbedingt im reelen Leben anwendbar, dafür um so ausgefallener und humorig. Oder wer würde im echten Leben einen Regenwurm einfrieren und damit eine Tür aufsperren? Eben. Im gesamten Spiel besticht Tony durch seinen zugegebernermaßen etwas seltsamen Humor. Zu fast jeder Aktion hat er einen passenden Komentar auf Lager. Zwischendurch kommen dann auch Sprüche wie: "Alles mit allem zu probieren wird dich auch nicht weiterbringen!".

Ihr merkt schon, auch ich war zwischendurch ob der Lösung einiger Rätsel nahe am Verzweifeln. Sehr gut hat mir auch gefallen:"Mit Gewalt löst man gar nichts, außer vielleicht einen kleinen Streit."Perfekt?
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Ein besseres Antialiasing hätte der Grafik gut getan und für eine harmonischere Atmosphäre gesorgt.

Trotzdem ist die Grafik des Spiels recht schön, obwohl man sich manchmal ein paar Details mehr gewünscht hätte, denn solche Kleinigkeiten sind es, die ein perfektes 2D-Adventure ausmachen.

Noch zu erwähnen ist die erstklassige Sprachausgabe, für die unter anderem die Comedians Monty Arnold, Marco Rima, Marcus Maria Profitlich, Ingo Appelt und Tanja Schumann engagiert werden konnten.