Autor: Andreas Müller

Kaum ist die neue Nintendo-Konsole erschienen, rollt Skateboard-Altmeister Tony Hawk auch schon über den Bildschirm. Statt einer einfachen Portierung des neuen »Tony Hawk Project 8«, präsentiert Activision mit »Downhill Jam« einen speziell für die innovative Wii-Steuerung optimierten Ableger der Funsportserie. Auf geht's!

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Down the hill!
Das »Tony Hawk Pro Skater«-Franchise gilt seit Beginn als eine der besten und erfolgreichsten Funsportserien überhaupt. Entsprechend kurz waren die Wartezeiten bei der Einführung sämtlicher neuer Plattformen. Selbst beim Debut des Gameboy Advance stand ein entsprechender Titel bereit. Alle bisherigen Versionen, unabhängig von der Plattform, hatten dabei eine Gemeinsamkeit - das Gameplay! Dies ist bei »Downhill Jam« anders.

Tony Hawks Downhill Jam - Es geht bergab mit Nintendo - zumindest per Skateboard auf der Wii.

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Hochmut kommt vor dem Faaaalll.....
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Neue Technologien erfordern neue Konzepte. Dies scheint auch bei Vicarious Visions, den Entwicklern der Serie, der Grundgedanke gewesen zu sein: Wie können die Bewegungsmelder der Wii sinnvoll mit dem Gameplay der »Tony Hawk«-Serie verknüpft werden? Das Ergebnis ist ein Titel, der mehr der »SSX Tricky«-Serie ähnelt als den konventionellen »Tony Hawk«-Spielen.

Bei »Downhill Jam« ist der Name nämlich Programm. Statt euch in großzügigen Arealen frei zu bewegen, brettert ihr die haarsträubendsten Gefälle dieser Welt hinunter. Von San Francisco über Hongkong bis nach Rio de Janeiro bewältigt ihr Neigungen, die jede Rolle zum Glühen bringen. Statt dem Abhang mit Ehrfurcht gegenüber zu treten, lacht ihr dem Abenteuer mutig ins Gesicht und zeigt zudem zahlreiche Tricks, die ihr bereits von anderen »Tony Hawk«-Titeln kennt.

Packshot zu Tony Hawks Downhill JamTony Hawks Downhill JamErschienen für DS, GBA, Wii und PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Dem Skaten zugeneigt...
Gesteuert wird das Spiel, indem ihr den Remote-Controller quer in der Hand haltet. Statt euren Skater jedoch mit dem Steuerkreuz zu lenken, erledigt ihr das über die entsprechende Neigung der Steuereinheit. Wollt ihr also nach links skaten, neigt ihr den Controller in eben diese Richtung. Die Taste 1 dient der zusätzlichen Beschleunigung und löst Sprünge, so genannte Ollies, aus. Mit der Taste 2 zeigt ihr spektakuläre Grinds auf Rails beziehungsweise allem, was sich als Rail gebrauchen lässt. Das Gleichgewicht wird bei Grinds ebenfalls durch die Neigung des Controllers gehalten, was vor allem für Einsteiger sehr intuitiv ist.

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Was für eine Idylle - wir grinden dem Sonnenuntergang entgegen!
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Je mehr Tricks ihr zeigt, desto schneller füllt sich eure »Zone-Bone«-Leiste. Ist diese Leiste gefüllt, dürft ihr durch ein beherztes Rütteln am Controller einen Geschwindigkeitsschub auslösen, der dem ohnehin atemberaubenden Tempo die Krone aufsetzt. Aufgrund des wahnsinnigen Tempos und der Tatsache, dass die Steuerung zwar gut gelungen ist, im direkten Vergleich zur Analogsticksteuerung der konventionellen Versionen jedoch ein wenig grob wirkt, werden euch Fehler großzügig verziehen. Vom Brett wirft es nur denjenigen, der den frontalen Kontakt mit Wänden, Autos oder anderen massiven Gegenständen sucht.

Tolerante Sturzphysik
Unsauber ausgeführte Tricks führen also nicht wie gewohnt dazu, dass ihr direkte Bekanntschaft mit dem Asphalt macht. Selbst wenn ihr nach einem Sprung mit dem Brett quer zur Bewegungsrichtung landet, hält sich euer Skater meistens auf dem Board. Dem Grinden kommt bei »Downhill Jam« zudem eine äußerst große Bedeutung zu, da ihr ganze Abschnitte des Abhangs durch Grinds auf Geländern, Zäunen, Stromleitungen und vielem mehr absolviert. Teilweise bekommt ihr nahezu den Eindruck, eure Rollen lediglich als Board-Accessoire mitzuführen.

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Kommt euch ein Skater in die Quere, dürft ihr auch austeilen.
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Da ihr bei »Downhill Jam« meistens im direkten Wettbewerb gegen andere Skater antretet, streuen die Entwickler durch Angriffsmoves das nötige Salz in die Suppe. Sobald ihr euch einem Kontrahenten nähert, bewirkt ein Druck auf den 1-Knopf eine Attacke, die euren Gegner bei gutem Timing vom Board befördert. Dies sorgt sowohl im Einzelspielermodus, insbesondere aber auch bei Splitscreen-Duellen gegen Freunde, für zusätzlichen Spielspaß. Obwohl die Rennen grundsätzlich linear verlaufen, könnt ihr einige Abkürzungen und alternative Wege finden, die euch gewisse Vorteile verschaffen.

Tony und die No-Names
Bei der Auswahl der Skater stehen neben Tony Hawk acht lediglich fiktive Charaktere zur Auswahl, die mit unterschiedlichen Fähigkeiten Abwechslung ins Spiel bringen. Skateboard-Legenden wie Rodney Mullen sucht ihr also vergeblich. Wem das Angebot nicht reicht, der darf seinen eigenen Skater kreieren und mit ihm die Abhänge bewältigen.
Im Downhill-Challenge-Modus treten Einzelspieler gegen acht KI-Gegner an und stellen bei verschiedenen Events in den insgesamt acht Locations ihr Können unter Beweis. Wer hier erfolgreich ist, spielt zudem neue Boards und Klamotten frei. Die Events sind zudem recht abwechslungsreich, soweit es das Spielkonzept zulässt. Mal entscheidet die Zeit über den Sieg, mal gewinnt der Skater mit den meisten Trickpunkten. Slalomrennen und vorgegebene Zeitlimits runden das Spektakel ab.

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Mit solchen Tricks wird die Zone-Bone-Leiste auf der rechten Seite schnell gefüllt.
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Bei der Präsentation des Spiels rümpft die grafisch verwöhnte Xbox-360-Fraktion sicherlich die Nase, da sich »Downhill Jam« eher auf Playstation-2- und Xbox-Niveau bewegt. Positiv fallen jedoch die sehr kurzen Ladezeiten und das konstant hohe Spieltempo auf, das Nintendos Wii offensichtlich spielerisch bewältigt. Die Darstellung der Skater wirkt ein wenig comichaft, was die im Vergleich zu den anderen »Tony Hawk«-Titeln reduzierte Ernsthaftigkeit des Spiels zusätzlich unterstreicht. Die Locations sind jedoch schön gestaltet und allesamt recht abwechslungsreich.