Tony Hawk's American Wasteland
(von Nedzad Hurabasic)

Wie so viele Kids auf der ganzen Welt träumen auch amerikanische Jugendliche davon, endlich dem Provinznest im Mittleren Westen zu entfliehen, in dem sie aufgewachsen sind. Einige davon gehen zur Army, andere werden Musiker, Nobelpreisträger oder... Profi

-Skater. Diesen Weg strebt auch der junge, namenlose Held des Skater-Spiels »Tony Hawk's American Wasteland« an. Es ist die mittlerweile siebte Auflage der Trendsport-Reihe aus dem Hause Neversoft, für die Skater-Legende Tony Hawk mit seinem Namen Pate steht. Um der Tristesse in seiner Heimat und den ständig nölenden Erwachsenen, die sein Hobby

Tony Hawks American Wasteland - Skate Ranch Trailer

bestenfalls belächeln, zu entkommen, setzt er sich kurzerhand in den Bus nach Los Angeles. In der verheißungsvollen Metropole will er sein Glück versuchen und seinen großen Vorbildern näher kommen.

Aller Anfang ist schwer
Doch für seine Träume muss man hart arbeiten, das merkt auch die aus fünf verschiedenen Charakteren ausgesuchte Spielfigur sehr schnell. Kaum ist der Bus in dem Moloch L. A. angekommen, wird das Landei auch schon von einigen halbstarken Straßenkids abgezogen und steht nur noch mit seinem Skateboard und den Klamotten da, die er am Leib trägt. Und selbst das ist noch zu wenig, um in der Megalopolis zu bestehen, wo es mehr als anderswo aufs Image und Aussehen ankommt. Selbst in der Skater-Szene machen Kleider Leute, was ihm unverblümt die hilfsbereite Mindy mitteilt. Ganz nach dem Motto: "Mit dem Aussehen wirst du's hier nicht weit bringen", schleppt sie den verdutzten Möchtegern-Skater zum Friseur und zum nächsten Klamotten-Laden, wo er sich für die ihm noch verbliebene Kohle einem

visuellen Tuning unterziehen darf.

Diese kleine Geschichte dient als Auftakt zum Storymodus des Spiels, der - das darf vorweggenommen werden - wirklich überzeugend rüberkommt. Die Geschichte ist zwar mit vielen Klischees versehen, aber interessant und konsistent genug erzählt, um den Spieler zu fesseln. Als blutiger Anfänger (ein so genannter "Noob"), der noch nicht allzu viele Skater-Tricks drauf hat, wird der naive Held nun von Mindy in die Szene eingeführt. Der Spieler darf sich entweder um das Fortschreiten der Story bemühen oder macht sich ans Erkunden des ersten von fünf zugänglichen Stadtteilen: Hollywood - The Walk of Fame. Wo sonst sollte ein blutiger Neuling seine ersten Schritte wagen? Aber keine Angst, auch Anfänger werden vor keinen große Hürden stehen und sich schnell zurecht finden, Skater-Veteranen werden sich umgehend wie zu Hause fühlen und die Steuerung im Handumdrehen verinnerlichen. Verändert haben sich im Vergleich zu früheren Auflagen wie Tony Hawk's Underground 2 nur marginale Details. Ein explizites
Tutorial gibt es zwar nicht, doch im Verlaufe der Missionen lernt der Spieler verschiedene Tricks anhand von audio-visuellen Lernhilfen und ist damit für das Skaten mehr als gerüstet. Sobald die ersten Moves sitzen, macht sich der Skater-Neuling nicht nur daran, seine Klamotten zurückzuerobern. Er baut auch mit der Zeit einen Ruf auf, der ihm den Zugang zu immer "exklusiveren" Skater-Kreisen ermöglicht. Mindy weicht ihm dabei nur selten von der Seite, schließlich ist sie es, die ihm aufgrund ihrer hervorragenden Szene-Kontakte häufig als Türöffnerin dient.

Your Choice: Story oder Freeplay?
Dem Spieler steht es jederzeit frei, dem Story-Modus zu folgen oder sich frei in den freigeschalteten Bereichen der Stadt zu bewegen. Dort kann er nach Herzenslust vor sich hin skaten, Tricks ausprobieren und bei Herausforderungen Geld verdienen. Bei bestimmten Nicht-Spieler-Charakteren (NPCs) können neue Moves, Kombos und Tricks erlernt werden, die teilweise für das Weiterkommen benötigt werden. Neben schon aus früheren Spielen bekannten Skater-Tricks wie Reverts,

Tony Hawks American Wasteland - Skater-Spaß auf dem Höhepunkt

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Manuals, Grind/Lip-Variationen, Flips oder Grinds, gibt es auch einige neue Moves, wie Bert-Slides und Natas-Spins, die wie immer in fast unendlichen Variationen kombiniert werden können. Wie Skater aus schmerzhafter Erfahrung wissen, klappt nicht alles - und vor allem klappt es nicht sofort. Wer sich auf die Nase legt, bekommt die Gelegenheit, seiner Wut darüber freien Lauf zu lassen und kann bei Wutanfällen sein Board zerdeppern oder durch die Gegend werfen bzw. kicken. Das befreit nicht nur, sondern gibt auch als Multiplikator die Möglichkeit, anschließend das Punktekonto mit Bonuspunkten und Kombos aufzustocken. Wer gar keine Lust mehr hat, sich aufs Board zu stellen, kann auch absteigen und per pedes durch die Stadt laufen und Fußgänger damit bewerfen. Das ist zwar nicht allzu sinnvoll, aber möglich. Darüber hinaus stehen im so genannten Off-Board-Modus auch verschiedene Moves wie Wall Run und Wall Flip zur Verfügung, die auch in Kombination mit Skater-Tricks verwendet werden können, um aberwitzig erscheinende Tricks auf die Straße zu zaubern. Krass! Wer will, kann auch Graffitis auf die Straßen und Wände sprühen.

Packshot zu Tony Hawks American WastelandTony Hawks American WastelandErschienen für GameCube, PS2, XBox, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Außerdem stehen an einigen Orten BMX-Räder rum, die der Spieler ebenfalls benutzen kann. Und das macht sogar Spaß - fast so viel wie das Skaten selbst. Die Steuerung des Rades ist überraschend simpel und trotzdem verdammt gut gelungen. Selbst Ungeübte werden keinerleiProbleme haben, aus der Vielzahl von möglichen Tricks wie Stalls, Bike-Whips, Wallrides, Spine Transfers usw. nette Stunts hinzulegen. Das macht Spaß und lockert die Skater-Action ein wenig auf - wenn man will. Wer lieber an der Story weiter "arbeiten" will, wird durch insgesamt 94 Missionen geführt, außerdem stehen 70 Sponsoren-Challenges bereit, bei denen der Spieler die Fähigkeiten (Stats) seiner Spielfigur verbessern kann. Diese Sonder-Aufgaben werden in Skate-Shops vergeben, bei denen in der Regel bestimmte Tricks, Moves oder Kombos gemeistert werden müssen und die dabei teilweise erst erlernt werden müssen.

Amüsante Geschichten werden nebenher spielerisch ins Gameplay einbezogen. So darf der Spieler z. B. im Blitzlichtgewitter eines roten Teppichs einen Stunt über "Ben Affleck" hinweg machen, dieser wird übrigens für seine Rolle in "Pearl Harbor" verspottet. Ansonsten kann sich der Spieler per Mini-Radar darüber informieren, wo er sich neue Aufgaben abholen kann. Diese gibt es wie gewohnt bei Passanten aufder Straße. Alten Board-Recken wird dieses Vorgehen nicht unbekannt sein. Als Rückzugspunkt dient nach dem Lösen der ersten, einfachen Aufgaben und dem Erreichen von Beverly Hills die "Skater-Ranch", die gegen das Interesse von "Bonzen" geschützt werden muss und durch Missionen um 43 spezielle Aufrüst-Teile verschönert werden kann.

L.A. besteht übrigens aus einem einzigen großen, zusammenhängenden Areal, das, sofern alle Bezirke freigeschaltet wurden, frei befahrbar ist. Und das ohne Ladezeiten! Jedenfalls fast. Denn hier arbeiten die Entwickler mit einem kleinen Trick: Die Areale sind mit länglichen Durchgangshallen miteinander verbunden, diese können entweder durchfahren oder durchlaufen werden. Währenddessen wird im Hintergrund der neue Stadtteil geladen, was nur selten durch kleinere Ruckler auffällt. Alternativ kann auch ein Bus benutzt werden, der die verschiedenen Bezirke miteinander verbindet. Die ereignislose, aber kurze Fahrt dient ebenso zum Nachladen der neuen Inhalte. Ein kleiner Wermutstropfen trübt allerdings den guten Eindruck des Story-Modus: Er ist recht kurz. Geübte Spieler der Tony Hawk's-Reihe werden das Ende der Geschichte schon nach etwa fünf bis sechs Stunden zu Gesicht bekommen, die Wahl der Schwierigkeitsstufe hat darauf kaum einen Einfluss.

Rock 'n Roll, Baby!
Wer die Story durchgespielt hat oder sich nicht allzu sehr dafür interessiert, findet aber auch darüber hinaus noch jede Menge weitere Inhalte vor. Da wäre z. B. der Klassik-Modus, bei dem viele Level aus der Vergangenheit der »Tony Hawk«-Reihe ein Comeback feiern und im traditionellen Zwei-Minuten-Rhythmus befahren werden dürfen. Natürlich

Tony Hawks American Wasteland - Skater-Spaß auf dem Höhepunkt

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gibt es auch wieder einen "Skate for Fun"-Mode für unbegrenzten und unlimitierten Fahrspaß ohne Ende, verschiedene "Mach-Dir-die"-Modi, in denen eigene Skater, Graffitis, Level und auch eigene Tricks entworfen und ins Spiel integriert werden können. Außerdem gibt es natürlich auch einen Multiplayer-Modus, bei dem ihr mit einem Freund zusammen bzw. gegeneinander zocken könnt. Dazu stehen eine Reihe verschiedener Spielregeln bereit. Entweder gilt es, dabei gleichzeitig im Splitscreen zu agieren und bestimmte Ziele zu erreichen oder nacheinander wilde Skater-Action zu entfesseln. Bei "Loser" wird beispielsweise im Wechsel versucht, im Zehn-Sekunden-Takt den Gegenspieler mit den besten Punktewertungen zuüberbieten. Wer zuerst fünfmal verliert und damit das Wort "Loser" erhält, ähm, verliert.

Grafisch wurde die Reihe auf ein beachtliches Niveau aufpoliert und darf visuell als gelungen bezeichnet werden. Auch wenn aufgrund des Spielprinzips keine grafischen Glanzstücke erwartet werden sollten, ist L.A. recht abwechslungsreich gestaltet und wurde mit vielen Rampen in ein Skater-Paradies verwandelt. Beim Sound hat sich nicht viel verändert, aber da gab es auch nicht viel zu verbessern. Die Skateboard-Effekte waren ohnehin schon auf einem realistisch hohen Niveau und daran hat sich nichts geändert. Auch die Vertonung ist gelungen, allerdings liegt sie nur in englischer Sprache vor und wird mit deutschen Untertiteln ausgeliefert. Der Soundtrack ist erstklassig, die Liste der beteiligten Punk-Rock-Bands ist lang und liest sich wie ein Who-is-Who der Branche: Von Green Day - "Holiday", über Dead Kennedys - "California Über Alles" bis hin zu Bad Religion - "We're Only Gonna Die" sind viele Ikonen entweder höchstpersönlich enthalten oder werden mit Coverversionen geehrt. Da kommt richtiges Skater-Feeling auf. Geil! gibt es auch wieder einen "Skate for Fun"-Mode für unbegrenzten und unlimitierten Fahrspaß ohne Ende, verschiedene "Mach-Dir-die"-Modi, in denen eigene Skater, Graffitis, Level und auch eigene Tricks entworfen und ins Spiel integriert werden können. Außerdem gibt es natürlich auch einen Multiplayer-Modus, bei dem ihr mit einem Freund zusammen bzw. gegeneinander zocken könnt. Dazu stehen eine Reihe verschiedener Spielregeln bereit. Entweder gilt es, dabei gleichzeitig im Splitscreen zu agieren und bestimmte Ziele zu erreichen oder nacheinander wilde Skater-Action zu entfesseln. Bei "Loser" wird beispielsweise im Wechsel versucht, im Zehn-Sekunden-Takt den Gegenspieler mit den besten Punktewertungen zuüberbieten. Wer zuerst fünfmal verliert und damit das Wort "Loser" erhält, ähm, verliert.

Grafisch wurde die Reihe auf ein beachtliches Niveau aufpoliert und darf visuell als gelungen bezeichnet werden. Auch wenn aufgrund des Spielprinzips keine grafischen Glanzstücke erwartet werden sollten, ist L.A. recht abwechslungsreich gestaltet und wurde mit vielen Rampen in ein Skater-Paradies verwandelt. Beim Sound hat sich nicht viel verändert, aber da gab es auch nicht viel zu verbessern. Die Skateboard-Effekte waren ohnehin schon auf einem realistisch hohen Niveau und daran hat sich nichts geändert. Auch die Vertonung ist gelungen, allerdings liegt sie nur in englischer Sprache vor und wird mit deutschen Untertiteln ausgeliefert. Der Soundtrack ist erstklassig, die Liste der beteiligten Punk-Rock-Bands ist lang und liest sich wie ein Who-is-Who der Branche: Von Green Day - "Holiday", über Dead Kennedys - "California Über Alles" bis hin zu Bad Religion - "We're Only Gonna Die" sind viele Ikonen entweder höchstpersönlich enthalten oder werden mit Coverversionen geehrt. Da kommt richtiges Skater-Feeling auf. Geil! gibt es auch wieder einen "Skate for Fun"-Mode für unbegrenzten und unlimitierten Fahrspaß ohne Ende, verschiedene "Mach-Dir-die"-Modi, in denen eigene Skater, Graffitis, Level und auch eigene Tricks entworfen und ins Spiel integriert werden können. Außerdem gibt es natürlich auch einen Multiplayer-Modus, bei dem ihr mit einem Freund zusammen bzw. gegeneinander zocken könnt. Dazu stehen eine Reihe verschiedener Spielregeln bereit. Entweder gilt es, dabei gleichzeitig im Splitscreen zu agieren und bestimmte Ziele zu erreichen oder nacheinander wilde Skater-Action zu entfesseln. Bei "Loser" wird beispielsweise im Wechsel versucht, im Zehn-Sekunden-Takt den Gegenspieler mit den besten Punktewertungen zuüberbieten. Wer zuerst fünfmal verliert und damit das Wort "Loser" erhält, ähm, verliert.

Grafisch wurde die Reihe auf ein beachtliches Niveau aufpoliert und darf visuell als gelungen bezeichnet werden. Auch wenn aufgrund des Spielprinzips keine grafischen Glanzstücke erwartet werden sollten, ist L.A. recht abwechslungsreich gestaltet und wurde mit vielen Rampen in ein Skater-Paradies verwandelt. Beim Sound hat sich nicht viel verändert, aber da gab es auch nicht viel zu verbessern. Die Skateboard-Effekte waren ohnehin schon auf einem realistisch hohen Niveau und daran hat sich nichts geändert. Auch die Vertonung ist gelungen, allerdings liegt sie nur in englischer Sprache vor und wird mit deutschen Untertiteln ausgeliefert. Der Soundtrack ist erstklassig, die Liste der beteiligten Punk-Rock-Bands ist lang und liest sich wie ein Who-is-Who der Branche: Von Green Day - "Holiday", über Dead Kennedys - "California Über Alles" bis hin zu Bad Religion - "We're Only Gonna Die" sind viele Ikonen entweder höchstpersönlich enthalten oder werden mit Coverversionen geehrt. Da kommt richtiges Skater-Feeling auf. Geil!