Nicht das schlechteste Zeichen, wenn ein Spiel derart mit Inhalten um sich schmeißt, dass dem Test idealerweise noch eine ergänzende Vorschau vorausgehen sollte. The Division ist riesig – keine unvorhersehbare Überraschung, zugegeben, für uns aber ebenso ein Kraftakt wie für euch, die wir auch erst seit Montag loslegen konnten. Rechnet also nicht gerade schon morgen mit einer abschließenden Zahl hinter diesem Biest. Zu sagen haben wir allerdings bereits jetzt mehr als genug.

Wir spielen The Division so, wie ihr es ebenfalls tun solltet. Nicht mit fleckigem Unterhemd, Boxershorts und Chips auf der Bierplauze (zumindest nicht nur), sondern: im Team. Zwei Nächte haben Leo und ich uns schon um die Ohren geschlagen und wie es aktuell aussieht, werden da noch einige mehr folgen. Denn, um das mal vorwegzunehmen: Ubisoft hat uns ganz gut am Haken.

Das ist für sich genommen bereits eine kleine Sensation für Online-Muffel wie uns, obschon längst kein Freifahrschein für eine spätere Höchstwertung. Natürlich zeichnen sich nach den ersten von vielen Stunden nicht nur Stärken, sondern auch eine Handvoll Probleme ab. Vor allem aber gab es während all der Zeit kaum eine ruhige Minute in unserem Voice-Chat. Permanent haben wir beratschlagt, Tipps ausgetauscht und ohne Unterlass über ein Spiel geplaudert, das sich erst nach und nach entblättert.

Der folgende Dialog ist gleichermaßen eine Art „Best-of“ unserer bisherigen Fachsimpelei als auch der Versuch, euch einen möglichst umfassenden und ungefilterten Vorabeindruck zu vermitteln, ohne lediglich einen „Test light“ herunterzubeten. Der Anstoß einer Diskussion, wenn ihr so wollt.

The Division und zwei Meinungen

The Division - Hype oder Highlight? Aus dem Voice-Chat zweier Redakteure

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Ist nicht so ganz intuitiv, was die zwei, drei Stunden bei The Division passiert. Dranbleiben lohnt sich allerdings.
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Gregor: Yo, Bock auf Division? Hätte jetzt Zeit. Und Level 13 erreicht sich nicht von allein.

Leo: Prinzipiell gerne. Obwohl der Abend dann wieder vorbei ist bei diesem Zeitfresser. Ist halt wahnsinnig viel am Anfang, kann schon erschlagen. Und ich saß gestern bis 3 Uhr davor, weil du ja auf Level 9 vorspurten musstest. Ja, nur deshalb. Nicht, weil ich wollte oder so. Ähem. Aber ich hab vorhin mit Lina und Jonas auch schon furchtbar drüber abgenerdet. Ist schon interessant, wie viele unterschiedliche Leute das Ding, zumindest am Anfang, fesselt.

Gregor: Daniel war weniger begeistert. Heute Morgen hat er mich an der Kaffeemaschine gefragt, ob er weiterspielen soll, eben weil ihn die ersten zwei, drei Stunden absolut nicht abgeholt haben.

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Leo: Hm, ich kann mir das schon vorstellen. Die Ähnlichkeit zu so etwas wie Destiny ist schon recht deutlich, und das hat halt auch nur entweder richtige Fans, oder Leute die sagen „so what“.

Gregor: Kann ich schon ganz gut nachvollziehen. Bevor wir zusammen gezockt haben, musste ich mich auch beinahe durch den Anfang quälen. Division erschlägt einen eben total, buchstäblich. Hat mich allein einen halben Tag gekostet, das fette Interface richtig lesen zu lernen – und dann ist die Gefahr natürlich auch groß, mit den falschen Erwartungen an die Sache zu gehen. Wie Daniel, der „ein zweites Destiny“ spielen wollte.

Leo: Aber lustig ist halt: Division hat mich gleich mehr gehookt als Destiny am Anfang. Und ich hab ja nichts gegen Sci-Fi oder so. Das Waffengefühl ist nicht so geil wie in Destiny (Bungie halt, Shooter könnse), aber, hab ich ja schon beim Spielen gesagt, besser als bei Borderlands, wo du Erbsen hustest. Die Waffen in Borderlands sind natürlich Hammer, aber das Trefferfeedback eben nicht so. Und seit wir Division auf hart gestellt haben, ist es ja auch mehr als Schießstand. Manchmal mir schon zu knackig.

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Gregor: Das liegt vielleicht auch daran, dass Division als Spiel bzw. als Genre viel weniger greifbar ist. Bei Destiny weißt du sofort, was Phase ist: Halo-ähnlicher Shooter mit Loot-Spirale. Alles sehr klar und offen heraus, ohne die vielen Schnörkel, die Massive macht. Bei Division ist man, wie gesagt, anfangs einfach chronisch überfordert. Selbst dann, wenn man es nur als Shooter spielen will – und genau das ist es ja nicht nur. Kopfschüsse sind hier lediglich kritische Treffer, Bosse Kugelschwämme, die zig Magazine fressen. Aber ganz ehrlich: Genau das finde ich super, weil es endlich auch mal etwas Neues ist. Und weil es sich super anfühlt, denn bin da voll bei dir, wenn du das Gunplay lobst.

Leo: Wir haben ein bisschen gebraucht, um uns damit anzufreunden. Ich glaube, nach einem Vorschau-Event warst du auch noch nicht so angetan. Aber die Waffen fühlen sich, finde ich, auch schön unterschiedlich an, selbst innerhalb einer Waffengattung. Ich bin ja quasi blind in das Spiel gegangen und wusste gar nichts davon. Aber es erschließt sich sehr schnell (die Verwandtschaft mit Destiny schadet dabei auch nicht) und ich bin immer noch sehr motiviert. Ich mach mir bloß Sorgen um die Langzeitmotivation. Die ist noch mal was völlig anderes und gerade bei solchen Spielen natürlich kritisch.

Gregor: Das wird noch ein Thema, allerdings. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, wie genau Ubisoft die Spieler bei der Stange halten will. Instanzen wie bei Destiny werden hier wohl nicht funktionieren. Die einzige Möglichkeit, die ich bislang sehe, ist eine langfristige Versorgung mit neuen Inhalten (was aber auch nicht gerade einem typischen Endgame entspricht). Das Spielgebiet etwa beschränkt sich bislang ja nur auf einen vergleichsweise kleinen Teil von Manhattan – nicht mal der Central Park ist dabei. Schnief.

The Division - Hype oder Highlight? Aus dem Voice-Chat zweier Redakteure

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Der Manhattan-Spielplatz ist kleiner als erwartet, für ein Spiel ohne Vehikel aber schon ganz ordentlich. Darf trotzdem gern mehr kommen.
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Aber: Dafür ist das Pacing ziemlich großartig, wenn der Einstieg erst mal geschafft ist. Wir haben es doch gestern und vorgestern zusammen gemerkt. Alle naselang schubst einen Division in eine andere Richtung, hat uns etwa dazu angehalten, doch mal einen Blick auf die (irre umfangreichen) Perks, Verbesserungen, Fähigkeiten und whatnot zu werfen. Danach haben wir uns mit dem Crafting auseinandergesetzt und demnächst steht dann wohl endlich mal ein Ausflug in die Dark Zone an, auf den ich ehrlich gesagt tierisch Bock habe. Es gibt immer was zu tun. Oder besser: Es gibt immer etwas Neues zu tun. Zumindest jetzt noch.

Leo: Ja, aber wie sehr sich dieser Neuheitswert abnutzt, wird eine kritische Frage. Er ist momentan sehr stark und ein paar der kleineren Macken (die Welt, egal, wie atmosphärisch und cool sie ist, ist wahnsinnig leer, die K.I. hat ein paar Aussetzer usw.) verschwinden völlig im Sog. Es gibt einfach noch zu viel, was auf uns einprasselt. Was ja geil ist, aber natürlich auch ein bisschen blendet.

Eine Sorge, die ich ja auch schon öfter genannt habe, ist die Gegnervielfalt. Durch das realistische Szenario weiß ich echt nicht, wie sie langfristig genug Abwechslung drin haben wollen. Riesige Robo-Spinnen oder so was sind als Feinde keine Option, sondern eigentlich immer nur Menschen mit unterschiedlicher Bewaffnung. Das kann ja für ein Zehn-Stunden-Spiel reichen, aber hier? Wenn man im Endgame im Grunde immer noch dasselbe macht, nur, dass die Werte sich hochschrauben, turnt das tierisch ab. Und so sehr ich momentan noch Spaß mit ihnen habe, ich kann mir auch vorstellen, dass die Missionen irgendwann doch ein bisschen sehr grindy und repetitiv werden. Obwohl, ich dachte im Vorfeld auch, das urbane Szenario könnte zu bodenständig und langweilig sein, und sie holen sooo viel aus der Welt und den Örtlichkeiten raus...

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