Ich habe keine Ahnung, ob echte Spezialeinheiten auch mit einem Vorschlaghammer Fenster einschlagen und mit Granatwerfern Türen sprengen. Aber verdammt, macht das Laune, vor allem weil ihr auch leise, schleichend und mit Schalldämpfer vorgehen könnt. Wobei mein Team bei dieser Taktik in der ersten Runde von einem K.I.-Bombengürtel-Terroristen in weißer Tarnkleidung in die Luft gejagt wurde, aber das bleibt unter uns.

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Es muss die vierte Minute gewesen sein, als der minutiös ausgearbeitete Plan meines Teams wie ein Kartenhaus zusammenfiel. Wir hatten gerade erfolgreich die französische Botschaft an der Elfenbeinküste infiltriert, dabei zwei Terroristen mit schallgedämpften, synchronisierten Schüssen durchs Fenster wie in Ghost Recon: Future Soldier ausgeschaltet und kontrollierten die ersten beiden Räume. Doch dann schlug die Falle der White Masks zu, einer weltweit aktiven Terrorvereinigung, die globale Anschläge mit Giftgas planen. Eine Sprengfalle verwundet einen meiner Teamkameraden, ich rushe also hin, der Kollege mit dem Schild gibt Deckung. Doch dann explodiert eine Wand neben uns, wir drehen uns um, eröffnen das Feuer und der Schildträger geht down. Einer der K.I.-Schergen hatte offensichtlich nur darauf gewartet und ihm eine Ladung Schrot in den Rücken verpasst.

Tom Clancy’s Rainbow Six Siege - Eine Mischung aus SWAT und Michael Bay

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Siege ist ein Spiel für Teamplayer: mit der Schrotflinte wird die Tür aus den Angeln geschossen, das Schild gibt mir Deckung beim Granatenwurf.
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Ein Kamerad K.I.A., also tot, einer verwundet. Wir bilden eine Dreiecksformation, verpassen dem Elitesoldat am Boden eine Adrenalinspritze, da rennt plötzlich so ein Irrer im weißen Anzug auf uns zu. Er trägt einen dicken Sprenggürtel, drückt einen unserer Jungs an die Wand, zündet – Boom. Die Mauer hinter ihm zersplittert, ein Schrank in der Nähe wird in Holzteile zerfetzt. Ich sehe nur noch Partikeleffekte und umherfliegende Holzteile. Mehr Schüsse gellen durch den Raum, verwandeln erst die Wände, dann mich und meine Kameraden in Schweizer Käse. Alter Falter, der E3-Modus Terrorhunt geht ganz schön ab.

Aus Fehlern lernen, Equipment richtig nutzen

Zugegeben, mein Team bestand aus zufällig zusammengewürfelten Journalisten. Nur ein Ubisoft-Designer wusste wirklich, was wir hier zu tun haben. Doch in der zweiten Runde machten wir weniger Fehler und lernten die vielen unterschiedlichen Waffen und Gadgets effizienter einzusetzen. Insgesamt soll es 20 sogenannte Operators geben, zehn davon sind bereits verfügbar. Jede Klasse ist nur einmal wählbar, ihr müsst also schon im Spielmenü als Team gut überlegen, wer seine Stärken in welchem Bereich ausspielt.

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So passierte es: der Terrorist stürzt auf meinen Kollegen zu, zündet seinen Bombengürtel und jagt den halben Raum in die Luft.
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Statt wie in „Battlefield 4“ nur mit einer Supporter-Klasse zu arbeiten, gibt’s gleich mehrere Spezialeinheiten, die mit unterschiedlichen Sprengstoffarten arbeiten. Während sich Thermit bei 2000 Grad auch durch Industriestrahl und Kevlar brennt, ist C4 gut geeignet um große Löcher zu sprengen oder Türen zu zerfetzen. „Ihr habt dem feindlichen Team zu lange Zeit gelassen um sich zu formieren“, meint „Rainbow Six“-Entwickler Andrew Witts. Eine interessante Erkenntnis, die mich durchaus überrascht. Schließlich war sein Team in der Präsentation auch sehr vorsichtig vorgegangen. Jedenfalls entscheiden wir per Headset einen anderen Weg zu wählen, die offenere Konfrontation zu suchen.

Ich feuere eine Art Granatwerfer ab, der einen Pfeil mit C4 beinhaltet. So lässt sich die Eingangspforte aus großer Reichweite sprengen. Das Team geht rein, liefert sich harte Feuergefechte mit den dort hinter mobilen Kevlarwänden verschanzten Terroristen. Colin, der US-Kollege, der mit mir spielt und ich hingegen feuern unsere Enterhaken ans Dach, steigen jedoch schon auf halber Höhe am Balkon aus. Der Kollege hat ein Schild, ich dieses Mal eine Shotgun. Treppe runter, eng an den Schildmann kuscheln, Feind in den Rücken fallen, vier Terroristen tot. Jetzt aber hurtig, die Bio-Bombe will entschärft werden.

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Das Bild demonstriert das ganz schön die Möglichkeiten der Botschaft: ihr könnt euch vom Heli aufs Dach abseilen, über den Balkon, die Hauptforte oder diverse Fenster einbrechen.
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Löcher in den Käse und prozedurale Bombenplatzierung

Ubisoft Montreal, jenes 5000-Mann starke Powerhouse in Kanada, die in einem Backstein-Mäuserad sitzen und gefühlt mehr Spiele pro Jahr entwickeln als der Rest der Branche zusammen, haben sich ebenfalls diesem interessanten neuen Trend der prozeduralen Generierung angenommen. Die ist ja in „No Man’s Sky“ ein riesiges Feature, weil dort vom Dino über Raumschiffe bis zur Religiösität des Dino alles zufällig berechnet wird. In „Rainbow Six: Siege“ hingegen sind die Häuser, Flugzeuge, Hangars und Fabrikhallen, also alle Karten prozedural generiert. Sprich der Levelaufbau der Botschaft ändert sich bei jedem Durchlauf ein bisschen, Büros werden breiter, neue Wände werden reingesetzt und woanders rausgenommen.

Außerdem wandert die Bombe mal in den Keller, mal unters Dach, in meiner zweiten Runde ins Hauptbüro des französischen Botschafters im dritten Stock. Ähnlich wie in Counter-Strike kann nur derjenige entschärfen, der ein entsprechendes Kit dabei hat. Außerdem dauert der Vorgang gut 45 Sekunden, die Terroristen werden das mit ganzen Wellen versuchen zu verhindern. Insofern ist es schlau vor Aktivierung des Countdowns mit schallgedämpften Waffen Löcher in die Wände zu schießen, so habt ihr Spähschlitze um Feindbewegungen früh erkennen zu können. Und wer den Briten Sledge vom Special Air Service seiner Majestät (SAS) spielt, der kann mit dem Vorschlaghammer auch gleich den ganzen Boden rausreißen und den Jungs im zweiten Stock in den Kopf schießen.

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