Wenn’s am Konsolenhimmel so richtig knallt, zeigte sich in der Vergangenheit dafür meist die Ace-Combat-Reihe verantwortlich, die im Bereich der Arcade-Flugsimulationen nahezu konkurrenzlos war. Bis vor eineinhalb Jahren Tom Clancy‘s H.A.W.X. aus den Wolken schoss, äußerst zugängliche Luftkämpfe und eine schicke Optik zu bieten, aber auch unter generischen Missionen sowie einer hanebüchenen Story zu schlottern hatte. Der zweite Teil soll jetzt die qualitative Lücke zum Genre-Vorreiter schließen.

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Doch eines vorweg: In Sachen Handlungsdesign leidet das Ubisoft-Werk nach wie vor unter einem großen Problem. Die Geschichte um eine geklaute russische Atomwaffe hat nun bereits einen ewig langen Bart. Sie wird auch nicht verständlicher, wenn in – gefühlt - jeder Mission neue Protagonisten eingeführt werden und somit keinerlei Identifikation mit den Helden möglich ist. Wer da gerade aus welchem Grund die feindlichen Jets zu explodierendem Metallschrott verarbeitet, ist am Ende eigentlich absolut egal. Emotionen? Null.

Tom Clancy’s HAWX 2 - Do legst di nieda: So a Schweinshawxn hast a no nia ned gsehn!

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Immer wieder schicken euch die Militärstrategen auf gefährliche Nachtmissionen.
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Dafür sorgen auch die technisch schwachen Zwischensequenzen, die mit erschreckend hölzernen Animationen und teils sogar äußerst pixeligen Bildern einen krassen Gegensatz zu der eher guten Grafik von H.A.W.X. 2 darstellen. Unverständlich, warum die Entwickler gerade an dieser wichtigen Stelle den Aufwand gescheut haben.

Mehr Abwechslung am Himmel

Es ist nämlich spür- und sichtbar, dass zumindest der Versuch unternommen wurde, im Vergleich zum Vorgänger eine Schippe draufzulegen und insgesamt mehr von allem anzubieten. Das betrifft beispielsweise die Missionsgestaltung, die im zweiten Teil deutlich abwechslungsreicher erscheint. Ihr beginnt eure Kampfaufträge in der Regel nicht mehr grundsätzlich in der Luft schwebend, vielmehr dürft ihr bei Start- und Landephasen häufig selbst zum Controller greifen. Die Flieger in die Luft zu bugsieren, ist nicht weiter schwierig, hier genügt ein Knopfdruck zum Starten der Maschine und schon geht’s über das Rollfeld ins Gefecht.

Die Landungen auf Flughäfen und Flugzeugträgern fallen für einen Arcade-Simulator erheblich anspruchsvoller aus, auf Wunsch lässt sich jedoch auch das ESR-Leitsystem zuschalten. Seine Bedeutung und Integration in den Spielablauf wurde - wie auch die des Off-Flugmodus - deutlich reduziert. Die technischen Unterstützungssysteme kommen nur noch sporadisch zum Einsatz. Beispielsweise beim Anflug auf das Tankflugzeug, das ihr nach einigen geglückten Aufträgen innerhalb eines Zeitlimits anfliegen müsst.

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Im Tohuwabohu der Luftkämpfe die Übersicht zu behalten, ist gar nicht so einfach.
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Die 20 Missionen sind insgesamt fordernder ausgefallen als im ersten Teil, befinden sich für Normalspieler teilweise hart an der Frustrationsgrenze. Während die Aufgabenvielfalt gestiegen ist, bewältigt ihr etwa Bombardements bei Nachtflügen, fangt aus Silos startende Raketen ab, an anderer Stelle unterstützt ihr mit eurem Jet Bodentruppen oder schützt den Kreml vor anrückenden Rebellen.

Teil zwei ist abwechslungsreicher und spielerisch anspruchsvoller, weicht aber von der bekannten Linie insgesamt nur wenig ab.Fazit lesen

Immer wieder versetzt euch das Geschehen zudem an den Steuerknüppel ferngesteuerter Drohnen beziehungsweise an die unterschiedlichsten Geschütze hochspezialisierter Bomber - Call of Duty lässt grüßen. Diese Missionen sind jedoch entweder ein regelrechter Verfolgungs- und Abhörungs-Chillout aus luftiger Höhe oder arten in zielgerichtetes Zerstören im Stile von Missile Command aus. Anders dagegen die Fliegeraufträge, denn hier müsst ihr häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig oder parallel erledigen und steht dabei oft noch unter Zeitdruck.

Hektische Gefechte

Seid ihr etwa zur Unterstützung von Bodentruppen abkommandiert worden, bekommt ihr es dazwischen oder gleichzeitig selbstverständlich immer wieder mit gegnerischen Jetpiloten zu tun. Und die haben seit H.A.W.X. 1 deutlich an Intelligenz zugelegt. Besonders dramatisch stellt sich beispielsweise die Verteidigung des Kreml dar, wo ihr eigentlich die anrückenden feindlichen Panzer und mobilen Flaks ausschalten sollt - parallel werdet ihr jedoch vom tödlichen Raketenfeuer rebellischer Helis und Kampfflieger eingedeckt.

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Die Landschaftsoptik ist noch immer ein optischer Leckerbissen.
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Später sollt ihr im Bombenmodus eures Fliegers (der Jet rast in der Zwischenzeit per Autopilot weiter) strategisch wichtige Brücken zerstören, während der Luftraum um euch herum einem Bienenschwarm gleicht und ein Countdown unerbittlich die Sekunden herunterzählt - fürs Ausschalten und Vernichten nerviger Fliegerkonkurrenz bleibt da überhaupt keine Zeit mehr. Vor allem dann nicht, wenn man die Kampagne alleine spielt und nicht im Koop-Einsatz. Andernfalls stehen bis zu drei weitere menschliche Fliegerasse an eurer Seite.

Geradezu hektisch schaltet ihr als Solospieler permanent zwischen Bombenmodus sowie dem Anvisieren neuer taktischer Ziele hin und her und versucht gleichzeitig, heranfliegenden Geschossen auszuweichen. All das bewegt sich zwar in Arcade-Bahnen und spielt sich recht eingängig, für Flugnulpen geeignet ist das aber höchstens der Anfängerlevel, wo ihr über unendlich Munition verfügt und eure Kiste deutlich mehr einstecken kann.

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Start- und Landungen nimmt man jetzt häufig selbst vor.
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Auf die stets anwesenden Wingmen solltet ihr übrigens nicht bauen, diese befreundeten Einheiten sind größtenteils lediglich nette Staffage, die euch selbst dann die komplette Arbeit überlässt, wenn es durch das Funkgerät knarzt: „Schalte die Ziele am Boden aus, wir kümmern uns um die feindlichen Flieger und halten dir den Rücken frei“. Wer sich auf die Unterstützung solcher Freunde verlässt, wird ziemlich schnell vom Himmel geklatscht.

Immerhin sind die automatischen Speicherpunkte in H.A.W.X. 2 meist fair verteilt und ersparen euch langwieriges, nerviges Neuspielen bereits gemeisterter Abschnitte. Apropos erfolgreich: Für geglückte Aktionen werden euch Erfahrungspunkte gutgeschrieben, die später in die Ausrüstung und den Erwerb eurer eigenen militärischen Flugapparate fließen. Leider ist die Verteilung der XP-Tokens etwas undurchsichtig und unübersichtlich geraten. Mit diesen individualisierten Jets tretet ihr wiederum in den Zusatzmodi Survival und Arcade sowie den Koop- und Multiplayer-Modi (Team-Deathmatch) an.