Es ist nicht überliefert, ob Ubisoft für die Produktion von H.A.W.X militärische Berater der US-Streitkräfte zurate gezogen hat, wie das bei Hollywood-Blockbustern mit einer ähnlichen Thematik üblich ist. 1986 beispielsweise hatten diese Schattenmänner bei "Top Gun" ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und der wirtschaftliche Erfolg des Films resultierte sogar in einem regen Zulauf neuer Rekruten bei der Air Force.

Ob sich die Halbstarken dieser Welt nun wegen H.A.W.X gleich bei der Luftwaffe melden, wissen wir nicht. Dafür können wir euch allerdings sagen, wie sich die Luftkampf-Simulation bei unseren eigenen Flugmanövern schlägt.

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Modernes Söldnertum

High Altitude Warfare Experimental Squadron - dieses Wortungetüm steht für das Kürzel H.A.W.X und bildet gleichzeitig den inhaltlichen und spielerischen Mittelpunkt dieses Action-Titels. Weniger umständlich ausgedrückt: Wir befinden uns im Jahr 2015 und das Elite-Geschwader H.A.W.X macht sich selbstständig, um bei einem privaten Rüstungskonglomerat Artemis als Söldner anzuheuern.

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Die Umgebung sieht aus der Distanz bildhübsch aus.
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Konflikte werden immer häufiger von solchen Aktiengesellschaften ausgefochten, und die bezahlen deutlich mehr Sold als die US-Streitkräfte. Der moderne "Maverick" richtet seine Prioritäten eben nicht mehr nach Pflichtbewusstsein aus, sondern nach der Höhe des Gehaltsschecks. Ohne zu viel von der abstrusen und chaotischen Story zu verraten: Mitten im Spiel rückt man diesen Horizont alsbald wieder zurecht und man bekommt doch noch die supidupi-Chance, als Held für sein Land zu sterben.

Viel lieber ballert man jedoch selber feindliche Flugzeuge, Panzer und Luftabwehrstellungen ab, die auf dem Weg zu Ruhm und Ehre in die Reichweite unseres Waffenleitsystems geraten. H.A.W.X darf man sich dabei jedoch nicht als Flugsimulation vorstellen, diesen Anspruch erhebt es nämlich gar nicht. Im Prinzip ist es ein Shooter mit Flugzeugen, der über 19 Missionen und sieben bis acht Stunden Spielzeit recht kurzweilige und abwechslungsreiche Gefechte bietet.

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Im Visier: H.A.W.X ist mehr Actionspiel als Simulation.
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H.A.W.X verdichtet den Simulationsgedanken auf einige wenige Grundprinzipien, wie z.B. einfache Flugmanöver und Raketenabschüsse und bietet auf diese Weise ein sehr zugängliches Spiel, wirft dafür andererseits überschüssigen Ballast wie Start/Landung, G-Kräfte, beschränkte Munitionierung und Treibstoff über Bord. Damit befindet man sich in einer Liga mit Titeln wie Ace Combat 6, die ein eher unprätentiöses Flugerlebnis versprechen.

Erwartungen werden erfüllt

Das macht aber nichts, denn als Fan solcher Spiele bekommt man geliefert, was versprochen und erwartet wird. Keine drögen Trainingsstunden oder ellenlange Tutorials, bei denen man sich mit den Eigenheiten eines unübersichtlichen Cockpits anfreunden muss. Nach der Missionsbeschreibung, deren langweilige Präsentation anno 2009 allerdings einiges zu wünschen übrig lässt, wählt ihr eine der zur Verfügung stehenden Maschinen sowie das passende Waffenset, und ohne weiteres Vorgeplänkel oder minutenlangen Anflug geht’s ab in die Action.

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Im Off-Modus zaubert ihr auch extreme Flugmanöver aufs himmlische Parkett.
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Damit ihr im stetig wachsenden Wust an detailliert gestalteten (und im Dutzendpack freischaltbaren) Jagdflugzeugen, die bald euren Hangar füllen, die Übersicht nicht verliert, empfiehlt euch das Spiel den jeweils optimalen Flieger und die entsprechende Bewaffnung für den nächsten Einsatz. Allerdings gibt es nur sehr wenige spielerische Unterschiede zwischen den Maschinen, ihre Eigenschaften werden auf drei entscheidende Parameter eingeschränkt und diese haben nur geringen Einfluss auf das allgemeine Flugverhalten.

So stürzt man sich mit seinen beiden Flügelmännern in wilde Dogfights, bei denen die Gegenseite immer ein deutliches Übergewicht hat. Obwohl es H.A.W.X dem Spieler mit diversen Hilfen sehr einfach macht, die Feinde auszuschalten, kommt aufgrund der großen Übermacht, Zeitdruck und vielen gleichzeitig ablaufenden Aufgaben des Öfteren Stress auf.

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Das ERS zeigt euch die beste Ausweichroute, um einer Rakete zu entgehen
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Um die Widersacher vom Himmel zu fegen oder Bodeneinheiten wirksam zu bekämpfen, könnt ihr beispielsweise auf das ERS (Enhanced Reality System) zurückgreifen. Es zeigt euch anhand eines virtuellen Tunnels entweder die optimale Flugbahn zum Abfangen und Abschießen eines gegnerischen Ziels oder den perfekten Kurs, um feindlichem Beschuss und so etwa einer herannahenden Rakete zu entkommen. Selbst blutige Anfänger erzielen mithilfe dieses Systems schnell Dutzende Abschüsse und kommen selber unversehrt mit heiler Haut aus den Gefechten.

Flughilfen und Off-Modus

Wem das zu einfach ist, der kann jedoch zum einen darauf verzichten und zum anderen per Tastendruck auch in den sogenannten OFF-Modus schalten. Dabei sieht und steuert man sein Vehikel aus einer weit entfernten Außenperspektive (statt 3rd Person- bzw. Cockpitansicht), was verschiedene Vor- aber auch Nachteile hat.

Kurzweiliger Luftkampf-Shooter mit toller Optik, der nicht an Ace Combat 6 heranreicht.Fazit lesen

Auf der einen Seite ermöglicht euch diese Ansicht nicht nur einen noch schöneren Blick auf die detaillierten Landschaften sondern auch extreme Flugmanöver, sehr enge Kurven und damit eine effizientere Kampfgestaltung - wenn man mit der ungewohnten Perspektive zurechtkommt. Auf der anderen Seite kommt es dabei jedoch auch häufiger zum Strömungsabriss und vor allem ist die Übersicht über das Gefecht ungewohnt und damit die Aufschaltung von Zielen deutlich schwieriger zu handhaben.

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Gelegentlich geht die Übersicht flöten.
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Apropos Zielaufschaltung: Hier haben es die Entwickler mit der Simplizität zu sehr übertrieben. Im hektischen Kampfgeschehen ist es aufgrund fehlender "Nächster Gegner"-Taste oft nicht möglich, das gewünschte Ziel in den Radar zu bekommen. Als Folge muss man sich umständlich durch die diversen Ziele auf dem Bildschirm hangeln. Das kostet wertvolle Zeit und damit Nerven. Diese werden bereits ohnehin belastet, weil man mit den Aufgabenstellungen teilweise überfordert wird.

Zwar geben sich die Entwickler Mühe, die Missionen abwechslungsreich zu gestalten und so fliegt ihr Eskorten, bei denen ihr Boden-, Marine- und Lufteinheiten schützt, Radarstellungen ausschaltet und im Tiefflug unterhalb eines zerstörerischen EMP-Impulses bleibt oder euch z.B. mit einem Stealth-Bomber durch einen virtuellen Flugkorridor einem Ziel nähert. Doch häufig müsst ihr euch um mehrere dieser Aufgaben gleichzeitig kümmern und steht dabei unter Zeitdruck bzw. müsst verhindern, dass befreundete Einheiten nicht zu viel Schaden nehmen. Letztendlich bleiben jedoch nur eine Handvoll Missionen, die sich in Gestaltung und Spielablauf wesentlich vom Rest unterscheiden.

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99 Düsenflieger, jeder war ein großer Krieger...
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Wer sich bei seinen fliegerischen Aufgaben von zeitraubendem Ballast befreien möchte, kann übrigens auch auf einige simple Sprachkommandos zurückgreifen und damit durchaus schneller agieren als mit herkömmlichen Tasteneingaben. Die Spracherkennung ist ähnlich wie in "Endwar" gut gelungen und brauchbar. Ähnliches gilt für den integrierten Koop-Modus, mit dem die Kampagne online zu viert spielbar ist. Menschliche Flügelmänner agieren natürlich deutlich besser als die KI-gesteuerten Partner und erleichtern das koordinierte Vorgehen in den hektischen Gefechten.

PvP-Fans bekommen im Multiplayer-Modus Gelegenheit ihr fliegerisches Können mit anderen Gamern zu messen. Der Team-Deathmatch-Modus bietet 4vs4-Schlachten, bei denen man übrigens die in der Einzelspielerkampagne gesammelten Ränge und Auszeichnungen behält und sogar weiter ausbauen kann. Zu größeren Lags oder Netzwerkproblemen kam es hier genauso wenig wie im restlichen Spiel, wo die Framerate nur selten einmal in die Knie geht.