Das neue „Ghost Recon“ lässt das Hightech-Equipment im Schrank, wandelt dafür aber auf den gleichen Open-World-Pfaden wie Metal Gear Solid V und bietet dank Helikoptern, Buggies sowie Tag-Nacht-Zyklus eine Menge spielerische Freiheit.

Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands - We are ghostsEin weiteres Video

Zunächst ist da eine gewisse Enttäuschung, denn Ghost Recon: Wildlands ist kein Future Soldier 2. Wir sind keine Stealth-Jets auf zwei Beinen, keine Geister, keine Racheengel, die unsichtbar kommen und auch unsichtbar wieder verschwinden. Wildlands ist anders, doch nicht weniger spaßig. Denn es schickt euch nicht in recht eng abgesteckte, mitunter hart durchgeskriptete Level, sondern in neun offene Spielwelten. In Europa, den USA und vor allem Bolivien. Ein Land, das auch in der Realität zerfressen ist von Korruption und ausgeblutet durch Drogenkriege.

Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands - Kein Future Soldier 2, aber verdammt spaßig

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Die gewagte Tour: Unser Job ist es, einen Drogenkonvoi zu vernichten, ohne dass Beweise zur US-Regierung zurückverfolgt werden können. Das geht leise bei Nacht oder laut am Tag.
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Und genau hierin liegt letztlich doch sehr viel der „Ghost Recon“-Gameplay-DNA. Denn euer Job ist es anzugreifen, Drogenkonvois zu vernichten, Züge zu sabotieren und korrupte Bürgermeister zu entführen, doch ihr dürft dabei keine Spuren hinterlassen. Neu an Ghost Recon: Wildlands ist dieser Fokus auf spielerische Freiheit. Denn ihr müsst nur den Job erledigen - wie ihr das tut, ist eure Sache. Ihr könnt bei Nacht attackieren, euch die Dunkelheit zum Freund machen wie Big Boss in Metal Gear Solid V, Wachposten die Kehle durchschneiden und mit dem guten, alten Schalldämpfer arbeiten. Oder am Tag mit einem Buggy durch die Dünen driften, Staub aufwirbeln und mit dem aufgeflanschten Maschinengewehr Konvois in Kerzen in der Wüste verwandeln.

„Wenn du ein Monster nicht töten kannst, lass es von einem anderen auffressen“

So beschreibt Creative Director Eric Couzian die Philosophie des Spiels. „Im Spiel gibt es diese allmächtigen Parteien, das Militär und das Kartell. Eigentlich sollte die Armee das Santa-Blanca-Drogenkartell bekämpfen, doch die Generäle lassen sich lieber bestechen. So einen Feind kannst du nicht militärisch besiegen, sondern musst CIA-Taktiken anwenden.“

Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands - Kein Future Soldier 2, aber verdammt spaßig

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Dichte Vegetation, ordentliche Weitsicht: Wildlands feiert kein Grafikfeuerwerk wie die E3-Enthüllung von WatchDogs ab, wird aber auch nicht für Downgrade-Debatten sorgen.
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Die amerikanische Central Intelligence Agency wird durchaus auch in der echten Welt mit Umstürzen und Regimewechseln in Verbindung gebracht, im Spiel ist es ergo unser Job so Chaos zu stiften, das keine der Aktionen auf die US-Regierung zurückfällt, sondern sich die Fraktionen gegenseitig beschuldigen und letztlich bekämpfen. Während ihr also in Ghost Recon: Future Soldier recht stur militärische Ziele abgearbeitet habt, habt ihr in Wildlands sehr viel mehr Möglichkeiten, aktiv auf die Welt einzugehen.

„Alle eure Handlungen haben Konsequenzen, das solltet ihr bedenken“, warnt der Kreativchef, doch daraus ergibt sich letztlich der Spielspaß. Wenn ihr einen weniger stark bewachten Bahnhof in der Ortschaft Ocoro infiltriert und dort die Züge sabotiert, dann kommen die gar nicht erst in der stark befestigten Mojocoyo-Basis weiter östlich an. Und wenn ihr vorher die Wachen am Kontrollpunkt des Kallawaya-Passes eliminiert, können die keine Verstärkung rufen, wenn ihr dort Konvois angreift.

Ghost Recon fährt Motocross-Maschinen, Helis sowie Boote auf und bietet eine Menge spielerische Entscheidungsfreiheit. Grafisch geht da noch mehr, aber insgesamt ein gelungener E3-Start.Ausblick lesen

Per Helikopter, Buggy oder zu Fuß. Bei Tag oder Nacht?

Von seiner Struktur her erinnert Ghost Recon: Wildlands in erster Linie an Metal Gear Solid V, denn ihr entscheidet den Quadranten, wo euer Team per Fallschirm runtergehen soll. Zumindest, wenn ihr nur mit Infanterie angreifen wollt. Im Vier-Spieler-Koop könnte der Scharfschütze auf eines dieser berühmten Benzinfässer schießen, die ja in jedem Spiel immer gerne in der Nähe von Wachposten stehen und damit für Chaos sorgen, während seine Kollegen einen Drogenboss festnehmen und einsacken. Oder er könnte direkt den recht kleinen Fisch mit weißem Cowboy-Hut kalt stellen, der hat nämlich den direkten Draht zur Verstärkung.

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Laut dem Creative Director haben unsere Operationen direkte Auswirkung auf die Geschichte. Lassen wir den Anführer dieser Bande leben, können wir so eine erste Vendetta entzünden.
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Rast dann der Truck mit den Drogen los, könnt ihr ihn mit dem Buggy verfolgen, den Fahrer erschießen und so das Gut zerstören oder euch reinschleichen, C4 anbringen und BOOM. Zudem gibt’s einen Tag-Nacht-Zyklus, ihr könnt also auch das Setting wählen, in dem ihr zuschlagen wollt. Im Optimalfall wird Codename Whitehead nicht direkt eliminiert, sondern gefangen genommen. Das funktioniert aber nur, wenn ihr vorher im Schutz der Dunkelheit seine recht üppige Bodyguard-Truppe leise ausschaltet. Eben genau so wie in Ghost Recon: Future Soldier, nur ohne Hightech-Equipment.