Irgendwas mit Militär und bösen Buben - das fasst die Kreativität von Tom Clancy-Spielen meistens ganz gut zusammen. Stets seid ihr im Namen des US-Militärs auf Kreuzzug, im Falle von Ghost Recon: Wildlands geht es darum, ein bolivianisches Drogenkartell namens "Santa Blanca Kartell" hochzunehmen. Klingt belanglos bis unkreativ? Ist es leider auch.

Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands - We are ghostsEin weiteres Video

Vor kurzem durften wir auf einem Ubisoft-Event den Anfang des Spiels im Singleplayer erkunden. Danach waren ein paar spätere Missionen dran, welche wir mit anderen Redakteuren zusammen abschließen durften. Denn der Clou von Ghost Recon: Wildlands ist, dass man sich jederzeit mit Freunden zusammenschließen kann, um alle möglichen Missionen abzuschließen. Dazu aber später mehr - zunächst soll’s um den Singleplayer sowie die Story gehen.

Nachdem ihr also euren Charakter fein säuberlich gestaltet habt, sitzt ihr schon im Helikopter nach Bolivien. Der Grund: Ein Drogenkartell namens “Santa Blanca” versucht ein Gebiet frei von jeglicher staatlicher Kontrolle zu schaffen - und durch das Schmieren von Polizisten sowie zahlreichen Morden ist es dem Kartell auch halbwegs gelungen. Was das mit dem US-Militär zu tun hat? Das vom Kartell hergestellte Kokain landet letzten Endes auch bei rechtschaffenen Amerikanern und das geht natürlich gar nicht! Wir sind die Guten, das Kartell die Bösen - das wird schon allein dadurch klar, dass der Chef des Kartells Tattoos hat. Eine Klischee-Fete, die ihresgleichen sucht.

Bis zum Boss des Kartells ist es allerdings ein langer Weg, denn zunächst müssen wir natürlich erst einmal die Fußsoldaten des Kartells erledigen. Interessant hierbei ist, dass Ghost Recon: Wildlands verschiedene Fraktionen bietet: Rebellen, das bolivianische Militär, das Kartell und uns in Form der Ghosts, einer Spezialeinheit des US Militärs. So können wir uns an verschiedenen Stellen entscheiden, auf wessen Seite wir uns schlagen und beispielsweise den Rebellen einen Gefallen zu tun, welche uns wiederum mit Waffen und Manneskraft unterstützen. Allerdings können wir auch mit dem bolivianischen Militär anbandeln. Mit den Rebellen verbündet war unser erstes Ziel also ein Ehepaar des Kartells, welches für die Folter von Informanten zuständig ist - und hier offenbarten sich auch schon die ersten technischen Fehler von Ghost Recon: Wildlands. Trotz mehrfachem Versuch war es nicht möglich, die Hauptmission auszuwählen. Die einzige Lösung? Das Spiel neu zu starten. Daraufhin klappte alles wieder. Leider aber sollten es nicht die einzigen technischen Schnitzer sein, die uns Ghost Recon: Wildlands offenbarte.

Der wohl verheerendste Bug trat uns im Multiplayer gegenüber: Nachdem wir zu viert eine Mission erfolgreich abgeschlossen hatten, mussten wir zu einer entfernten Hütte fahren, um dort eine Geisel zu befreien. Da ich allerdings als erster die Mission abschließen wollte, wurde ich direkt für meinen Übermut bestraft: Die eigentlich darauf folgende Cutscene brach nach etwa fünf Sekunden ab, mein Charakter wurde visuell auf das Standardmodell zurückgesetzt, und als ich aus der Hütte trat, empfing mich eine recht verglitchte Spielewelt. Auch hier hieß es “Neustart!”, allerdings musste ich erneut den kilometerlangen Weg zur Hütte fahren – nervig. Auch kleinere Fehler wie springende Charaktermodelle von Gegnern und Mitspielern oder Frame-Einbrüche, wenn man durchs Dickicht der Pampa fuhr, ließen Ghost Recon: Wildlands ziemlich unfertig aussehen.

Ghost Recon: Wildlands fehlt es an einer eigenen kreativen Note. Auch technisch gesehen, wirkte Wildlands schlicht unfertig und das fast einen Monat vor Release.Ausblick lesen

Das war jetzt natürlich viel Negatives, aber es gibt auch Positives zu berichten: Die Vielzahl an Vehikeln macht Laune und die Möglichkeit, die gegnerische Basis mithilfe einer Drohne vorm Ansturm auszuspionieren, ist tatsächlich ziemlich kreativ. Die verschiedenen Klimazonen sehen zudem recht schick aus, ein großartiger Wow-Effekt kommt dadurch allerdings auch nicht auf. Auch mit Freunden machte Ghost Recon: Wildlands Spaß, allerdings wirkt es gleichzeitig nicht wie ein Taktik-Shooter, der den ersten Teil dieses Begriffs wirklich ernst nimmt. Taktik hilft zwar, aber auch grobschlächtige Angriffe funktionieren. Und ob Ghost Recon: Wildlands im Multiplayer mehr Spaß macht, weil man zusammen taktisch agieren kann oder weil einfach fast alles mit Freunden mehr Spaß macht, ist fraglich. Immerhin das Combat-System macht Laune, die Waffen sind vielseitig und fühlen sich ganz einfach gut an. Die Basics hat Ghost Recon: Wildlands also drauf, nur hapert es bei Kreativität und der Technik.