Vorsichtig schleicht unser Squad durch die Waldlichtung. Verblüffend, diese neue Tarntechnik. Man könnte denken, man sei wirklich unsichtbar. Es ist ruhig, zu ruhig. Lieber auf Nummer sicher gehen. Die Drohne in die Luft schicken, die das vor uns liegende Gebiet überfliegt und 50 Meter weiter ein Gegnernest entdeckt.

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Ich markiere die vier russischen Widersacher und rufe die Drohne zurück. Das Team rückt leise vor und bringt sich in Stellung. Ich lege an und nehme einen der vier ins Visier, die anderen in meinem Team tun dasselbe mit den verbleibenden Gegnern. Kurzes Kommando und die vier russischen Antagonisten werden zeitlupenartig gleichzeitig ausgeschaltet. Nest ausgeräuchert, Weg frei.

Schaffe, schaffe, Waffle baue

Solche Szenarien erwarten euch im neuen Ableger der Ghost-Recon-Reihe zuhauf. Weniger Taktik als in den Vorgängern, dafür das Miteinbeziehen des menschlichen Faktors und seiner koordinierten Vorgehensweise, wenn ihr mit bis zu drei Freunden gemeinsam die Schauplätze von Feinden säubert. Worum geht’s? Eine Bombe hat den gesamten bis dahin bestehenden Ghost-Squad ausgelöscht, also wurde ein neues Squad formiert, um die Schuldigen zu finden.

Die Schauplätze erstrecken sich über Afrika, Südamerika und Pakistan bis nach Russland, gebündelt in einer Kampagne für Solisten oder bis zu vier Spieler im Koop-Modus. Bevor ihr euch in den ersten von zwölf Einsätzen stürzt, dürft ihr vor jedem Einsatz eure Bewaffnung aussuchen und komplett individualisieren.

Hier hat Ubisoft keine Mühen gescheut, sich sogar von einem Waffeningenieur beraten lassen, und die Menge an Einstellungen kann sich sehen lassen: Zielfernrohre, Typ des Abzugshebels, Lauf, an ihm angebrachte Extras, sogar an der Schlagbolzenfeder darf herumgetüftelt werden. Jedes verbaute und modifizierbare Bauteil trägt seinen Teil zur Performance bei und beeinflusst Attribute wie die Reichweite, Bedienbarkeit und Durchschlagskraft entscheidend. In manchen Missionen ist es zwingend erforderlich, eine schallgedämpfte Waffe bei sich zu tragen, darauf werdet ihr aber im Waffenmenü rechtzeitig hingewiesen.

Tom Clancy's Ghost Recon Future Soldier - Kann ich jetzt auch um die Ecke schießen?

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Im Gunsmith-Menü könnt ihr eure Waffen nach Belieben modifizieren.
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Wir sind in Moskau in der Innenstadt und müssen den russischen Diktator Alexei Douka eliminieren. Also unsere praktische Drohne angeschmissen und die Lage checken. Die Drohne ist nicht das einzige neue Gadget. Neben der fast schon komplett unsichtbar machenden Hightech-Camouflage habt ihr unter anderem eine praktische Sensorgranate dabei, die in einem festgelegten Radius um sich herum befindliche Feinde erkennbar macht, was das taktische Vorgehen natürlich erleichtert.

Packshot zu Tom Clancy's Ghost Recon Future SoldierTom Clancy's Ghost Recon Future SoldierErschienen für PC, PS3, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

All die technischen, futuristischen Gadgets sind keine an den Haaren herbeigezogenen Militärhirngespinste, sondern befinden sich in der Entwicklung. Zurück zum Einsatzort: Haben wir den vor uns liegenden Bereich aus sicherer Entfernung observiert, rücken wir mit unserem Squad auf.

Die sind gar nicht mal so blöd

Schleichen wir duckend voran, macht dies auch das Team, ohne allerdings blindlings in eine Gruppe feindlicher Soldaten zu marschieren. Auch das in der Einleitung beschriebene Takedown-Szenario, in dem wir vier Gegner synchron eliminieren, klappt einwandfrei. Und flexibel scheinen die KI-Brüder zu sein. Ich hatte in einer Szene allen von ihnen ein Ziel zugewiesen und wollte den vierten, also „meinen Gegner“, statt mit der Waffe hinterrücks mit meinem Messer erledigen. Also hatte ich mich darauf eingestellt, direkt nach dem Angriff auf meine Zielperson wie blöde auf den Befehlsbutton zu hämmern, damit das Team schnell genug reagiert und die anderen Ziele ausschaltet.

Futuristisches Militärspielzeug trifft gelungene 4-Spieler-Koop-Action und macht dabei einen Heidenspaß.Ausblick lesen

Zu meinem Erstaunen haben sie das aber in der gleichen Sekunde getan, in der ich meinem Opfer mit dem Kampfmesser in den Rücken gesprungen bin. Mein erster Ausruf war: „Super, die denken ja mit!“. Nur so manche Passanten machten mir Angst, wenn ich mit dem Unsichtbarkeits-Camo an ihnen vorbeigeschlichen bin und sie mir trotzdem hinterhergeschaut haben, während die russischen Soldaten voll auf meine Tarnung reingefallen sind.

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Hier ist Teamarbeit angesagt.
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Auch bei der Wahl der Route hält sich das Team an den Spieler, nur gelegentlich fungieren sie als eine Art Vorhut und geben Geleitschutz. Ihr habt in den Missionen weitestgehend freie Hand, ob ihr lieber leise und unentdeckt vorrückt und meuchelt oder ihr mit der Kalaschnikow schreiend und ballernd ins nächste feindliche Nest stürmt. Es gibt aber auch Abschnitte, in denen ihr keine andere Wahl habt, als euch lautlos fortzubewegen. Sollte die Tarnung dann auffliegen, gilt die Mission als gescheitert.

Was den Koop-Modus mit Freunden teamorienterter und spannender macht, könnte bei Einzelspielern vielleicht für Skepsis sorgen: Wird ein Teammitglied verwundet und nicht rechtzeitig verarztet, stirbt es und die gesamte Mission gilt als gescheitert. Aber auch hier funktionieren eure computergesteuerten Mitspieler auf den Punkt genau. Seid ihr selbst verwundet, eilt sofort ein verfügbares Mitglied zu euch, praktischerweise kann man in diesem Stadium den Mitgliedern noch entgegenkriechen oder sich hinter eine Barrikade retten, sodass das Teammitglied beim Verarzten nicht unter weiteren Beschuss gerät. Solltet ihr selbst mal keine Zeit zum Verarzten haben, könnt ihr stattdessen auch jemanden zum Verletzten delegieren.

Der Ritt auf den Wellen

Geratet ihr unter Sperrfeuer und würdet nicht mal einen Zahnstocher über die Deckung halten wollen, könnt ihr die gegnerischen Angreifer auch ohne Drohne markieren und von euren Teammitgliedern unter Beschuss nehmen lassen, sodass ihr wieder Zeit zum Luft holen bekommt und euch neu formieren könnt. Bereits im normalen Schwierigkeitsgrad ist das Spiel schon wirklich fordernd und den Solo-Rambo zu markieren ist nahezu unmöglich.

Die Gegner suchen Deckung, flankieren und setzen das ganze Spektrum an Granatenvielfalt ein. Was in Sachen künstlicher Intelligenz sehr gut umgesetzt wurde, wirkt in optischer Hinsicht mittlerweile etwas angestaubt. Zwar wurde die hier verwendete Grafik-Engine für diesen Teil weiter aufgemotzt, aber man merkt ihr die mittlerweile sechs Jahre an.

Die Umgebung ist teilweise zerstörbar, seien es nun Bretterverschläge, Tische oder Sitzecken in Restaurants, die taktische Exit-Strategien erfordern, wenn ihr mit einem Mal „nackig“ vor dem Gegner steht. Akustisch sorgen eure Teammitglieder untereinander für gelegentliche Schmunzler, wenn sie sich über Funk ein wenig necken oder sich darüber aufregen, dass sie jetzt in den zwanzigsten Stock müssen. Der lapidare Kommentar des Oberbefehlshabers dazu: „Dann geht doch zur Air Force“.

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Hier ist die Kacke mehr als offensichtlich gerade am Dampfen.
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Neben dem Kampagnen-Modus gibt es auch „Guerilla Mode“, ein wenig angelehnt an den „Horde-Modus“ aus Gears of War 2. Ihr verschanzt euch mit eurem Team in einem abgeschotteten Bereich, dem Headquarter. Diesen Bereich müsst ihr vor den in Wellen angreifenden Gegnerscharen verteidigen. Hat es einer der Angreifer geschafft, sich länger als 30 Sekunden in eurem HQ-Bereich aufzuhalten, ist das Spiel verloren. Insgesamt 50 Runden gilt es zu überstehen, zwischen jeder Welle könnt ihr Munition nachrüsten oder den Waffentyp wechseln. Damit die Gegnerwellen aber nicht zu berechenbar über euch hereinschwappen, wird der Standort des Headquarters alle zehn Runden auf einen anderen Ort der Karte verlagert, von dem aus die nächsten Wellen abgewehrt werden müssen.

Sollte hier ein Teammitglied verwundet werden oder sogar sterben, ist die Runde im Gegensatz zur Kampagne nicht vorbei. Das verbleibende Team muss die Welle dezimiert gewinnen und schon kann der verlorene Sohn in der nächsten Welle wieder einsteigen. Nach überstandenen Runden schaltet ihr Spezialgegenstände und Fähigkeiten frei. So könnt ihr euch kurzzeitig mit der Unsichtbarkeits-Camo eindecken, Selbstschussanlagen oder einen Luftschlag anfordern. Solltet ihr euch diese Items aufheben, vervielfachen sie ihre Wirkung nach weiteren Runden und haben mehr Durchschlagskraft.