Autor: Christopher Link

Eine Frage möchten wir vorweg stellen: Ist man erfolgreich, wenn man anders ist als alle anderen? Manches zu seiner Zeit innovative Spielprinzip wurde zeitlos und zu einem Bestseller - man bedenke an »Grand Theft Auto« auf der PlayStation One. Andere Neuheiten in der Kategorie Gameplay waren vielen Käufern wahrscheinlich zu exotisch.

Dieses Schicksal traf das Jump'n'Run »Tokobot« seinerzeit auf der PSP zum Glück nicht. Das Abenteuer rund um eine Handvoll knuddeliger Roboter, die sich mit Teamwork zum Finale mauscheln, wurde ein Erfolg. Kein Wunder also, dass nun mit »Tokobot Plus« die PlayStation 2-Variante des knuffigen Spiels in den Läden steht. Gelingt der Gameplay-Cocktail?

In einem Land vor unserer Zeit...
Die Geschichte von »Tokobot Plus« liest sich wie ein mit Klischees nur so überladenes Märchen: Lange vor Beginn der Zivilisation, in einer Zeit, die Archäologen prähistorisch nennen, war Moritari die Heimat einer Zivilisation mit einer sehr hoch entwickelten Technologie. Doch - Trommelwirbel - diese blühende Kultur ging in nur einer einzigen Nacht unter. Seitdem hat man keinen Überlebenden mehr gesehen.

Tokobot: Mysteries of the Karakuri - Wir sind die Roboter: knuffig, fluffig, innovativ! Der Handheld-Hit jetzt für die PS2.

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gamona präsentiert: Die Tokobot-Peitsche in Aktion!
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Nach zehntausend Jahren schlüpfen wir schließlich in die Rolle des Möchtegern-Schatzwächters Bolt, einem kleinen Jungen voller Tatendrang. Dieser versucht nun, das Rätsel um das Verschwinden seiner Vorfahren zu lösen und nebenbei die antiken Schätze vor Plünderern zu schützen. Dabei stehen ihm niedliche kleine Roboter zur Seite, die ihm bei seinen Abenteuern helfen.

Streng die grauen Zellen an!
Grob gesagt ist »Tokobot Plus« ein reinrassiges Jump'n'Run mit Denkeinlagen, denn in den Ruinen lauern nicht nur Feinde, sondern auch fiese Fallen auf das Ableben unseres Protagonisten. Mithilfe der erwähnten Roboter stellen diese aber überwindbare Hindernisse dar.

Die kleinen Blechkübel, die übrigens die ganze Zeit wie zugedröhnt hinter euch herlaufen, könnt ihr nämlich in verschiedenen Formationen auftreten lassen, um spezielle Hindernisse, die sich teils markant voneinander unterscheiden, passend zu meistern.

Tokobot: Mysteries of the Karakuri - Wir sind die Roboter: knuffig, fluffig, innovativ! Der Handheld-Hit jetzt für die PS2.

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Band of Brothers: Bolt ist nie allein unterwegs und kann auf die Unterstützung der Tokobots zählen.
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Aber nicht nur Abgründe werden dadurch meist zur Kleinigkeit, auch Gegner lassen sich so erledigen. Je nachdem, in welcher Formation sich eure Tokobots befinden, könnt ihr sie zum Beispiel zur Peitsche umfunktionieren. Das hält auch den stärksten Widersacher nicht lange auf den Füßen. Ein genauer Treffer ist durch die leicht ungenaue Steuerung jedoch nicht immer vollends möglich.

Jetzt wird es etwas schwieriger...
Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn euch komplexere Fallen und Abgründe bevorstehen, über die ihr nicht bloß durch Zuhilfenahme einer einzigen Formation, sondern gleich im Wechsel zwischen verschiedenen Aufstellungen hinwegkommt. Unsanfte Landungen stehen deshalb leider des Öfteren auf dem Plan.

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Die Grafik ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Hier in Aktion: die berühmte Nussecke.
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Trotz immer wieder eingestreuter Widersacher liegt der wesentliche Fokus ganz klar im üblichen Jump'n'Run-Rahmen. Die meiste Zeit lauft ihr mit den Tokobots im direkten Anschlag durch die recht abwechslungsreich gestalteten Levels und überwindet ein Hindernis nach dem anderen. Etwas aufgelockert wird das Ganze durch interessante und spannende Bosskämpfe, in denen man seinen Kopf manchmal gehörig anstrengen muss, um herauszufinden, welche Strategien bzw. welche Formationen von Nöten sind, um die teils wuchtigen Gegner ins virtuelle Nirwana zu schicken.

Kehrseiten der Technik...
Auf der grafischen Seite fällt vor allem Eines auf: der bunte und knuddelige Stil, der hier vom Anfang bis zum Ende durchgehalten wird. Das mag für ein Kinderspiel passen, Erwachsenen hängt der leicht übertriebene Niedlichkeitsfaktor jedoch bald zum Hals raus.

Leider zeigen sich noch weitere Schwächen, so zum Beispiel die kargen und wenig aufregenden Umgebungen sowie die eckigen Charaktere. Zudem wirken die Texturen verwaschen. Vollends auf kleine Kinder ist der Sound ausgelegt: Piepsige Stimmen und ein Kindergartendudel-Soundtrack zeigen die Zielgruppe auf, gehen dem älteren Zocker aber tierisch gegen den Strich.