»Die Familie macht uns stärker. Aber sie nervt auch ganz schön.« Mit Sprüchen flott wie Schläge erlebt die 90er-Jahre-Kinderunterhaltung »Teenage Mutant Ninja Turtles« momentan ein erstaunliches Revival.

Die vier Karatekröten nehmen nun auch die Wii, Schwert und Nunchuck schwingend, in Angriff. Während aufgrund der Filmlizenz das Schlimmste zu befürchten stand, stellt sich TMNT als prima spielbar heraus.

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Vier mutierte Schildkröten lernen von einer Kanalratte Ninjutsu. Was nach einer Story klingt, die ausschließlich im Halbschlaf oder Vollrausch Sinn macht, hat sich tief in Kinderhirne des westlichen Kulturkreises eingebrannt.

TMNT Smash Up - Kowabunga! Wer hätte das gedacht? Diese Schildkrötensuppe ist gar nicht übel...

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Wenn schon Schildkrötensuppe, dann mit Messer und Gabel...
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Die anfangs als Parodie auf in den 80ern beliebte Martial-Arts-Comics geplanten Untergrundcartoons kennt man in Deutschland primär als Fernsehserie der Neunziger Jahre. Mit der Neuauflage der TV-Serie in den USA 2003 und dem aktuellen Animationsfilm brauchte es nun naturgemäß auch wieder ein passendes Computerspiel. Ubisoft brachte selbiges auf den Weg.

Krötenprinzen

Herausgekommen ist ein an »Prince of Persia« angelehntes Jump and Run um die vier Schildträger Leonardo, Michelangelo, Donatello, Raphael sowie dessen Alterego Nightwatcher. Dabei zielt der Titel ganz eindeutig auf eine junge Käuferschicht ab, denn der Schwierigkeitsgrad bleibt durchgehend auf Schildkrötenaugenhöhe, sprich: niedrig.

Nicht nur sind die mit automatischer Kameraführung versehenen 3D-Level völlig linear. Zudem zerfallen sie in jeweils zwei Arten von Abschnitten: In der einen hüpfen und springen die Ninjareptilien über Abgründe, hangeln sich an Vorsprüngen entlang oder klettern Wände empor. In der anderen schlagen sie sich mit gruppenweise angreifenden Widersachern herum. Anders als bei potentiellen Konkurrenztiteln üblich, behelligen uns niemals beide Konzepte gleichzeitig.

Um das Geschehen noch ein wenig einfacher zu gestalten, gibt es pro Level massenhaft Checkpoints. Der Spieler muss also nie unfair lange Abschnitte wiederholen. Weiterhin ist die Anzahl der Leben nicht begrenzt. Frust bleibt daher im Großen und Ganzen ein Fremdwort.

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Voll der Hammer!
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Im Kampfmodus haben es die Entwickler allerdings etwas zu gut gemeint. Denn jede Kröte verfügt über eine gewisse Menge Energie. Ist diese verbraucht, kippt das Turtle-Tier nicht etwa tot um, sondern verfällt in eine reptilientypische Starre. Aus der kann der Spieler seinen Ninja durch Remotewackeln zurückholen. Mitunter beschleicht einen daher trotz regulärem Zockverhalten unweigerlich das Gefühl, man würde cheaten. Einen gewissen Ansporn schafft zumindest die Zeitbegrenzung. Wer nämlich ein Level besonders schnell und erfolgreich absolviert, schaltet bis zu neun Minigames, Herausforderungen und unterschiedliche Gimmicks frei.

Knüppel auf den Sack
»Erfolgreich« meint hierbei etwa, inwieweit die jeweilige Schildkröte die Kämpfe unverbeult übersteht. Zu diesem Zweck lenkt der Spieler die Schritte des Charakters mit dem Analogstick, springt per A-Knopf, kickt per Nunchuk-Schüttler und führt einen Waffenangriff per Remotewackler aus. Außerdem lassen sich mit dem B-Knopf so genannte Familienangriffe starten. Dann wirbeln sich die Turtles gegenseitig durch die Luft oder verschleudern Blitze und Feuerattacken.

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Ein Special Move für die ganze Familie...
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Für jeden ohne Gegentreffer bezwungenen Feind gibt es dann einen von zehn Sternen. Hat man hiervon ausreichend angespart, wechselt unser Kombattant in den Zeitlupenmodus. In dem kann er derbe »Mega-Angriffe« ausführen, die bösartiges Gekreuch äußerst schwungvoll aus der Hose kloppen. Leider nutzt sich das Prinzip mangels spannender Kombos und aufgrund eintöniger Angreiferarten schnell ab. Lediglich die hin und wieder über die Mattscheibe tapernden Endgegner sorgen für ein Fitzelchen Restspannung.

Die Jump-and-Run-Abschnitte umfassen dagegen - erfreulich vielfältig - Dschungellandschaften, brennende Gebäude, geheimnisvolle Tempel oder das Dächermeer hoch über New York. Hier liegt die eigentliche Stärke des Titels, da das flotte Gameplay in dieser Beziehung durchaus Freude bringt. Vor allem coole Doppelsprünge oder an Jackie Chan erinnerndes Mauerlaufen verströmt knuffiges Ninja-Flair.

Michelangelo beherrscht zudem eine Form von Helikopterflug per Nunchuk-Wirbel, Donatello einen auch bei niedrigen Decken einzusetzenden Bo-Stabsprung. Beides macht zumindest in der Theorie den taktischen Einsatz der unterschiedlichen Familienmitglieder notwendig. Eine häufigere Verwendung dieses »Stilmittels« hätte dem Gesamteindruck jedoch zweifellos gut getan.