Die Welt ist einfach nicht fair. Kaum haben wir den Göttern in "Titan Quest" den faulen Hintern gerettet, Telkine und Titanen in die Knie gezwungen und uns zum mächtigsten Helden der Antike aufgeschwungen, bedroht auch schon eine neue Macht den Globus.

Statt mit Wein, Weib und Gesang bis zum Morgengrauen zu feiern, müssen wir in die Unterwelt, den Hades, hinab steigen und erneut für Ordnung sorgen. Also gut, auf ein Neues! Für Ruhm, Ehre, Gold und Frauen tun wir schließlich alles.

Titan Quest: Immortal Throne - Entwicklertagebuch #3 - Underworld4 weitere Videos

Harte Einstiegskriterien
"Immortal Throne" ist kein Stand-alone-Addon. Heißt: Um in den Genuss des Titels zu gelangen, müsst ihr "Titan Quest" besitzen. Doch auch das reicht nicht einmal. Zugang in den Hades erhält nur, wer das Hauptprogramm komplett durchgespielt hat und einen entsprechend mächtigen Helden (wir empfehlen Stufe 45 - 55) aufweisen kann. Vorgefertigte Charaktere oder eine automatische Levelerhöhung für schwächliche Heroen haben die Entwickler nicht vorgesehen. Wer nicht mächtig genug ist, muss "nachsitzen" und erst einmal die Hauptkampagne durchzocken.

Titan Quest: Immortal Throne - Das schöne Griechenland zum Spartarif: Immortal Throne macht da weiter, wo Titan Quest endete.

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Nicht nur in dunklen Höhlen wird gekämpft, auch in schicken Außenlandschaften gibt's ordentlich auf die Mütze.
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Habt ihr das getan, seid ihr bestens vorbereitet, um die zahlreichen neuen Herausforderungen zu meistern. Los geht's im sehr irdisch geprägten, fast vertraut erscheinenden Rhodos. Doch schon kurze Zeit später stiefelt ihr in dunklere Gefilde, die sich erfreulich stark von den größtenteils blühenden Landschaften "Titan Quests" abheben. Dunkle Höhlen mit abstrakten, bunt schimmernden Pflanzen und düstere, gespenstisch anmutende Kellergewölbe wechseln sich ab mit angsterfüllten Kriegsschauplätzen unter freiem Himmel und paradiesischen Landschaften mit Meer- und Seeblick.

Diese Variation ist es, die dazu motiviert, immer neue Gegnermassen stupide abzuschlachten. Denn nach wie vor ist die Storybindung mangelhaft. Die leidlich spannenden Monologe der leblosen Nichtspielercharaktere bringen die Füße zum Einschlafen. Die aufgesetzte Rahmenhandlung könnte auch aus einem "Fantasy-Story-Generator" stammen.

Packshot zu Titan Quest: Immortal ThroneTitan Quest: Immortal ThroneErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Glücklicherweise sind die 20 neuen Gegnermodelle sehr viel kreativer ausgefallen. Fleischberge mit Fratzengesichtern, Klauenmonster, die den Zerg aus "StarCraft" ähneln und riesenhafte, lebendige Bäume harmonieren bestens mit den frischen Landschaftsbildern. Auch den zahlreichen neuen Zwischen- und Endgegnern ist die künstlerische Kreativität in jedem Polygon anzumerken. Zu den teils wahrlich gigantischen Viechern wollen wir möglichst wenig verraten. Nur so viel: Mehr noch als im Hauptprogramm müsst ihr die Bosse mit unterschiedlichen Taktiken angehen, um deren Stärken auszuhebeln und die Schwächen auszunutzen. Das bringt Abwechslung in die Dauerklick-Orgie!

I have a dream
"Neue Gegner und coole Landschaften schön und gut, doch wo sind die wirklichen Neuerungen?", werdet ihr jetzt vielleicht fragen. Die Antwort folgt auf den Fuß: Das vermutlich bedeutendste neue Feature ist die Kampfdisziplin "Traumbeherrschung". Die auf Magie ausgerichtete Meisterschaft klingt vielleicht nicht nach Spannung pur, bringt in der Praxis aber viel Laune. So könnt ihr besonders nervige Widersacher per "Schlafsand" zeitweise einnicken lassen, um euch erst einmal anderen Monstern zu widmen. Oder ihr aktiviert die Aura "Trance der Empathie", die einen Teil des von Gegnern bei euch verursachten Schadens zurück wirft.

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Die Fähigkeiten der neuen Traumbeherrschung sind grafisch aufwändig inszeniert.
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Wer es offensiver mag, der schnetzelt sich per "Störwelle" oder "Zeitriss" (friert zusätzlich temporär ein) durch die Monsterhorden. Gesellige Spieler rufen sich zudem auf Wunsch ein Albtraum-Wesen herbei, das bedingungslos folgt, Feinden schwer zusetzt und sie mit dem "Hypnoseblick" verwirrt, so dass sie ziellos umher laufen und Phantombilder angreifen. Alles in allem ist die "Traumbeherrschung" eine äußerst mächtige neue Meisterschaft. Sie haut nicht nur ordentlich rein, sondern hat auch nützliche Unterstützungszauber zu bieten, die euch und eure Mitstreiter stärken. Der Talentbaum dürfte also vor allem im Mehrspielermodus viele neue Freunde bescheren.

Vieles neu macht das Addon
So viel zur wohl wichtigsten Neuerung von "Immortal Throne". Zahlreiche weitere Verbesserungen fallen eher in die Kategorie "Klein, aber fein". Darunter etwa die neuen Artefakte. Das sind besonders mächtige Gegenstände, die von in Städten herumlungernden Verzauberern im Tausch gegen Gold und Reagenzien (Amulette, Ringe, Schriftrollen,…) angefertigt werden und dauerhaft fette Schadens- oder Resistenz-Boni geben.

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Diese Verwandten der Ents sind gar nicht gut auf uns zu sprechen.
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"Moment, Schriftrollen? Ich kann mich nicht an Schriftrollen erinnern", werden uns beinharte "Titan Quest"-Fans nun entrüstet entgegnen. Und damit haben sie uns sogleich die Überleitung zur nächsten Mini-Neuerung geliefert. Die staubigen Papyrus-Rollen funktionieren wie Tränke. Nach einmaliger Benutzung verpuffen sie. Langweilig? Mitnichten. Die Rollen bringen nämlich mächtige Effekte mit sich, etwa besonders kraftvolle Magieanwendungen oder temporäre Auren. Vor allem Nahkämpfer werden die Schriftrollen lieben, da sie jetzt endlich auch mit Zaubersprüchen um sich werfen dürfen.

Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht
Direkt aus "World of WarCraft" geklaut ist die Idee des Grabsteins. Im Hauptprogramm wurden getötete Helden mit einem Erfahrungspunkteverlust am letzten Brunnen der Wiedergeburt belebt. "Immortal Throne" erspart euch die Einbußen der fleißig gesammelten Punkte. Nach eurem Ableben müsst ihr einfach zum Grabstein, dem Ort eures Todes, marschieren, diesen berühren und schon habt ihr die Erfahrungspunkte zurück. Äußerst praktisch!

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Spannung liegt in der Luft, das wird den Monstern kaum schmecken.
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Ebenfalls aus dem Hause Blizzard entlehnt ist der so genannte Karawanentreiber. Der Bursche ist quasi die wandelnde "Diablo"-Goldtruhe. Wertvolle Gegenstände, die euer Inventar verstopfen, könnt ihr in seinem Stauraum ablegen. Unendlich ist der Platz freilich nicht. Gegen stolze Gebühren könnt ihr die Fläche allerdings zweimal erweitern. Vor allem für Zocker mit mehreren Charakteren hoch interessant ist der Tauschbereich des Karawanentreibers. Denn dort platzierte Items dürft ihr zwischen euren Helden transferieren. Findet euer Krieger also einen besonders mächtigen Zauberstab, könnt ihr diesen ohne Weiteres eurem Erdmagier zuschanzen.

Eine wichtige Info noch zum Schluss: Alle Neuerungen und Verbesserungen kommen euch auch zugute, wenn ihr noch voll mit "Titan Quest" beschäftigt seid. Einzig die frischen Gebiete dürft ihr erst nach dessen Abschluss bereisen.