Titan Quest (PC Preview)
von Tobias Wüst

Bis zum heutigen Tag stellt »Diablo 2« aus dem Hause Blizzard Entertainment die Referenz im Action-RPG Genre dar. Nach nunmehr sechs Jahren schickt sich »Titan Quest«, das erste Spiel von Iron Lore Entertainment, an, den antiken König vom Thron zu stoßen.

Wir hatten die Gelegenheit »Titan Quest« beim Publisher THQ in Krefeld anzocken zu können und sagen euch, ob sich Fans von Action-Rollenspielen auf den Sommer freuen dürfen.

Titan Quest - Editor Tutorial Part 314 weitere Videos

Wenn man den heutigen Markt an Rollenspielen überblickt, kommt man nicht an Elfen, Orks und Goblins vorbei. »Titan Quest« überrascht dagegen mit einem frischen Setting, das den einen oder anderen sicherlich noch an die eigene Schulzeit erinnern dürfte. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Helden bzw. einer Heldin und muss sich quer durch die antike Mythologie von Griechenland bis ins ferne China durchkämpfen. Auf der Reise werden Zwischenstopps in Ägypten, Babylon und auf der Seidenstraße eingelegt, die wir allesamt aus zahlreichen Hollywood-Filmen kennen. Die amerikanische Traumfabrik ist übrigens ein gutes Stichwort, konnte Iron Lore Entertainment doch Randall Wallace, den Autor des epischen Streifens Braveheart, für die Story von Titan Quest gewinnen.

Die Reise unseres Helden beginnt mit einem Hilferuf der olympischen Götter, die uns auserwählt haben, um die Titanen, Urgötter der altgriechischen Mythologie, wieder in ihr Gefängnis zu verbannen.

Titan Quest - Episches Hack and Slay in der Antike: Wir waren zu Gast bei THQ und haben Titan Quest gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 76/801/80
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nach ihrer Flucht aus dem Tartarus, der Hölle, wollen diese nämlich die ganze Erde mit ihrem Zorn zerstören. Auf unserer Reise werden wir auf die verschiedensten Monster und Kreaturen treffen, die sich auf die Seite der Titanen geschlagen haben und uns zum Scheitern bringen wollen.

Die Antike erwacht zum Leben
Grafisch kann »Titan Quest« auf ganzer Linie überzeugen. Die von Iron Lore Entertainment entwickelte Engine verfügt über realistische Ragdoll-Animationen. Zudem ist sie frei zoom- und drehbar, was in diversen Dungeons auch erforderlich ist, damit die dunklen Gänge bis in den letzten Winkel erkundet werden können.

Titan Quest - Episches Hack and Slay in der Antike: Wir waren zu Gast bei THQ und haben Titan Quest gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 76/801/80
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die eigentliche Pracht der Engine kommt allerdings erst an der Oberfläche zur Geltung. Hier wurde mit viel Liebe an den kleinsten Details gearbeitet. In der freien Natur bewegen sich Blumen im Wind und in der Stadt laufen Passanten durch die Straßen. So entsteht eine wirklich lebendige Welt, einfach toll!

Die prachtvolle Technik hat selbstverständlich auch ihren Preis. In voller Schönheit wird »Titan Quest« nur auf High-End Rechner zu genießen sein. Wer auf die höchsten Grafikeinstellungen verzichten kann, wird das Action-RPG auch auf einem Computer mit 1,8 Gigahertz und 512MB RAM Arbeitsspeicher zum Laufen bekommen.Das absolute Minimum bei der Grafikkarte ist eine GeForce 3.

Hack 'n' Slay in bester Manier
Wer gerne ohne viel Aufhebens loszockt, wird sich sofort mit »Titan Quest« anfreunden können. Bei der Charakter-Erstellung muss lediglich das Geschlecht, der Name und optional eine bevorzugte Farbe gewählt werden. Der Rest, wie beispielsweise die Wahl der Klassen, ergibt sich später im eigentlichen Spiel.

Kaum in der griechischen Antike angekommen fällt einem sogleich das sehr aufgeräumte und vor allem übersichtliche Interface auf. Wer schon einmal ein Action-RPG oder ein MMORPG gespielt hat, wird sich gleich heimisch fühlen. Im oberen Bildschirmbereich befinden sich die Balken für Lebensenergie und für Mana, sowie eine kleine Übersichtkarte. Im unteren Bereich wurden diverse Slots, sämtliche Options-Möglichkeiten und der Erfahrungsbalken untergebracht.Alles ist Platz sparend und trotzdem übersichtlich am Rand angeordnet, wodurch eine erfreulich große Fläche zum Spielen übrig bleibt.

In Sachen Gameplay setzt »Titan Quest« auf Action pur in bester Hack 'n' Slay Manier. Nicht selten kämpft man gegen zehn Gegner gleichzeitig - nicht unbedingt realistisch, aber ungeheuer spaßfördernd. Schön gelöst ist das moderne Klassensystem. Hier muss man sich nicht zu Beginn des Spiels festlegen, vielmehr ergibt sich die Ausrichtung im Laufe der Abenteuer. So sind beispielsweise auch Kombinationsmöglichkeiten aus Krieger und Magier denkbar.

Im Gegensatz zu den meisten verwandten Spielen muss man sich also nicht zwangsläufig spezialisieren um erfolgreich zu sein. Insgesamt stehen 28 Kombinationen zur Verfügung, die es einem ermöglichen »Titan Quest« mit einem gänzlich anderen Charakter erneut durchzuspielen.

Titan Quest - Episches Hack and Slay in der Antike: Wir waren zu Gast bei THQ und haben Titan Quest gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 76/801/80
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Sammel-Freaks dürfen sich wieder über unzählige Items freuen. Wie aus dem Genre bekannt, gibt es legendäre und epische Gegenstände, sowie ganze Item-Sets, die ihre ganze Wirkung erst entfalten, wenn alle Teile vorhanden sind.

Wer gedacht hatte, man könne keinen guten Diablo-Klon in 3D entwickeln, der sieht sich durch »Titan Quest« eindeutig eines besseren belehrt. Die frei zoom- und drehbare Spielwelt ist keineswegs störend und trägt sogar noch erheblich zum positiven Gesamteindruck bei.

Titan Quest - Episches Hack and Slay in der Antike: Wir waren zu Gast bei THQ und haben Titan Quest gezockt!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 76/801/80
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Monster kloppen im Multiplayer
Der Multiplayer-Modus bestimmt häufig über die Langzeitmotivation und somit über den Erfolg bzw. Misserfolg eines Computerspiels. Den Entwicklern von Iron Lore Entertainment ist dies durchaus bewusst, daher setzen sie sehr auf eine enge Zusammenarbeit mit der Community.

In Zusammenarbeit mit GameSpy wird es möglich sein mit insgesamt sechs Freunden im Koop-Modus zu Spielen. Wer lieber daheim im LAN daddelt, darf dies natürlich auch. Leider wurde auf einen PvP-Modus verzichtet, es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass dieser in einem möglichen AddOn nachgeliefert wird.

Das Hauptaugenmerk der Entwickler lag eindeutig auf dem Singeplayer-Modus. Ebenfalls fehlt eine richtige Online-Plattform wie das Closed Battle.net von Blizzard Entertainment. Die mangelnden Ressourcen haben es bisher nicht erlaubt, in dieser Richtung tätig zu werden. Durch ein AddOn könnte dies aber sicherlich noch nachgerüstet werden.

Trotz dieser zwei kleinen Mankos wird es in der Welt von »Titan Quest« definitiv nicht langweilig werden. Neben der normalen Spielzeit, die ohne Nebenquests ungefähr 25 bis 30 Stunden betragen wird, ist es auch möglich eigene Missionen zu kreieren. Iron Lore Entertainment hat hierfür extra einen Level- und einen Quest-Editor entwickelt, die beide kinderleicht zu bedienen sind.

Durch eine aktive Community und diverse Online-Plattformen dürften sich die Level somit innerhalb kürzester Zeit verbreiten und für zusätzlichen Spielspaß sorgen.Ausblick
»Titan Quest« zieht eindeutlich auf Diablo-Fans ab, das ist mehr als offensichtlich. Sämtliche Features des großen Vorbildes wurden übernommen, teilweise verbessert und in eine moderne Hülle gepackt. Ob das Gameplay auch auf Dauer überzeugend kann, wird allerdings erst ein Langzeittest zeigen. Sicherlich wäre eine Online-Plattform ähnlich dem Battle.net wünschenswert, aber auch ohne dieses Feature dürfte »Titan Quest« zu den absoluten Highlights des Sommers gehören. Durch die mitgelieferten Level- und Quest-Editoren erwarten uns zahlreiche Eigenkreationen aus der Community, die für weiteren Spielspaß sorgen werden. Wer »Diablo 2« geliebt hat, sollte sich den Namen »Titan Quest« zumindest vormerken. Kurz vor dem Release im Juni 2006 soll es übrigens auch eine Demo geben. Wer durch unsere Vorschau noch nicht hellhörig geworden ist, darf sich dann gerne selbst vom tollen Gameplay überzeugen.