Tiger Woods PGA Tour 2006 (Xbox 360 Review)
von Nedzad Hurabasic

Einer geht noch rein! Treffender könnt man den ersten Satz zu diesem Review kaum formulieren. Denn bei Tiger Woods PGA Tour 06 handelt es sich um den letzten (nicht falsch verstehen) der 15 XBox360-Launchtitel, den wir durch den gamona Testparcours scheuchen.

Da es im Januar erfahrungsgemäß weniger Spiele gibt, haben wir uns dieses Sportspiel bis zum Schluss aufgehoben. Ob es sich bei der 360-Version im Vergleich zur PC-Version und den anderen Konsolenablegern um einen Überflieger handelt, verraten wir euch nach dem Abschlag vom Tee.

Tiger Woods PGA Tour 2006 - Golfen am Limit? Das kann Tiger auf der Xbox 360!

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Mit seinen ersten Sport-Umsetzungen FIFA 06 und NBA Live 06 für die Xbox 360 konnte Electronic Arts nicht unbedingt überzeugen, zu viele technische Fehler und Ungereimtheiten stießen bitter auf und ließen die Games folglich im Mittelmaß versinken. Um es vorweg nehmen: Bei Tiger Woods PGA Tour 06 bleibt uns ein solcher Reinfall erspart, auch wenn sich trotzdem eine Reihe von Kritikpunkten ergeben, die das Spielvergnügen mehr oder weniger trüben. Als Erstes fällt uns auf, dass diese Spielversion für HD-Fernseher oder Beamer optimiert ist. Das merkt der geneigte Spieler an den flackernden und viel zu kleinen Zeichensätzen, die auf normalen Fernsehern kaum lesbar sind.So fällt nicht nur die Navigation durch das Menü schwer, auch viele Spiel-Tipps und Erklärungen sind nur mit großer Mühe zu entziffern. Bad Move! Das sollte einem erfahrenen Entwicklerteam eigentlich nicht passieren.

Der Weg dorthin ist anfänglich recht interessant aufgebaut. Verschiedene Aufgabenstellungen geben dem Spieler die Möglichkeit, sich mit der Steuerung und den verschiedenen Hürden des Golfsports vertraut zu machen und an den Feinheiten des Spiels zu arbeiten. Mal geht es ums Putten, dann wieder um Schläge aus dem Sand-Bunker oder darum dichter an das Loch heranzukommen als der virtuelle Widersacher. Durch das Bewältigen dieser Herausforderungen werden quasi nebenbei neue Golfer, Kurse und Events freigeschaltet. So kann sich der angehende Golfprofi seine Meriten auf verschiedenen Fairways verdienen und "grast" nicht nur einen Punkt nach dem anderen auf einem und demselben Kurs ab, bis es zum nächsten geht.
Ziemlich nervig ist dabei allerdings die Tatsache, dass es die Entwickler versäumt haben, dem Spiel eine Auto-Save-Funktion zu spendieren. Alle Nase lang erscheint ein Fenster, das abfragt, ob der Spieler den Spielstand sichern möchte. Völlig unverständlich, warum auf ein solches automatisiertes Feature verzichtet wurde. In diesem Zusammenhang fällt auch negativ auf, dass leider jede Aufgabe neu geladen wird, auch wenn man sie nur wiederholen oder neu beginnen möchte. Auch hier wäre eine spielerfreundlichere Funktion dem Spielspaß sicher zuträglich gewesen.

Packshot zu Tiger Woods PGA Tour 2006Tiger Woods PGA Tour 2006Erschienen für PS3, PC, PS2, PSP, XBox und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Apropos Spielspaß: Kommen wir zum Gameplay an sich. Tiger Woods PGA Tour 06 hat die mittlerweile gewohnte Analog-Steuerung der Konsolen-Fassungen übernommen. Mit dem linken Stick wird der Schwung kontrolliert, der für den Schlag des Golfballs vonnöten ist. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit geht das sehr einfach von der Hand und auch Anfänger werden keine Probleme haben, die Grundschläge zu erlernen.

Tiger Woods PGA Tour 2006 - Golfen am Limit? Das kann Tiger auf der Xbox 360!

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Mit dem rechten Stick des Controllers kann der Spieler dem Ball noch einen Drall geben und so "Feintuning" betreiben. Während das in dieser Kombination noch recht gut funktioniert, wird es beim "Power-Boost"-Feature schon deutlich schwieriger. Das liegt aber weniger an der Funktionalität an sich, die die Reichweite des Schlags nochmals erhöhen soll. Es liegt an der total unergonomischen Tastenbelegung, die sich leider nicht ändern lässt. Während der linke Stick mit dem linken Daumen für den Schwung benutzt wird, soll ebenfalls die linke Schultertaste mehrmals gedrückt werden, um eine höhere Reichweite zu erzielen.Dabei darf natürlich der "Schwungstick" nicht verrissen werden, was aber auf diese Weise kaum möglich ist. Diese Funktion hätte auf die rechte Schultertaste gehört, liebe Entwickler.

Wer sich nah genug an die Löcher gespielt hat, wird natürlich mit dem Putten konfrontiert, um den Ball schlussendlich ins Loch zu befördern. Das ist in der Xbox 360-Fassung etwas fordernder, aber immer noch fair. Per Tastendruck kann sich der Spieler die Ideallinie einblenden lassen, die aber während des Schlags selbst nicht zusehen ist. Darüber hinaus wird ein Raster angezeigt, das Gefälle und Neigungen des Grüns visualisiert. Dummerweise ist das Loch selbst am schlechtesten zu sehen. Es dümpelt als unscheinbarer grauer Fleck auf dem Rasen vor sich hin und ist teilweise kaum auszumachen. Wie auch bei den weiten Schlägen dient der Shape-Stick hier dazu, dem Ball mit dem richtigen Effet länger oder kürzer zu spielen.Die gesamte Schlagrichtung kann immer mit dem D-Pad bestimmt werden. Möchte der Spieler also aufgrund von Wind oder im Weg stehenden Bäumen nicht in die vorgegebene Richtung schlagen, oder den Ball beim Putten in einer Kurve gen Loch schicken, dann kann dies so elegant eingestellt werden.

Grafisch macht das Spiel einen größtenteils guten Eindruck, böse Zungen könnten behaupten, die wenigen Kurse und abgespeckten Modi sind zulasten einer besseren Darstellung gegangen. Vor allem die Spieler sehen richtig gut aus, insbesondere natürlich der Titelheld Tiger Woods strotzt nur so vor Details. Auch die Landschaft, allem voran natürlich die Greens und Roughs, sind sehr gelungen und lassen sich auch aus großer Distanz voneinander unterscheiden. Ebenfalls gelungen sind auch die Bäume und deren Schattenwurf, am beeindruckendsten sind durch den Blätterwald fallende Sonnenstrahlen.Wie bei den anderen EA-Sport-Titeln glänzen aber auch hier die Protagonisten zu sehr, sodass ein etwas knetmassenhafter Eindruck entsteht. Der Soundtrack bzw. die Hintergrundberieselung ist sehr zurückhaltend geraten, schließlich wollen die Sportler sich beim Golfen ja entspannen. So ist außer ein wenig Ambiente-Musik und dem Zwitschern von Vögeln kaum mehr zu vernehmen als die Spielgeräusche des Golfers, die aber sehr originalgetreu wirken. Dasselbe gilt übrigens auch für die hervorragenden Animationen der Sportler und des kleinen Balls. Außerdem gibt es noch zwei recht amüsante Kommentatoren, die das Spielgeschehen kommentieren und den Spieler auch verbal "verkloppen", wenn mal der eine oder andere Schlag misslingt.Wie bei den anderen EA-Sport-Titeln glänzen aber auch hier die Protagonisten zu sehr, sodass ein etwas knetmassenhafter Eindruck entsteht. Der Soundtrack bzw. die Hintergrundberieselung ist sehr zurückhaltend geraten, schließlich wollen die Sportler sich beim Golfen ja entspannen. So ist außer ein wenig Ambiente-Musik und dem Zwitschern von Vögeln kaum mehr zu vernehmen als die Spielgeräusche des Golfers, die aber sehr originalgetreu wirken. Dasselbe gilt übrigens auch für die hervorragenden Animationen der Sportler und des kleinen Balls. Außerdem gibt es noch zwei recht amüsante Kommentatoren, die das Spielgeschehen kommentieren und den Spieler auch verbal "verkloppen", wenn mal der eine oder andere Schlag misslingt.