Autor: Nedzad Hurabasic

Ich peile den kleinen weißen Ball an, dann sehe ich zum 330 Meter weit entfernten Fähnchen herüber. Loch-Ball - Loch-Ball. Meine Augen fixieren diese beiden Punkte, bis ich mich entschieden habe, wie ich den Ball treffen möchte.

Jetzt nur nicht vergessen den Wind in meine Berechnungen mit einfließen zu lassen! Dann hole ich aus und mein virtueller Körper verwandelt sich für Sekundenbruchteile in einen menschlichen Beschleunigungsapparat. Wie jedes Jahr im Frühherbst, wenn ich die neuste Version der Golfsimulation aus dem Hause Electronic Arts spielen darf.

Tiger Woods PGA Tour 07 - Golfplätze TrailerEin weiteres Video

Tiger Woods PGA 07 bringt auch diesmal eine ganze Palette an neuen Features und zusätzlichen Modi mit. Die meisten davon sind auf den ersten Blick jedoch schlichtweg nicht sichtbar. Das EA-Entwicklerteam hat sie hinter einem klar strukturierten, aufgeräumten und übersichtlichen Interface versteckt. So gut hat mir lange kein Menü aus der Sportreihe des Softwareriesen gefallen. Wer sich die Mühe macht alle Menüpunkte abzuchecken, bekommt schnell ein Gefühl dafür, worauf in diesem Jahr besonders viel Wert gelegt wird: Teamplay, individualisierte Spielwelt, Casual-Gameplay in Form von Minispielen, Mehrspielerpartien und ein auf Wunsch beschleunigter Spielablauf. Allein die Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten im Optionsmenü erschlägt mich fast, ich kann das Spiel fast völlig meinen Wünschen anpassen. Schlagtechnik, Spielgeschwindigkeit und Spielschwierigkeit lassen sich in kleinen und großen Schritten in Richtung "Dasein als Golf-Noob" verschieben. Damit mir nicht schwindelig wird, begebe ich mich flugs in die "Tutorials"-Sektion und ziehe mir die über ein Dutzend Erklärungsvideos rein. Dort werden nicht nur die Standardschläge, sondern auch viele neue Modi und Spezialschläge erklärt und visualisiert. Da Theorie allein nicht ausreicht besser zu werden, steht natürlich auch ein Übungsmodus bereit. Hier kann jeder Schlag so oft wiederholt werden kann, bis er sitzt.

All das kann ich diesmal auf 21 Kursen, darunter neu lizenzierte Plätze wie The Four Seasons Resort Aviara, The Ocean Course auf Kiawah Island, Riviera Country Club, The National und The K Club, Schauplatz des Ryder Cups 2006, erleben. Auf Profiplätzen treten aber auch 50 Profi-Golfer - darunter natürlich Tiger Woods persönlich - zum munteren Schlagabtausch an. Viele davon müssen im Spielverlauf jedoch erst freigeschaltet werden.

Tiger Woods PGA Tour 07 - Golf auf dem Weg zum Mannschaftssport - Tiger Woods geht in die neue Saison!

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Geschraubt wurde aber vor allem auch an der Möglichkeit, eigene Spieler mit dem "Game Face" anzulegen. Ab sofort kann ich nicht nur das Aussehen des Spielers bis ins kleinste Detail bestimmen, auch dessen Spielstil entspricht exakt meinen Vorgaben. So kann ich mich entscheiden, ob ich lieber mit einem klassischen Schwung-Stil antreten möchte oder doch lieber auf einfacher zu beherrschende Standards zurückgreife. Möglich wird diese Unterscheidung durch Verfeinerung der Steuerung. Will ich nur mit dem linken Analog-Stick schlagen oder weitere Möglichkeiten nutzen, den Ball anzuschneiden und zu manipulieren? Beim Spielen wird das schon beim Schwung visualisiert. Je nachdem, in welche Richtung ich den Schlagstick "verreiße" ändert sich die Farbe des Schwung-"Luftzugs" zu Blau oder gelb. Dieser Indikator ist ein guter Hinweis. Neben der Möglichkeit in Dutzenden verschiedener Modi als Einzelsportler anzutreten, stehen in diesem Jahr Team-orientierte Komponenten ganz hoch im Kurs. Die Königsdisziplin: ich baue mein eigenes 2er, 3er oder 4er Team auf und trete damit gegen Profi-Teams an. Das Non-Plus-Ultra stellt natürlich ein von Tiger Woods angeführtes Team dar. Allerdings sollte man dafür schon ziemlich fit sein, denn das Profi-Team lässt sich nicht hängen und versemmelt selten einen Schlag. Problematisch ist dabei auch, dass die vier computergesteuerten Mitspieler natürlich mit über den Ausgang der Partien entscheiden: Spiele ich wie ein junger Gott und meine Mitspieler nicht, verliere ich eventuell trotzdem. Das nennt man dann wohl Manschaftssport. Natürlich kann ich wie immer auch eine ganze Turnierserie spielen oder meinen Spielcharakter zum Profi machen. Um an der PGA-Tour mitmachen zu dürfen, muss ich aber zunächst meine Spielklasse beweisen. Dazu trete ich bei verschiedenen Turnieren an und gewinne Preisgelder bzw. belege möglichst gute Plätze. Da Videospielen aber verbinden soll und ich nicht immer nur alleine golfen möchte, gibt es diesmal auch verbesserte Multiplayer-Möglichkeiten und Mini-Games. So trete ich zum Beispiel in Modi wie "Elimination" (Zwei Teams - Last Man Standing gewinnt), "Battle Golf" (1on1 - gegenseitiges Klauen von Schlägern und Möglichkeit Boni zu gewinnen), "Bloodsome" (vier Spieler schlagen vom Tee ab, gegnerische Mannschaft entscheidet, mit welchem das 4er Team weiterspielen muss) oder One-Ball (nur ein Ball für alle Teilnehmer, die darum kämpfen, diesen Ball zu versenken) gegen Kumpel an und zeigen ihnen, wie ein richtiger Schwung aussieht.

Packshot zu Tiger Woods PGA Tour 07Tiger Woods PGA Tour 07Erschienen für PC, PS2, PSP, Xbox 360, Wii und PS3 kaufen: ab 27,90€

Auffällig ist während des Spielens die deutlich verbesserte Atmosphäre. Die Zuschauer gehen besser mit, reagieren auf die Leistungen der Spieler mit einem anerkennenden Beifall oder auch mitleidigen "Ohhhh". Viele spielen Golf der Entspannung wegen - so sagt man jedenfalls. Wem der Ballflug aber zu lange dauert kann den Ablauf auch beschleunigen. Solltet ihr neue Features wie die klassischen Schwungschläge nutzen wollen, seid gewarnt. Sie eröffnen zwar völlig neue Möglichkeiten was Effet, Schlag- und Schwung betrifft. Allerdings erhöhen sie gerade auch bei Anfängern das Fehlerpotenzial drastisch. Grafisch macht das Tiger Woods PGA Tour 07 einen durchweg guten Eindruck. Für PS2-Verhältisse bekommen wir saubere Greens, butterweiche Animationen und meist saubere Texturen geboten. Gelegentlich macht sich aber auch Kantenflimmern bemerkbar. Auch beim Sound verwöhnt der typische EA-Musikmix mit 17 verschiedenen Songs das Ohr, der sich wie immer den eigenen Hörgewohnheiten anpassen lässt. Bei den Soundeffekten leisten sich die Entwickler ebenfalls keine Ausrutscher und überzeugen mit einer realistischen Golf-Akustik. Als Sprecher fungieren übrigens David Feherty und Gary McCord, die manch katastrophalen Schlag mit deftigen Sprüchen a la "Was hat er sich dabei nur gedacht?" abstrafen. Grafisch macht das Tiger Woods PGA Tour 07 einen durchweg guten Eindruck. Für PS2-Verhältisse bekommen wir saubere Greens, butterweiche Animationen und meist saubere Texturen geboten. Gelegentlich macht sich aber auch Kantenflimmern bemerkbar. Auch beim Sound verwöhnt der typische EA-Musikmix mit 17 verschiedenen Songs das Ohr, der sich wie immer den eigenen Hörgewohnheiten anpassen lässt. Bei den Soundeffekten leisten sich die Entwickler ebenfalls keine Ausrutscher und überzeugen mit einer realistischen Golf-Akustik. Als Sprecher fungieren übrigens David Feherty und Gary McCord, die manch katastrophalen Schlag mit deftigen Sprüchen a la "Was hat er sich dabei nur gedacht?" abstrafen.