Preisfrage: Was macht man mit abgehalfterten Kriegshelden? Antwort: Man schickt sie in Rente - ist doch logisch. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass nur eines beliebter ist als die Verschiffung von Rambo nach Thailand oder die Zerstörung des Terminators in glühendem Stahl: Man reaktiviert die ausgemusterten Schlachtrösser alter Tage einfach und setzt sie wieder in den aktiven Dienst ein. Das passiert vor allem dann, wenn wieder einmal die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung gerettet werden muss, was auch in Tiberium droht.

Tiberium - Announcement Trailer

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Tiberium: Der Stoff, aus dem zumindest im Command & Conquer-Universum die Träume der Invasoren, Konquistadoren und sonstiger menschlicher und außerirdischer Befehlshaber beschaffen ist. Das zerstörerische und gleichzeitig unglaublich wertvolle Material dient Electronic Arts als Aufhänger, erneut ein Shooter-Experiment mit diesem Franchise zu wagen.

Tiberium - Besser als Renegade? Wir haben erste Eindrücke des kommenden C&C-Taktikshooters.

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Battlecommander Ricardo Vega schickt seine Truppen in die Schlacht.
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Und dass, obwohl "Renegade" 2002 wohl eher in der Rubrik "Misserfolg" abgebucht wurde. Diesmal soll jedoch alles ganz anders werden und dafür soll ein gewisser Forward Battle Commander Ricardo Vega sorgen, der elf Jahre nach den letzten großen Kämpfen gegen die außerirdischen Scrin (C&C 3) 2058 die letzte Hoffnung der GDI-Truppen darstellt.

Eines der Überbleibsel der desaströsen Auseinandersetzung der UN-ähnlichen GDI, der religiös verblendeten NOD und der Scrin, die sich alle das wertvolle Tiberium unter den Nagel reißen wollen, ist ein mysteriöser Turm inmitten des nicht mehr existenten Mittelmeeres. In dieser ökologischen Wüste geschehen plötzlich wieder merkwürdige Dinge und nachdem eine Patrouille der R.A.I.D. (Rapid Assault and Intercept Deployment)-Einsatztruppe spurlos verschwindet, wird Vega in den Einsatz befohlen.

First-Person-Strategie

Soweit zur Vorgeschichte von Tiberium, das sich übrigens bereits seit knapp drei Jahren in Entwicklung befindet. Electronic Arts hat seinem Studio in L.A. unter der Leitung des erfahrenen Executive Producers Chris Plummer also jede Menge Zeit gegeben, um die Ausarbeitung der Spielidee gründlich vorzubereiten - u.a. mit sehr langen Gameplay-Tests. Das Spiel soll nämlich nicht, wie Renegade, ein eher plumper Shooter sein, sondern ein taktisches First-Person-Actionspiel, bei dem auch taktisch-strategische Elemente sehr wichtiger Bestandteil sind. Quasi eine Kombination aus Strategie und Shooter.

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Echtzeitstrategie war gestern: Tiberium lockt mit taktischen Shoot-Outs der Marke Ranbow Six.
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Als Teil dieser Vorbereitungen wurde daher u.a. die so genannte Tiberium-Bibel erschaffen, mit der die gesamte Hintergrundgeschichte aus einer Perspektive der Zukunft definiert wurde. Im Zuge dieser Arbeiten wurde jedoch nicht nur der Plot festgezurrt, beispielsweise wurden sogar wissenschaftliche Berater des weltberühmten MIT-Instituts angeworben, die der Existenz des fiktiven Tiberium-Minerals eine glaubhafte Erklärung verpassten.

Ich freue mich auf eine hoffentlich spannende Mischung aus C&C- und Rainbow Six: Vegas-Elementen.Ausblick lesen

"Tiberium ist unsere 'Macht', unser 'Ring' sie alle zu beherrschen, unsere Matrix", beschreibt Plummer in Interviews dieses für einen Spiel-Rohstoff aufwändige und eher ungewöhnliche Vorgehen. Damit soll wohl die für EA extrem wichtige Marke C&C in ihrer Bedeutung weiter gestärkt werden, schließlich existiert sie bereits seit 1995 und hat schon mehr als ein Dutzend Ableger erlebt.

Und schließlich weiß man, dass die Spielerwelt Fehlschläge wie Renegade nur sehr langsam vergisst und noch seltener verzeiht. Daher hat man weder Kosten noch Mühen gescheut, um den Unterbau von Tiberium wirklich sattelfest zu machen - wozu wohl auch das Engagement von Art Director Steve Burg zählt, der sich in Hollywood einen Namen mit Filmen wie Matrix, Terminator 2 oder Contact machte, wo er für die Spezialeffekte bzw. Konzepte verantwortlich war.

Waffen aus dem Ü-Ei

Doch ebenso wenig wie gute Filme nur aus gelungenen Spezialeffekten bestehen, genügen eine schicke Aufmachung und eine nette Geschichte für ein gelungenes Videospiel. Womit will man die Gamer also zum Zugreifen bewegen? Mit einer bunten Mischung aus Echtzeitstrategie-Komponenten und vor allem vielen Actionelementen. Als technische Plattform für Tiberium wird die Unreal Engine 3 fungieren, die neben einer prachtvollen Präsentation auch zeitgemäßes Gameplay ermöglichen soll.

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Durschlagende Argumente: Die GD-10 bietet vier verschiedene Waffenmodi.
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Das Aufheben von fallen gelassenen Waffen nach Old-School-Art soll der Vergangenheit angehören, schließlich trägt der Elitesoldate Vega keine Nullachtfünfzehn-Wumme mit sich rum, sondern ein Automorphing-Modell - die GD 10. Diese ist so ein bisschen wie die altbekannte Kinderüberraschung und verspricht nicht nur Spaß und Spannung, sondern auch was zum Naschen - nämlich jede Menge unterschiedlicher Projektile für unsere Widersacher.

Das GD 10, auch All Gun genannt, vermag es, sich den verschiedenen Gegebenheiten an der Front anzupassen und verwandelt sich auf Wunsch vom Energie spuckenden Sturmgewehr (Mag Rail) in ein Snipergewehr (Energy Canon), einen Granatwerfer oder sogar Raketenwerfer, der gleich mehrere Ziele auf einmal anvisieren kann.

Bunt wie ein Regenbogen

Das mag auf den ersten Blick für Shooter-Fans ein sehr überschaubares Waffenarsenal vermuten lassen, doch zum einen könnte sich bis zur Veröffentlichung des Spiels daran noch einiges ändern und zum anderen verfügt Mr. Vega über noch einiges mehr an offensivem Potenzial, mit dem er den Scrin-Gegnern mächtig einheizen kann. Trifft man beispielsweise auf die schwer gepanzerten Archon-Einheiten kann einem die Orbitalwaffe "Orbital Slug" aus der Patsche helfen, denn diese räumt auch größere Hindernisse spielend aus dem Weg.

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Neben normalen Fußsoldaten könnt ihr auch diese schweren Brocken befehligen.
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Doch damit ist noch lange nicht genug. Schließlich kommt zusätzlich der strategische Teil des Spielgeschehens zum Tragen. Das Zauberwort hierfür lautet: Squad Control. In jedem Einsatz werden euch bis zu sechs Einheiten zur Seite stehen - Trupps, über die ihr die volle Befehlsgewalt habt. Die Team-Kontrolle in den Schlachten erinnert an Spiele wie Rainbow Six: Vegas und ermöglicht euch, eure Kameraden in Echtzeit auf dem Kampfgebiet zu positionieren.

Ihr selbst könnt übrigens die vorhandene Deckung der Levels in ähnlicher Manier nutzen wie die Regenbogen-Spezialeinheit und feuert zudem aus sicherer Position auf eure Feinde. Dabei genügt ein Knopfdruck (linker Trigger), um sich zu verstecken. Mit dem linken Bumper aktiviert ihr ein Energiefeld und schützt euch vor Explosionen, wenn ihr in Bedrängnis durch die patrouillierenden Scrin-Strikes geratet.

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Hauptgegner in Tiberium: die außerirdischen Scrin.
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Falls ihr dabei die Übersicht verliert, nutzt ihr einfach euren BCU, den Battle Control Uplink, eine simple Kartenübersicht, auf der ihr ganz in C&C-Manier eure Einheiten platziert und befehligt. Allerdings werden sich die strategischen und actionhaltigen Elemente des Spiels gegenseitig ergänzen, sodass man nicht nur ballern oder kommandieren können wird. Die Mischung soll den Unterschied machen. Bei all diesen Gefechten wird es natürlich in erster Linie um das titelgebende Tiberium gehen - je mehr Lagerstätten des Erzes ihr erobert, desto mehr Squads stehen euch in den Missionen zur Verfügung und ihr könnt beispielsweise Reserven wie den mächtigen Titan-Mech oder den Orca-Gleiter anfordern.

Damit das Geschehen abwechslungsreich bleibt, werdet ihr zudem ständig vor knifflige Entscheidungen gestellt: Schart man seine Truppen um sich, um wichtige Positionen zu verteidigen oder verteilt man sie auf dem Schlachtfeld und sichert sich strategische Vorteile - wie etwa Nachschublieferungen? Wer sich dabei als fähiger Feldherr erweist, beeinflusst mit seinen Entscheidungen nicht nur den Spielablauf, er sichert sich außerdem wertvolle Leadership-Punkte, die seine Einheiten effektiver machen.

Ähnlich soll übrigens auch der Multiplayer-Modus ablaufen, nur mit dem Unterschied, dass man dort eine Art Conquest-Modus erwarten darf. Erobert man Standorte, läuft der Countdown für die gegnerischen Teams ab. Wird ein Spieler eliminiert, verschwinden auch seine Einheiten vom Schlachtfeld und er muss sich beim Respawn seine Position wieder erkämpfen.

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im Multiplayer-Modus wird die unterlegene Partei von der Ionenkanone fachgerecht zerlegt.
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Spannend wird zudem die Rolle der NOD in Tiberium sein, die bekanntlich - nicht zuletzt durch Kane - einen hohen Beliebtheitsgrad genießen. EA ließ zwar verlauten, dass sie im Spiel enthalten sein werden, momentan geht man aber nur von einer Nebenrolle aus. Bis zur erwarteten Veröffentlichung Ende 2008 (Xbox 360, PS3, PC) könnte sich dies allerdings noch ändern, womit den Fans dieser Fraktion ein Hoffnungsschimmer bleibt.