Thief 3: Deadly Shadows (PC-Test)
(von René Grafe)

Der Meisterdieb wieder auf Beutezug! Schleichen statt ballern feiert dieser Tage Hochkonjunktur und Eidos schickt mit Thief 3: Deadly Shadows bereits den dritten Teil der erfolgreichen Reihe in den Kampf um willige Käufer.

Im mittelalterlichen Ambiente lebt Garret der Meisterdieb seine Kleptomanie aus und wird dabei in eine fesselnde Story voller Intrigen hineingezogen.

Doch wie schneidet der Actiontitel im Test ab?

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Der unbelehrbare Langfinger
Der Schädel brummt mächtig und alle Knochen tun uns weh. Die Luft ist stickig und unsere Klamotten kleben an unserem Körper. Und zu allem Überfluss wissen wir immer noch nicht, was eigentlich passiert ist. Eigentlich wollten wir doch nur einen Geldbeutel stehlen, quasi kurz vor dem Besuch bei unserem Lieblingshändler noch schnell ein paar Münzen einsacken.

Eine simple Routineaufgabe, noch nie war da etwas schief gegangen! Aber dieses Mal hatten wir uns wohl zu sicher gefühlt, denn eine Stadtwache hatte die Auslegung der Gesetze nach unseren Maßstäben beobachtet.

Da war sie wieder, die äußerst schmerzliche Erinnerung. Tja, Pech gehabt. Die Mauern im Pavelock - Gefängnis scheinen uns hämisch anzugrinsen. Aber wir wären nicht Garret, der Meister aller Schatten und Schlösser, wenn wir diesen ungemütlichen Ort nicht verlassen könnten. Die Wache vor der Zellentür schlurft gelangweilt über den Gang und wir wittern unsere Chance.

Thief 3: Deadly Shadows - Der Meisterdieb geht zum dritten Mal auf Beutezug! Und das mit tödlicher Präzision als je zuvor!

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Zu provozierend baumelt der verroste Schlüsselring am Hosenbund des Hobbysoldaten. Ein blitzschneller Griff durch die Gitter und der Schlüssel gehört uns. Das Schloss öffnet sich wie von selbst und wir huschen im Dämmerlicht in die Asservatenkammer. Schon können wir uns die geliebte Ausrüstung schnappen. Damit ist es ein Leichtes, die letzten Wachen auszuschalten und wenige Minuten später haben uns die Gassen der mittelalterlichen Stadt wieder. Das Gemurmel der Einwohner dringt an unsere Ohren und schon erfahren wir vom nächsten Objekt der Begierde, einer abgelegenen Villa voller Kostbarkeiten! Mit einem

schelmischen Grinsen machen wir uns auf den Weg, neuen Reichtümern entgegen …

Packshot zu Thief 3: Deadly ShadowsThief 3: Deadly ShadowsErschienen für PC und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Mittelalterliches Ränkespiel
Im dritten Teil der Thief-Reihe, in Deutschland bisher unter dem Namen Dark Project bekannt, dürfen Sie sich als Meisterdieb wieder so richtig wohl fühlen.

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Das mittelalterliche Ambiente hält jede Menge Abenteuer und fette Beute parat, untermalt von einer packenden Verschwörungs-geschichte. In der sollen Sie als Garret nichts Geringerem als dem Zeitalter der Dunkelheit auf die Spur kommen. Dabei fängt alles so harmlos an. Ein belauschtes Gespräch, eine der Spezialitätendes Langfingers, verspricht einen wertvollen Edelstein in einer alten Burg. Sie machen sich natürlich auf den Weg und "borgen" sich die Kostbarkeit kurzfristig vom letzten Besitzer aus. Doch kaum ist der Auftrag ausgeführt, überschlagen sich auch schon die Ereignisse.

Drei verfeindete Parteien konkurrieren innerhalb der Stadt und buhlen um Ihre Aufmerksamkeit. Die so genannten Keeper, die sich der Magie verschworen haben und bei denen Sie früher in die Lehre gingen, sprechen vom Weltuntergang und Sie sollen darin verwickelt sein. Doch genauere Informationen gibt es erst nach der Erfüllung diverser Aufträge. Die Story wird in Rendersequenzen erzählt, die zwar nicht mit den Augenfreuden von Blizzard und Co. mithalten können, dafür aber sehr spannend gehalten sind. Überhaupt kann die Handlung überzeugen. Die Intrigen ranken sich um Garret und überraschende Wendungen stehen auf der Tagesordnung. Doch Sie sollten nicht nur dem eigentlichen Handlungsstrang folgen, dennunzählige separate Aufträge versprechen ungeahnte Reichtümer. Wie bereits erwähnt erhalten Sie u.a. durch das Lauschen in den Gassen der belebten mittelalterlichen Metropole immer wieder Anregungen für neue Raubzüge.

Die Tatorte sind dabei äußerst unterschiedlich und zeugen vom Einfallsreichtum der Entwickler. Ob Geisterschiff, abgelegene Villa, düsterer Tempel oder gut bewachte Zitadelle, immer wieder müssen Sie Garrets Fähigkeiten bis an die Grenzen ausloten.

Kleptomanen-Zubehör
Dabei spielt die Ausrüstung natürlich eine besondere Rolle. In der belebten City ohne Namen kaufen Sie die neuesten Errungenschaften des Diebeshandwerks. Das benötige Kleingeld erhalten Sie durch den Verkauf der geraubten Reichtümer wie Kerzenständer, Pokale oder Schmuckstücke beim Hehler Ihres Vertrauens. Dieser ist über jedes Beutestück erfreut. Im Gegenzug können Sie sich mit einem beeindruckenden Arsenal an Pfeileneindecken. Wasserpfeile löschen Fackeln, Moospfeile dämpfen Ihre Schritte, Breitkopfpfeile töten unbelehrbare Widersacher und Lärmpfeile lenken Gegner ab. Natürlich benötigt ein Meisterdieb noch weiteres Equipment, um etwaigen Unwägbarkeiten zu begegnen. Besonders wichtig sind dabei die Kletterhandschuhe. Damit stellen selbst steile Wände kein Problem dar. Äußerst nützlich sind ebenfalls Blitz- und Gasgranaten, welche Feinde verwirren bzw. betäuben. Eine alte Kampfverletzung des Helden gereicht Ihnen zum Vorteil, denn mit Hilfe des künstlichen Auges können Sie jede Spielszene heranzoomen. So lassen sich viel versprechende Örtlichkeiten wie Schatzkisten oder geheime Zugänge noch besser ausspähen.

Um endgültig in den Besitz der Objekte Ihrer Begierde zu kommen, müssen Sie in Thief 3 hunderte Schlösser knacken. Dafür benötigen Sie natürlich einen Satz Dietriche. Nur damit lassen sich in einer Art

Spiel im Spiel die zahlreichen Türen oder Truhen öffnen. Jeder Schließmechanismus besteht aus einer unterschiedlichen Anzahl von Ringen, die in eine richtige Position gebracht werden müssen. Je komplizierter des Schloß ist, um so länger benötigen Sie. Das hat natürlich zur Folge, dass es oftmals sehr brenzlig wird. Immerhin kommen die Wachen auf ihren Patrouillen auch irgendwann wieder und wenn Garret dann immer noch mit zittrigen Händen vor einer Tür kauert, heißt es die Beine in die Hand nehmen.

Verpönter Vollkontakt
Denn Garret ist kein echter Kämpfer. Rambos sind bei Thief 3 fehl am Platz, da Körperkontakt dem schwächlichem Dieb nicht besonders gut bekommt. Als geborener Langfinger sind Sie ein Freund der Schatten, der unentdeckt durch die Gänge schleicht. Gegner werden von hinten mit einem Knüppel oder aus der Ferne mit einem Bogen ausgeschaltet, anschließend sollten Sie die bewusstlosen oder toten Opfer in dunkle Ecken tragen.

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Zum direkten Schlagabtausch sollten Sie es nie kommen lassen, da Garret nur kleinere Wunden vertragen kann. Diese lassen sich per Heiltrank wieder vergessen machen, viel mehr ist allerdings nicht drin. Doch das macht den besonderen Reiz von Thief 3 aus. Die Missionen sind allesamt lösbar, etwas Geduld und Geschicklichkeit sollten Sie jedoch mitbringen. So gilt es, sich vor jeder Mission einen Überblick zu verschaffen und nicht blind loszustürmen. Geheimgänge sollten Sie ebenso auskundschaften wie die gewöhnlichen Wege der Wachen. Dabei gilt Ihre Aufmerksamkeit besonders dem am unteren Bildschirmrand platzierten Kristall.Bleibt dieser dunkel, sind Sie sicher und können nicht wahrgenommen werden. Strahlt er allerdings gelb, bedeutet das keine ruhige Sekunde für Sie, denn selbst der dümmste Gegner kann Sie erspähen. Allerdings ist nicht jede dunkle Ecke sicher, denn einige Feinde tragen Leuchtquellen wie z.B. Fackeln mit sich. Diese Gesellen sollten Sie clever ablenken oder schnell ins Reich der Träume schicken. Leider ist die KI nicht gerade als herausragend zu bezeichnen. Hier liegt eine Schwachstelle von Thief 3, denn nicht selten reagieren die Gegner nicht nur unerwartet sondern einfach nur orientierungslos. So verirren sie sich oder brauchen ewig, um eine Stelle zu erreichen.

So kann es vorkommen, dass ein Wachmann wie ein Häufchen Elend vor einer geschlossenen Tür stehen bleibt, obwohl eine andere Zugangstür, welche nur wenige Meter entfernt liegt und zum gleichen Raum führt, offen steht. Eine ähnliche Glanzleistung liefert die KI bei der Verfolgung von Garret ab,denn im Test zeigte sich, dass Garret nur genügend Ausdauer beweisen muss, um links liegen gelassen zu werden, obwohl er sich noch klar im Sichtbereich befand. Dabei hätten Sie das gar nicht nötig. Die Spielfigur lässt sich mit Tastatur und Maus sehr angenehm steuern. Durch die verschiedenen Bewegungen, die Garret auf Kommando ausführt, können Sie jeden Gegner austricksen. So drückt sich der Meisterdieb auf Wunsch gegen die Wand, schielt um die Ecke oder schleicht wie eine Katze durch dunkle Gassen. Der Langfinger lässt sich dabei aus zwei verschiedenen Perspektiven lenken.

Bewehrt hat sich die leichte schräge Ansicht von hinten, damit schauen Sie Garret quasi über die Schulter. Alternativ können Sie auch in die Ego-Ansicht wechseln. Durch das eingeschränkte Blickfeld erhöht sich damit allerdings der Schwierigkeitsgrad, das Spielerlebnis wird dagegen noch intensiver.Fesselnde Atmosphäre
Wie die Story so kann auch die gesamte Spielwelt voll überzeugen. Das Mittelalter mit den vereinzelten magischen Komponenten wurde glaubhaft umgesetzt und Sie werden die Stadt schnell in Ihr Herz schließen. Vor allem wenn im Laufe der Handlung immer weitere Orte zugänglich werden, zeigt Thief 3 seine Stärken.

Die Bewohner stehen nicht nur teilnahmslos in der Gegend herum, sondern gehen ihren Tagesge-schäften nach. Immer wieder entdecken Sie weitere Aufträge, die neue Strategien erfordern. Allerdings ist es manchmal etwas störend, auf eine günstige Gelegenheit zum Handeln zu warten.

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Sie werden sich ab und an wünschen, einen kleinen Zeitsprung machen zu können. Einen bedeutenden Beitrag zur dichten Atmosphäre leistet natürlich auch die technische Umsetzung.

Die Soundkulisse wurde sehr gut gestaltet und die Vielfalt der Effekte beschleunigt Ihren Puls. Stimmen werden lauter, wenn Sie sich den Sprechern nähern und oftmals erkennen Sie Gegner bereits an ihren Laufgeräuschen. Die Musik passt zur Spielwelt und verstärkt den Eindruck einer Welt, die sich auf eine düstere Epoche vorbereitet. Grafisch befindet sich Thief 3 auf der Höhe der Zeit und bietet somit auch Genuss für die Augen. Die benutzte Unreal-Engine wurde perfekt angepasst. Die Schattenspiele wirken äußerst realistisch und auch die Bewegungen der Figuren brauchen sich nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Apropos Bewegungen: Die integrierte Physik-Engine macht einen sehr ausgereiften Eindruck.

Objekte wie Kisten, Kerzenständer oder Bücher lassen sich manipulieren und verstärken so das Gefühl einer lebendigen Spielwelt. Etwas pixelig kommen dagegen die Flammen der Fackeln herüber, hier ging den Programmierern wohl die Puste aus.