Schon doof, wenn eine Vorschau nach 15 Stunden endet und haufenweise Fragen ins Gehirn einbrennt. Mehr war aus dem Prolog und ersten Kapitel von „The Witcher 2“ nicht herauszupressen. Wenn in den letzten zwei Dritteln nichts schiefgeht, empfiehlt sich CD Projekt RED hiermit endgültig als begnadeter Rollenspielentwickler. Nicht im Schatten von irgendwem, sondern ganz oben.
Die Zeichen stehen gut: dramatisch, dreckig, spannend – so kann es weitergehen.AusblickIch habe selten einen Einstieg erlebt, der über fünf, sechs Stunden – so lange dauert der Prolog für Genießer – dermaßen zielstrebig nach vorn gerichtet ist und das Drama so wunderbar ankündigt. Der sich die Zeit nimmt, die er braucht, jede Szene auf dem Weg dorthin liebevoll arrangiert.
Ich habe versprochen, das Kind nicht beim Namen zu nennen, nichts auszuplaudern vom großen Konflikt. Er dürfte niemanden überraschen, aber dieser eine Moment ist gefühlvoll inszeniert, mit so viel Kraft und Dampf, eine Wohltat. Ich hockte tagelang in der Taverne und grübelte sogar im Faustkampf übers Warum und Wer.
Geralt und König Foltest. Seite an Seite.Es ist nicht zu viel verraten, dass Geralt von Riva anfangs im Kerker des Schlosses der La-Valette-Familie vor sich hinsiecht. Wieso, das könnt ihr brav allein herausfinden. Und wie er am Ende des Prologs die Biege machen kann, das hatten wir hier schon mal. Für ihn ist es der Start eines Abenteuers, in dem er nicht nur den großen bösen Wolf, sondern auch zu sich selbst findet. In Comic-Sequenzen erlangt er gemächlich sein Gedächtnis wieder, üble Flashbacks, die den bleichhaarigen Hexer als Opfer eines blutrünstigen Aufstands in Riva zeigen.
Neben den globalen erzählerischen Eckpfeilern, die ein Königreich zum Einsturz zu bringen drohen, bekommt die Geschichte nach einigen Stunden einen viel persönlicheren Drall mit. Bleibt spannend. Und sie trieft vor Rassenhass, Blut, Schweiß. „Als Anderling hat man es hier schwer“, nuschelt ein Zwerg in der ersten Fischerstadt, Floatsam, als er verächtlich ausspuckt. Woanders werden Elfen in Ghettos gepfercht, Frauen vergewaltigt und Verräter mitten auf dem Marktplatz vor allen Augen aufgeknüpft. Greift ihr ein? Könnt ihr die Konsequenzen tragen?
Was für eine klasse Schlacht: CD Projekt beweist ein Gespür fürs Drama.Vor Schluckern, Schnorrern und Schlitzohren ist man ohnehin nirgendwo sicher in dieser Welt, die Wald-und-Wiesen-Touristen ins Gesicht schlägt. Zwar bricht das Sonnenlicht in den Baumkronen zu zig spitzen Scherben, zum Träumen schön. Aber drumherum stehen Dutzende windschiefe Trümmerhütten, Bretter ragen krumm und modrig aus Gerüsten hervor und Wasser sammelt sich in Dreckpfützen. Eine Anderlingssiedlung außerhalb der Stadtmauern.
von Namco Bandai, CD Projekt RED
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rip dragon age und bioware die sich mit EA ihr eigenes Grab geschaufelt habem.
Die grenzen haben mich auch gestört aber dennoch ist es immer noch ein großartiges Spiel.