Sebastian ThorWenn man die CD-Projekt-Entwickler im Allgemeinen kennt und Senior-Producer Tomasz Gop im Besonderen, ihm zuhört, wie begeistert er über „The Witcher 2“ spricht, über „Entscheidungen und Konsequenzen“, „Erkundung“ und „Spannung“, dann spürt man die Wärme, die Hexer Geralt von Riva zu Hause bekommt. Man fühlt das Herzblut dahinter, das Bestreben, dass 2011 zum Witcher-Jahr werden soll.
Sieht super aus, spielt sich flott, aber viel zu sehen war noch nicht.AusblickDas Schöne: Im Gepäck hatte er sogar eine spielbare Demo des Hexers. Das Dumme: All die schönen Sachen, mit denen dieser sämtlichen RPG-Nebenbuhlern die Rübe einhauen will, waren bestenfalls im Ansatz zu erkennen. Auf der letzten gamescom verließ jeder Besucher den CD-Projekt-Stand grinsend, ich konnte tagelang nichts anderes sagen als „Juhuuu, das wird so geil“. Die Entwickler vermittelten in Köln ihre Vision hinter Entscheidungen und Konsequenzen treffend und ließen mich mit einem wohlig kribbelnden Bauchgefühl zurück.
Hoffentlich bekommt CD Projekt ein lebendiges Stadtleben auf die Reihe - der kurze Abschnitt im Zwergendorf (nicht im Bild zu sehen) deutete dies nur an.Was ich letzte Woche spielen durfte, sollte man besser als nicht ganz so glücklichen Griff in die Hands-on-Kiste auslegen. Keinesfalls weil Hexer Geralt schlecht in Form wäre, sondern weil ich sicher bin, dass er viel mehr auf dem Kasten hat, als zu sehen war. Im Speziellen handelt es sich um einen Abschnitt in einem Zwergendorf namens Vergen. Romantisch in Stein gehauen von den Kleinwüchsigen, mit unheimlich plastischem Reliefschmückwerk, im Wind flatternden, blutroten Wimpeln und abgenutzten Mauern, die wie stumme Wächter neben dem Haupttor aufragen. Alles dreckig, urig, gealtert, kaputt.
Mit einem Wort: handgemacht. Die Steine in den Treppen sehen alle verschieden aus, ragen krumm und schief heraus, keltische Muster zieren riesige Steinsäulen, jede Ecke wirkt liebevoll gestaltet, ausgearbeitet. Dass die Entwickler nichts von generischer Baukastentrickserei halten, müssen sie also nicht mehr beweisen.
Ob man diesen Ort überhaupt besucht, hängt von dem ab, wovon es in der Demo nur einen kleinen Vorgeschmack gab: »Choices and Consequences«. Anders gesagt: Eure Entscheidungen sollen beeinflussen, ob und wann Vergen eine Station auf Geralts Reiseroute sein wird. Und wenn er sich schon hierher bemüht, dann bitte nicht umsonst. Nun ist es unheimlich schade, dass alle zehn Meter unsichtbare, von Entwicklerhand platzierte Stoppschilder krakeelen: „Umdrehen, aber flott“.
Weitläufig soll die Welt ausfallen - und mit wenigen Ladezeiten auskommen.Ich konnte also noch kein Gefühl für die tatsächliche Größe der Stadt bekommen, ebenso wenig für die strukturellen Irrungen und Wirrungen der Spielwelt. Sicher ist immerhin, dass euch keine Ladebildschirme beim Ausflug in die Wildnis bremsen, kein Zigaretten- oder Pinkelpäuschen gegönnt wird - das Spiel beschränkt sich auf ganze drei Ladezeiten. Weder beim Betreten alter, klappriger Holzhütten noch beim Verlassen des Dorfs muss man mehr hinnehmen als höchstens einen dem RAM-Polster geschuldeten Nachladeruckler. Je nach PC. Unser Testrechner war mit sechs GByte Arbeitsspeicher gut bestückt.
Im Hintergrund hört man plärrende Babys, bellende Hunde, trippelnde Fußschritte, während Hämmer klirrend auf Ambosse donnern. Inmitten dieses Dreckslochs schlappen unzählige Zwerge voran, scheinbar ziellos durch die Straßen, aber kaum einer hat mehr auf den Lippen als einen Zweizeiler. Ich hätte mich gern ein wenig informiert über die Welt, die Stadt im Besonderen, die politische Lage, die säbelrasselnden Assassinen am Thron des Königs, irgendwas.
von Namco Bandai, CD Projekt RED
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Ja das gilt als sicher.
Gilt es schon als sicher? Ich hoffe das wird nicht so buggy wie Teil 1 beim Release...
Der auch... aber was hat das mit The Witcher 2 zu tun? :D
Edit:Hätte schwören können ich hätte bei Release März gelesen. Ich werde alt.
Kleiner Scherz am Rande...