Gezeigt wurde dafür schon das neue Kampfsystem, das in Witcher 2 sehr viel dynamischer ausfallen wird: Vorausgewählte Kampfstile wie in Witcher 1 wird es in der Form nicht mehr geben. Stattdessen könnt ihr nun sehr viel einfacher zwischen schnellen oder starken Schlagvarianten wählen, blocken oder einen Zauber sprechen.
Womanizer: Geralt bietet dem schwachen Geschlecht eine starke Schulter zum Anlehnen.„Das Ganze sieht beim Zusehen nach stupidem Dauergeklicke aus“, zerstreut Produzent Tomasz Gop unsere Bedenken. „Und tatsächlich können Anfänger, die sich nicht tiefschürfend damit beschäftigen wollen, Witcher 2 auch als Hack ’n Slay spielen. Aber glaubt uns: Da geht eine ganze Menge Rollenspiel-Rechnerei im Hintergrund ab. Für Profis ist das neue Kampfsystem ungemein taktisch und fordernd.“
Und wie es der Trend zur Konsol-idierung will, gibt es dieses Mal in den Bosskämpfen auch Quicktime-Events für den gewissen cineastischen Einschlag. Apropos Konsolen: Witcher 2 erscheint zunächst nur für den PC – „vielleicht“ danach auch für die Daddelkisten. Die Knöpfchendrück-Sequenzen und die bereits voll integrierte Gamepad-Steuerung lassen aber den Schluss zu, dass sich jenes „Vielleicht“ eher als „Ich fress’ nen Besen, wenn nicht“ buchstabieren lässt.
Wird Witcher 2 ein Open-World-Spiel? Jein.Die Frage, ob Witcher 2 ein Open-World-Spiel werde oder gemeinsam mit dem Epik-Plus die lineare „Dragon Age“-Richtung einschlage, verjeinen die Entwickler: Das Spiel finde zwar in einer offenen Welt statt, in der der Spieler zu Beginn bereits frei Schnauze die meisten Orte aufsuchen könne. Jedoch werde er durch die Geschichte auf einem bestimmten Pfad durch diese Welt gelotst, den zu verlassen nur wenig sinnvoll ist.
So könne man sich, wenn man wolle, zwar gleich zu Spielanfang in den Kampf mit dem Bossmonster stürzen, das wir gleich zu Gesicht bekommen werden, doch erst wenn man ein bestimmtes Level erreicht hat und die Story einen dorthin beordert, hat man auch eine realistische Chance.
Das Monster nennt sich im übrigen Tentadrake und ist ein tentakelbestückter Riesenkrake an einer Art Hirschkäferkörper, der nicht nur mit seinen baumstammgroßen Fühlern um sich schlägt, sondern auch noch Säure verspuckt, sobald wir ihm zu nahe kommen. Um ihn zu besiegen, benötigt Geralt die volle Bandbreite seiner Schnetzel-, Zauber- und Knöpfchendrückkünste.
Für den Endkampf gegen den Tentadrake braucht es viel Knöpfchen.Zunächst halten wir einen seiner Tentakeln mit einem „Fallen“-Spruch am Boden fest – jener Zauber erwies sich im übrigen während der Präsentation mehrfach als nützlich, da sich hiermit Gegner in einem bestimmten Radius regungslos „einfrieren“ lassen. Anschließend trennen wir mit ein paar beherzten Hieben das Tentakelglied vom Stumpf und fahren so lange damit fort, bis wir in einer Quicktime-Sequenz rodeoreitend auf einer Krakenflosse zum finalen Stoß ansetzen, eine Brücke auf unseren Widersacher stürzen lassen und ihm eine Bombe in den Schädel stecken… Mit dem passenden Bild vor Augen und der allseits bekannten Einsicht, dass Witcher ein Spiel für Erwachsene war und ist, entlassen wir euch damit ins Fazit auf der nächsten Seite.
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