The Witcher (PC-Preview)
von Markus Armbruster

Mit dem Untertitel RPG Redefined haben sich die polnischen Entwickler einiges vorgenommen. The Witcher, zu Deutsch der Hexer, soll nämlich das Rollenspiel-Genre im Singelplayer-Bereich richtig aufräumen und vor allem in Sachen

Story, Grafik und Kampfsystem neue Maßstäbe setzten. Wir wollten dieses Projekt natürlich genauer betrachten und besuchten deswegen den CD Project Stand auf der Leipziger Messe Games Convention.

The Witcher - Trailer: Versus23 weitere Videos

Der Herr der Hexer
Vielleicht kennt der ein oder andere schon The Witcher aus dem gleichnamigen Roman von Andrzej Sapkowski, der sich in Polen öfter verkauft hat als Herr der Ringe. Deswegen kann man von der Story im Spiel auch einiges erwarten. So gibt es keine traditionelle Rollenverteilung in Gut und Böse. Der Held Geralt, der Tod auf Latschen mit langen schlohweißen Haaren und dürre Gestalt, hat sein Gedächtnis und somit auch seine Vergangenheit verloren. Kenner der Bücher als auch Laien in Sachen The Witcher werden sich an dem bereits jetzt facettenreichen RPG erfreuen können. Leseratten stoßen auf bekannte Figuren und Neulinge werden auch ohne Kenntnis eine

The Witcher - Das Rollenspiel-Highlight aus Polen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 110/1161/116
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

spannende und authentische Geschichte rund um den Protagonisten erleben. Geralt gehört der Hexer-Gilde an und ist ein klassischer Kopfgeldjäger, der sein Geld durch diverse Tötungsdelikte verdient. Alles sieht nach einer finsteren Prophezeiung aus. Werwölfe überfallen menschliche Siedlungen und Städte. Elfen und Zwerge leben in Ghettos oder führen einen bitteren Untergrundkampf gegen die Menschen. Trotzdem muss sich Geralt nicht für die Aufträge der Menschen entscheiden, er kann seinen eigenen Weg gehen und sogar Trolle unterstützen. Denn CD Project hat insgesamt drei verschiedene Enden ins Spiel eingebaut. Je nach Einfluss auf die verschiedenen Fraktionen ändert sich

The Witcher - Das Rollenspiel-Highlight aus Polen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 110/1161/116
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

das Ansehen des Abenteurers.

Männer wollen nur das eine!
Einer der Entwickler führte uns an einem Rechner eine Beispielmission vor. Um diese zu lösen, müssen wir durch ein von zwei Wächtern geschütztes Stadttor hindurch. Wie wir diese knifflige Aufgabe bestehen, ist Dank des nicht linearen Spielverlaufes dem Spieler überlassen. Entscheiden wir uns dafür einen der Wächter anzugreifen, so würde der andere Wachposten sofort Alarm schlagen und eine ganze Meute von Soldaten zusammen trommeln, welche darauf erpicht sind, dem Helden das Lebenslicht auszulöschen - nicht gerade günstig um die Quest zu lösen. Zur Lösung der Aufgabe stehen uns trotz

The Witcher - Das Rollenspiel-Highlight aus Polen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 110/1161/116
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

nächtlicher Stunde noch einige Einwohner zur Seite, denn diese lassen sich in ein Gespräch verwickeln. Wir plaudern kurz mit einer leicht bekleideten Dame, die für uns gegen einige Münzen einen der Wächter mit lasziven Versprechungen ablenkt und ihn schließlich für das ein oder andere Schäferstündchen mit auf ihr Zimmer nimmt. Die Finte klappt zunächst auch prima, doch wie aus dem Nichts taucht ein hochrangiger Soldat auf, der uns mit einem gezielten Schwertstreich erledigt. Da die Aktion fehlgeschlagen ist, heuern wir ein paar Söldner an und gehen mit brachialer Gewalt vor. Die käuflichen Gefährten machen sich sofort an die Arbeit und hauen die Wächter aus den Latschen.Silber oder Metall
Auch mit dem Kampfsystem wollen die Entwickler neue Wege beschreiten. Der hagere Geralt besitzt zwei Schwerter und verfügt über drei unterschiedliche Kampfstile. Mit dem silbernen Schwert geht er gegen magische Unholde vor, während sich die metallene Klinge um alles Nicht-Magische kümmert. Die drei Kampfstile hingegen eignen sich für verschiedene Ausgangssituationen. So entscheidet man sich im Falle einzelner Feinde wahlweise für schnelle, schwache Hiebe, oder für langsame, dafür aber umso heftigere Schläge. Gegen große Gegnergruppen kann der Spieler eine weitere, spezielle Fähigkeit einsetzen. Für imposante Kampfszenen sorgt - Max Payne lässt grüßen - die

The Witcher - Das Rollenspiel-Highlight aus Polen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 110/1161/116
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

wohlbekannte Bullet-Time. Aber unser Geralt ist nicht nur ein Schwertmeister, sondern setzt auch gekonnt magische Fähigkeiten ein. So beschwört er beispielsweise einen magischen Stoß, welcher Gegner und Fässer dank der verwendeten Karma Engine von Criterion physikalisch korrekt wegschleudert. Zusätzlich stehen dem Helden auch diverse Elixiere bereit, welche ihm für kurze Zeit besondere Fähigkeiten verleihen. So sorgt die Nachtsicht dafür, dass schummrige Szenarien klar erkennbar werden. Mit Hilfe eines speziellen Wärmesicht-Elixiers lässt sich sogar durch Wände blicken. Für die aufwändigen Kampfeffekte und Bewegungen des Helden zeichnet sich das Motion Capturing-Verfahren verantwortlich. Hier brilliert The Witcher schon in der uns vorliegenden, noch sehr frühen Version. Blut spritzt, Schwerter prallen aufeinander, Köpfe rollen. Kein Problem für CD Projekt, denn das Spiel soll nur erwachsenen Rollenspielern zugänglich sein.

Tag und Nacht ein Augenschmaus
Grafisch macht The Witcher einen Next Generation-Eindruck. Extrem realistische Schattenwürfe, tolle Lichteffekte, korrekte physikalische Berechnungen sowie ein unglaublich ansehnlicher Tag und Nachtwechsel zeichnen das Spiel aus. Auch das Wetter ändert sich ständig eindrucksvoll. Gewitterwolken verdunkeln den Horizont und Regentropfen prasseln auf das

The Witcher - Das Rollenspiel-Highlight aus Polen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 110/1161/116
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Steinpflaster und werfen ihre Ringe auf sonst malerischen Wasseroberflächen. Nebelschwaden verhüllen den idyllischen See am Morgen und warten auf romantische Sonnenaufgänge. Alles in allem lädt die Spielwelt nebst Aufträgen und Storyline zum Lustwandeln und Erkunden ein. Auch soundtechnisch scheut CD Projekt weder Kosten noch Mühen. Orchestrale Untermalungen bis hin zur keltischen Folklore sorgen für eine mystische und irgendwie auch traurige Endzeitstimmung.

Genaue Rechneranforderungen stehen zwar noch nicht fest, aber dennoch geht hier der Trend deutlich zu einem High-End-Gerät. Zusammengefasst stellt The Witcher bereits im jetzigen Alpha-Stadium eine ernstzunehmende Konkurrenz für angekündigte Genre-Riesen wie Gothic 3 oder Oblivion dar. CD Projekt bläst zum Großangriff auf das Rollenspiel und kündigt sich für Ende 2006 an. Wenn das Spiel hält, was die Präsentation verspricht, dann sind wir definitiv mit von der Partie.

Fazit
The Witcher brilliert durch eine geniale Grafik und innovativen Ideen mit Schwerpunkten auf der Storyline und im Kampfsystem - die wichtigsten Elemente eines RPGs. Ein kleines Manko könnte der ausschliesslich geplante Singleplayer-Modus sein, aber nichtsdestotrotz soll dieser 30 bis 50 Stunden Spielspaß versprechen und dank verschiedener Enden auch zum

The Witcher - Das Rollenspiel-Highlight aus Polen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 110/1161/116
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

wiederholten Durchspielen motivieren. Die Zeichen stehen also gut für die angekündigte Neudefinition des Rollenspiel-Genres.