Der größte Pluspunkt, die extrem glaubwürdige Spielwelt, ist aber zugleich der größte Schwachpunkt des Witchers: Viel zu oft wird der Spielfluss durch unnötig verkomplizierte Mechanismen erheblich gebremst. So kann Geralt beispielsweise bestimmte Gegner nur dann looten, wenn er vorher den passenden Journal-Eintrag zur jeweiligen Kreatur besitzt. Dieses Wissen erlangt ihr jedoch nur durch Bücher, die man zuvor teuer bei einem Händler erstehen muss.
Zudem sollte man NPCs definitiv beim Wort nehmen. Heißt es etwa, ihr sollt einen Informanten um Mitternacht hinter der Friedhofsmauer treffen, ist damit wirklich genau die Geisterstunde gemeint. Um den Auftrag zu erfüllen, müsst ihr also zunächst rasten, um die Zeit nicht durch herumstehen totschlagen zu müssen. Dies ist jedoch nur an Feuerstellen und bei bestimmten Charakteren möglich – nach beidem müsst ihr also wieder erst suchen.
Manchmal kommt's ganz dicke: Zwischengegner wie dieser Brocken machen ordentlich was her.Natürlich macht dies aus rein logischen Gesichtspunkten Sinn, nimmt dem ansonsten durchweg spannenden Witcher-Abenteuer aber immer wieder den Wind aus den Segeln. Gerade das Meditieren verkommt zur Geduldsfrage: Skillpunkte können lediglich im Ruhemodus verteilt werden, auch Tränke lassen sich nur per Alchemie-Fähigkeit brauen, wenn ihr eine Feuerstelle aufsucht.
In Bezug auf Musikuntermalung und Soundeffekte fährt der Witcher ganz große Geschütze auf. Ob bedrohliche Fanfaren im Kampf oder volkstümliche Folklore in der Taverne, lachende Kinder und bellende Hunde in den Gassen der Städte - stets schlägt Entwickler CD Projekt die richtigen Klänge an. Überrascht waren wir auch von der durchweg gelungenen Synchronisation: Bis auf einige wenige Aussetzer machen die deutschen Sprecher ihren Job ziemlich gut. Die Dialoge sind jedoch sehr häufig nicht lippensynchron.
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