The Swords of Ditto ist das neue Werk, das unter den wachsamen Augen der Videospielversteher Devolver Digital entstanden ist. Warum das Rogue-like zu den süßesten und zeitgleich schwersten Games gehört, die ihr jemals in eure Finger bekommen werdet, erfahrt ihr im Test.

The Swords of Ditto ist putzig ohne Ende. Spürt den Zuckerschock beim Reveal-Trailer:

The Swords of Ditto - Reveal Trailer
Habt ihr die Waffe, werdet ihr selbst zum Schwert von Ditto. Dem Auserwählten, der die Insel vor der Hexe Mormo retten kann.

Der Name „The Swords of Ditto“ wird den meisten unter euch vermutlich heute zum ersten Mal unter die Augen kommen. Zumindest, wenn ihr diese Zeilen lest. Aber über das Lesen und Nicht-Lesen zu debattieren, während ihr diesen Test lest, wäre an dieser Stelle zu Meta. Stattdessen komme ich gleich zur Sache. The Swords of Ditto ist laut den Entwicklern von onebitbeyond ein „kompaktes Action-RPG“, das für jeden Helden ein „einzigartiges Erlebnis erschafft“. Ein Abenteuer soll nie dem anderen gleichen.

Klingt vielversprechend, oder? Wer auch von onebitbeyond noch nix gehört hat, muss sich nicht grämen. Denn das Studio hat mit The Swords of Ditto sein erstes Spiel geschaffen. Allerdings steht dahinter der Publisher Devolver Digital. Und wer den kennt, weiß, dass er ein gutes Gespür für Videospiele hat: Hotline Miami, Broforce, Shadow Warrior, The Talos Principle, Titan Souls und viele weitere sind durch ihr direktes oder indirektes Mitwirken erschienen. Und The Swords of Ditto darf sich in dieses großartige Portfolio mit wehenden Fahnen einreihen.

Eine Insel, ein Held und nur wenig Zeit

The Sword of Ditto fängt wie viele Rollenspiele sehr klassisch an. Nämlich mit einem Helden, der auf einer fremden Insel namens Ditto gestrandet ist. Als Auserwählter des Schicksals habt ihr dort die Aufgabe, eine böse Hexe namens Mormo zu besiegen. Sie bedroht mitsamt ihren Schergen die einzige Stadt und deren Bewohner. Ihr schnappt euch also das Schwert von Ditto und macht euch auf in den dunklen Turm der Hexe. So völlig ohne Erfahrung geht der Trip aber schnell vor die Hunde – und ihr in die ewigen Jagdgründe ein.

Auf der linken Seite seht ihr den normalen Zustand des Dorfes. Rechts hat die Hexe 100 Jahre die Insel im Griff gehabt.

Und genau da hört das RPG-Klischee auf und die Einzigartigkeit von The Swords of Ditto nimmt ihren Lauf. Verliert ihr den Kampf gegen Mormo und ihre dunkle Brut, vergehen 100 Jahre unter ihrer Herrschaft. Die Welt verändert sich, das Dorf verfällt in weiten Teilen und die Dorfbewohner leiden. Erst nach 100 Jahren erhebt sich ein neuer Auserwählter und darf wieder gegen Mormo antreten. Insgesamt vier Tage (etwa zwei Stunden Spielzeit) bleiben euch, um euch auf den finalen Kampf vorzubereiten und dieses Mal den Sieg davonzutragen. Werdet ihr es schaffen oder vergeht wieder ein Jahrhundert, in dem die Hexe frei über Ditto bestimmen darf? Oder könnt ihr sogar irgendwie den Fluch aufheben, der auf der gesamten Insel liegt?

Alles und jeder will euch in The Swords of Ditto an den Kragen. Die Kämpfe sind fordernd und werden so schnell ganz sicher nicht langweilig.

It’s dangerous to go alone

Im Herzen ist The Swords of Ditto ein Dungeon-Crawler und ein Rogue-like. Ihr besucht diverse Höhlen und Verliese, in denen ihr die nötigen XP und Items bekommt, um Mormo schließlich entgegenzutreten und nicht gleich an der Tür ihres Turms eine Schelle zu bekommen. Dabei trefft ihr auf Monster, Bosse, Rätsel sowie Fallen, die euch das Leben besonders zur Hölle machen wollen. Und da kommen wir auch schon zum Rogue-like-Teil: Segnet euer Held durch einen Fehler das Zeitliche, ist er für immer verloren. Ihr behaltet lediglich Erfahrung und Gold. Alle Spielzeuge, Aufkleber (zu diesen beiden kommen wir gleich) und Heilungs-Items verschwinden. Ein Ableben hat hier im Vergleich zu anderen Spielen noch richtige Konsequenzen. Durch die Prämisse des 100jährigen Fluchs wird euch das Ganze zusätzlich immer wieder vor Augen geführt. Die Stadt verfällt und noch mehr Monster tummeln sich in der nächsten Generation, wenn ihr scheitern solltet.

Wer nach einem einfachen Spiel sucht, wird mit The Sword of Ditto nur teilweise fündig. Allein auf dem normalen Schwierigkeitsgrad müsst ihr schon ordentlich aufpassen, dass euch die fiesen Monster nicht innerhalb von Sekunden den Garaus machen. Wer allein den Hardcore-Modus bestreitet, muss Nerven aus Stahl haben.

Ganz schön fies: Mormo terrorisiert nicht nur die Insel, sondern auch den armen Mistkäfer Puku.

Zum Glück gibt es auch zwei Optionen für diejenigen, die es etwas entspannter angehen wollen. Zum einen könnt ihr jederzeit im Spiel einen einfacheren Modus aktivieren. Dann habt ihr mehr Zeit, bekommt mehr Ressourcen und verteilt zusätzlichen Schaden. Zum anderen könnt ihr euch Verstärkung zulegen. The Sword of Ditto bietet einen lokalen Koop-Modus. Zu zweit auf der Couch vor der Konsole oder dem PC wird dem Treiben von Mormo deutlich einfacher und spaßiger Einhalt geboten. Die Monster lassen sich taktischer bekämpfen, Fallen leichter umschiffen und Rätsel durch das kombinierte Hirnschmalz schneller lösen. Leider gibt es keine Möglichkeit, online mit euren Freunden The Sword of Ditto zu zocken.

Schnorchel ist nur einer von vielen abgefahrenen Charakteren, die ihr in der Spielwelt treffen könnt.

Ein Mistkäfer und seine Freunde

Apropos Spaß: Einen großen Anteil an der Freude tragen auch die Charaktere von The Swords of Ditto. Den Anfang macht Puku, ein fliegender Mistkäfer, der jeden Auserwählten unter seine riechenden Fittiche nimmt. Wer das schon für abgedreht und seltsam hält, hat noch keine Sekunde in der Welt von Ditto verbracht. Hier gibt es von gigantischen Katzen über Pinguine bis hin zu majestätischen Walen alles, was das Nerd-Herz sich vermutlich schon immer gewünscht, aber noch nie offen geäußert hat.

Der süßeste Zeitdruck seit es Rogue-likes gibt.Fazit lesen

Dass diese allesamt mit extremer Kreativität und sehr viel Liebe zum Detail gezeichnet wurden, muss ich euch aufgrund der gezeigten Bilder vermutlich nicht mehr sagen. Die NPCs sind aber nicht nur da, um gut auszusehen. Sie geben euch Nebenquests, versorgen euch mit coolen Infos über die langjährige Geschichte von Ditto oder haben sogar große Geheimnisse. Letztere dürften euch dann auch dazu animieren, The Swords of Ditto nicht nach dem ersten Sieg gegen Mormo wieder in der Schublade verschwinden zu lassen. Schon im ersten Durchlauf werdet ihr auf viele Personen und Items in der Welt treffen, die noch Rätsel aufgeben. Auch sie lassen sich nach und nach lösen und bringen euch eurem großen Ziel näher.

Kein Vogel, kein Flugzeug: Ein mächtiger Monsterfuß, der für euch die Gegner platt macht.

Spielzeuge gegen das Böse

Im Kampf gegen die Horden der Hexenanhänger habt ihr nicht nur euer treues Schwert von Ditto an der Seite. Golfschläger, Schallplatten oder auch ein gigantischer Fuß, der vom Himmel hinabrast, stehen in eurem Arsenal bereit. Diese „Spielzeuge“ sind eure Ausrüstung. Die mächtigsten von ihnen wurden tief in Dungeons versteckt. Manche werden sogar gebraucht, um andere Dungeons und deren Fallen und Rätsel zu umschiffen. Die Spielzeuge werden noch durch sogenannte Aufkleber komplettiert. Diese bringen Verbesserungen für euren Helden. Dann nehmt ihr weniger Schaden, weicht schneller aus oder schaltet zusätzliche Bonusfertigkeiten frei.

Für welches Spiel wünscht ihr euch ein Remake?

In Sachen Umfang kann The Swords of Ditto sicherlich nicht mit einem Skyrim oder Fallout mithalten. Will es aber auch gar nicht. Für den Preis von knapp 15 Euro bekommt ihr hier ein wunderschönes Spiel, das euch herausfordert, ohne euch zu frustrieren. Wer einen Mitspieler begeistern kann, bekommt zudem noch mehr Spaß im Koop-Modus obendrauf.