Es ist geschafft. Die Nachbarn haben sich abgesplittet, alle sind glücklich, das Leben wird endlich zum Ponyhof. Worüber zum Teufel wir hier schreiben? Nein, Ostdeutschland bleibt uns erhalten und selbst Bayern fühlt sich Berlin nach wie vor Untertan. Die Rede ist vielmehr von unseren Freunden über dem großen Teich, den Amerikanern.

Dort trennt sich Kalifornien in einem fiktiven Zukunftsszenario kurzerhand vom Rest der USA und führt unter der Regie des Medienmoguls Lou Baxter ein Schreckensregime ein. Den Amis wäre das nun sicher egal, würde es sich um Alaska oder ähnlich "attraktive" Staaten handeln. Doch die Sonnenseite des Landes mit all ihren Reichen und Prominenten lässt man nicht einfach so ziehen. So lasset die Rückeroberung beginnen!

The Show - Trailer 2Ein weiteres Video

Ihr übernehmt die Rolle von Special Agent Frank Harris, schleust euch nach Kalifornien ein und lasst euch dort verhaften. Daraufhin werdet ihr wie im Kinofilm "Running Man" mit Arnold Schwarzenegger auf einer künstliche Insel ausgesetzt, auf der ihr im Team mit anderen Strafgefangenen gegen Söldner antreten müsst.

The Show - Show der Superlative oder Kasperletheater? Unser Review gibt Auskunft!

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Fallout, ich komme: Nicht gerade idyllisch, doch nur eines von zahlreichen Landschaftssettings.
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Was das bringen soll? Ganz einfach, die "The Show" genannte Insel ist nicht nur die optimale Möglichkeit, Gefangene kostengünstig aus dem Weg zu räumen, sondern durch eine permanente Live-Fernsehübertragung zugleich Propagandainstrument Nummer Eins für den fiesen Baxter. Alles was ihr tun müsst, ist für Unruhe zu sorgen und die Einwohner Kaliforniens so zum Widerstand aufzufordern.

Meine neueste Eroberung!
So viel zur Theorie. In der Praxis entpuppt sich "The Show" als waschechtes Strategiespiel mit Basisbau, Ressourcenmanagement, Truppenproduktion und taktisch anspruchsvollen Scharmützeln. In den 15 Missionen der Kampagne müsst ihr zu Beginn stets einen Stützpunkt aus dem Boden stampfen, etwa Infanterie- und Mech-Produktionshallen sowie Energiegeneratoren und Abwehrtürme aufstellen. Das geht ziemlich zügig vonstatten. Im Nu könnt ihr erste Truppen ausheben, um mit diesen die Karte zu erkunden. Je schneller ihr damit beginnt, desto besser.

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Hoffentlich hält die Verteidigung: Zwei dick gepanzerte Ancient Force-Mechs beharken unseren Außenposten.
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"The Show" setzt nämlich nicht auf traditionelle Strategie-Schemata der Marke "Vorstürmen und den Feind überrennen". Stattdessen orientiert sich der Titel an der Sektoreneroberung der alt ehrwürdigen "Z"-Reihe. Anstelle der Land-Abschnitte müsst ihr hier miteinander verbundene Außenposten einnehmen, die Ressourcen zum Bau neuer Einheiten generieren. Logischerweise könnt ihr euch dabei nicht einfach wild auf der Karte austoben. Denn wie in einem Netzwerk müssen alle Knoten miteinander verbunden sein, Punkt für Punkt. Erst wenn ihr eine ununterbrochene Kette an Außenposten bis direkt vor die gegnerische Basis annektiert habt, dürft ihr auch die feindliche Hauptstellung attackieren. Schnelle Rushs mit vielen billigen Einheiten werden so effektiv vermieden.

Seine strategische Würze gewinnt "The Show" vor allem aus der spannenden Hatz um die wertvollen Pfeiler. Dadurch, dass die Außenposten nicht linear angeordnet sind, sondern stets mehrere optionale Routen zum Feind und somit auch zu euch führen, ist das Schlachtfeld äußerst dynamisch. Mehrfrontenkriege, Rückschläge und spektakuläre Siege sind an der Tagesordnung. Frust und Freude liegen nah beieinander, was zu großen Teilen auch an der hammerharten künstlichen Intelligenz liegt. Die KI-Feinde lassen euch kaum Zeit zum Verschnaufen. Gerade in späteren Missionen müsst ihr blitzschnell taktieren, eure Verteidigung organisieren und gleichzeitig die Offensive in Schwung bringen. Gelegenheitsspieler mag das mitunter überfordern, da schon die ersten Einsätze Schweißperlen auf die Spieler-Stirne treiben.

Kriegsgeiles Triumvirat
Drei Parteien hauen sich in "The Show" gegenseitig die Köpfe ein. In der Kampagne übernehmt ihr als Frank Harris die Führung der Outlaws, die auf eine Mischung aus Infanterie und traditioneller Kampf-Mechs setzen. Erwähnenswert ist vor allem der "I.P.1". Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Münchner Edel-Disco, sondern um eine mächtige Belagerungseinheit, die mit gleich vier Doppellasern, zwei Plasmakanonen und einem Raketenwerfer feindliche Gebäude und Truppen spielend außer Gefecht setzt. Kein Wunder, dass ihr nur eine dieser Supereinheiten gleichzeitig befehligen dürft.

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Es knistert in der Luft: Outlaw-Mech gegen Ancient Force-Verteidigung. Wer wohl gewinnt?
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Im Mehrspielermodus stehen euch zwei weitere Kampfteams zur Verfügung. Die Ancient Force ist stark mit aztekischen Einflüssen behaftet. Kunstvoll verzierte Gebäude und "tierische" Mechs wie mechanische Geckos, Pumas und Rhinos sprechen Tier-Fans an. Die Northland Force erinnert an alte Wikinger-Stämme. Totenschädel zieren Bauten und Kämpfer. Fantasy-Jünger freuen sich über gepanzerte Dämonenspinnen, gigantische Drachen und Oger - alle aus Metall, versteht sich! Optisch unterscheiden sich die Parteien also sehr deutlich, spielerisch ähneln sie sich aber doch sehr. Das hat in Mehrspieler-Matches immerhin den Vorteil, dass keine Gruppierung übermächtig erscheint.

In der Ironie liegt die Würze
Atmosphärisch spielt "The Show" im Genre-Mittelfeld. Die ironische Story mit ihren aberwitzigen Zwischensequenzen und den Propaganda-behafteten Kommentaren des kalifornischen Diktators sind für den einen oder anderen Lacher gut. Und die abwechslungsreichen Landschaften, darunter Wüsten, Dschungel und unterirdische Laborkomplexe, versprühen ebenso Charme wie die äußerst kreativ gestalteten Einheiten.

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Netter Effekt: Wird die Landschaft beschossen, flackern die Projektionen kurz auf.
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Nachholbedarf besteht allerdings beim eigentlichen Missionsdesign. Zwar bekommt ihr zahlreiche Nebenquests serviert, deren Belohnung neue Technologien für mehr Feuerkraft oder stärkere Panzerung sind. Trotzdem läuft es in sämtlichen Einsätzen eigentlich nur darauf hinaus, schnellstmöglich Außenposten zu erobern, um den Gegner in die Knie zu zwingen. Unter diesen Problemen leidet der Mehrspieler-Part nicht. Im Netzwerk oder Internet bekriegen sich bis zu vier Spieler. Auf unzählige justierbare Parameter müsst ihr verzichten. Die drei Spielmodi machen jedoch auch so ordentlich Laune.

Bei der Eroberung müsst ihr wie in der Einzelspielerkampagne das Hauptquartier des Gegners zerstören, indem ihr ihm zuvor alle Außenposten abluchst. Bei Sudden Death reicht hingegen die Eroberung eines einzigen Pfeilers zum Sieg. Und im Coop-Modus dürft ihr euch mit einem Kumpel verbinden, um das gegnerische Team auszulöschen. Nicht weltbewegend, aber trotzdem spannend!